Archiv für den Monat: Oktober 2012

EduHack Nachlese Ilmenau und EduCampX

Nach einem ersten Versuch in Köln (sehr schön dokumentiert von Ralf) mit vielen interessanten Projekten haben wir auch auf dem 10. EduCamp in Ilmenau einen sogenannten EduHack durchgeführt, welches wir auf der EduCamp-Seite wie folgt beschrieben haben:

Bei einem sogenannten Eduhack finden sich Gruppen, die in kurzer Zeit ein Produkt für Bildungsprozesse erstellen. Das kann ein Erklärvideo sein, die Erstellung eines E-Book Kapitels, ein Paperprototyp von einer iPad App, ein paar Pins auf Pinterest oder ein scoop.it kuratieren oder eine Zusammenstellung von OER-Quellen in Deutschland sein. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hacken soll hier verstanden werden, als der kreative Umgang mit einem Service/System um Produkte zu erstellen, für die der Service/das System bisher nicht zur Verfügung gestellt wurde.

Programmieren ist also keine erforderliche Fertigkeit, um an einem „Edu-Hacking“ teilnehmen zu können!

Der Ablauf sieht vor, dass sich zuerst alle Teams oder Einzelpersonen mit einer kurzen Vorstellung ihres Projekts präsentieren. Dazu sollte sich jedes Team/Projekt einen Namen geben. Teams können sich entweder schon vor Beginn des EduCamp bilden, oder aber auch spontan am Freitag nachmittag gegründet werden. Bitte schlagt dazu im Forum schon jetzt gerne Projektvorhaben vor:http://educamp.mixxt.de/networks/forum/category.64114

Am Abend werden alle Projekte um 19 Uhr in ihrem Zwischenstand kurz vorgestellt und können am Folgetag parallel zu den Sessions in der so genannten „Machbar“ weitergeführt werden. Die finalen Ergebnisse werden dann am Samstagabend in einer „Demo or Die“-Session vorgestellt und prämiert. Ein „Demo or Die“-Format verfolgt die Idee, dass zum Abschluss auf alle Fälle nicht nur etwas präsentiert wird (hätte, könnte, wollte), sondern das etwas demonstriert wird – also ein erstelltes Video vorgeführt, ein Prototyp durchgeklickt, oder eine Softwareinteraktion vorgestellt. Das führt erfahrungsgemäß zu großem Faketum, witzigen Einlagen, Anflehen der Demogötter und einem ziemlichen Spaß. Es gibt natürlich verschiedene Awards (z.B. „Most visionary idea“, „Most epic demo fail“, „Best One last thing“, „Bring in the VCs“, „Most nerdy demo“, „Mother of all demos“…).

Wie ist es gelaufen?

Am Freitag Nachmittag hatten wir nach einer kurzen Einleitung und Vorstellung verschiedener Projekte nur ca. 2,5 Stunden Zeit von 16:30 bis 19:00 Uhr. Da hatten sich dann einige Projekte gefunden, die z.B. Kuratieren mit verschiedenen Tools, Remixen von Inhalten oder eine Akademie 2.0 diskutiert und gebastelt haben. Der Schwerpunkt lag häufig auf einer intensiveren Diskussion, die über das normale Sessionformat von einer Stunde hinausging [Links zu Dokumentationen bitte an mich, damit ich die hier bündeln kann]. Abends wurde dann einiges kurz präsentiert.

Am Samstag dann war der EduHack fakultativ und wurde eigentlich nicht wirklich angenommen. Frank aus meinem Lab hat für sein Open Source Musiklernspiel MuVisu eine Wii Remote Einbindung gehackt, das Akademie 2.0 Team hat sich noch einmal für eine Stunde zusammengesetzt und ich habe für draufhaber.tv u.a. einen QRCode Generator integriert, so dass man für jedes seiner Videos einen QRCode ausdrucken kann und den irgendwo hinheften kann (also z.B. die Videoanleitung für den Drucker als QRCode an den Drucker kleben) – praktisch 🙂

Warum lief das am Samstag nicht?

Ich glaube, dass EduHack und EduCamp doch zwei unterschiedliche Sachen sind, die einen Entweder-Oder-Charakter haben. Am Freitag war EduHack für alle angesagt, als Hackathon-Veteran würde ich aber sagen, dass 2,5h doch nur ein Reinschnuppern sind. Samstag war dann einfach EduCamp, alle hatten Lust auf Sessions, es gab viele interessante Sessions, wieso dann in einen EduHack einen ganzen Tag sich auf eine Sache konzentrieren, wenn man doch eigentlich viele verschiedene Anregungen kriegen kann.

Bildlich gesprochen: Hier oben seht ihr das EduCamp mit ganz vielen leckeren Sessions und die Alternative war sich durch einen Kartoffelacker zu pflügen mit der Hoffnung, ab und an neben vielen Steinen und kleinen Knollen ein Trüffelchen zu finden.

 

EduHack-Sieger

Abends haben wir dann eine kleine Demo or Die gemacht, in der Frank verdient gewonnen hat [siehe Bild oben] und ich zumindestens gut gefaked habe [siehe Bild unten] 🙂

QRCode Integration in draufhaber.tv (Demo or Die Session EduHack Ilmenau)

Back to the Roots

Mir hat es viel Spaß gemacht, aber ein richtig intensiver Hackathon war es nicht. Dafür braucht man doch drei Tage intensiv bis in die Nacht hinein. Wie so etwas aussehen kann, könnt ihr hier nochmal anschauen (Dank an Sunthaar für die Doku):  http://vimeo.com/13882831

Dazu gab es dann nach dem Wochenende in Ilmenau einen sehr schönen Blogbeitrag Hackathon Hacks for Organizers von Alexey. Den werde ich mir wieder mehr zu Herzen nehmen. Pre-Hackathon Tutorials, Office Hours, Swag Raffles, Late Night Athletics, Bubble Tea and other excesses… super Ideen, um Hackathons wie den EduHack zu einem unvergesslich-intensiven Erlebnis zu machen.

Meine Ideen für den nächsten EduHack?

Idee #1: Trennung und #2: Intensivierung/Verlängerung

Entweder komplett vom EduCamp trennen und z.B. zwischen den EduCamps einen EduHack einschieben. Alternativ könnte man Mittwoch bis Freitag EduHack machen und dann in’s EduCamp einsteigen, aber wer hat schon 5 Tage am Stück Zeit? Gut wäre auch: Samstag und Sonntag EduCamp und dann Sonntag nachmittag in den EduHack bis Dienstag abend einsteigen. Aber auch hier wieder: 5 Tage am Stück + hat man noch Energie nach zwei bis drei Tagen EduCamp? Insofern tendier ich doch eher zum trennen der Events.

Idee #3: MachBar bleibt

Für das EduCamp würde ich allerdings einen (kleinen kuscheligen) Raum mit etwas Demomöglichkeiten (wie z.B. die LernRäume an der Uni Bremen) reservieren, so dass man immer mal die Möglichkeit hat, als Kleingruppe etwas intensiver auszutesten, falls man mal sessionmüde geworden ist.

Idee #4: Freitag Abend statt Wissensquiz EduCamperPraxis 

Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber ein Wissensquiz auf einem EduCamp mit Smartphone Verbot finde ich schon sehr ironisch, war aber glaube ich gar nicht so gemeint 😉 Lasst uns doch mal was machen, was wir können (wollen) – also „echte“ Aufgaben wie „Sammelt in Eurer Gruppe auf Pinterest die fünf besten Visualisierungen zur Zukunft des Lernens und Lehrens“ – 10 Minuten Zeit und dann darf die Gruppe, die meint, die beste Lösungen zu haben, präsentieren. Falls eine Gruppe meint, besser zu sein, darf die auch präsentieren. Falls sie es ist, kriegt die erste Gruppe einen Minuspunkt. So könnte man 5 oder 6 spannende und auch witzige Quests aufstellen, die spielerisch aber auch lehrreich in unserem Interessensgebiet sind.

Idee #5: EduCampX oder EduCampNights

Es gab ja viel Diskussion über das Format und auch das Sponsoring. Die meisten größeren BarCamps (und auch Hackathons, siehe Alexeys Beitrag) vertrauen auf Sponsoring. Aber natürlich soll auch Platz sein für kleinere und auch regionale Events. Vielleicht könnte man da dem Vorbild der TED-Organisatoren folgen, die mit ihren TEDx (independently organized TEDs) eine interessante Form geschaffen haben. Warum sollten nicht neue und alte EduCamper mal an ihrer Schule, Organisation, Ort ein kleines 1-2 tägiges EduCampX veranstalten, das von eigens mitgebrachten Kaffeemaschinen und selbst gebackenem Kuchen lebt? Aber auch kurze Abendsessions von 19:00 Uhr bis open end als EduCampNights wären sicherlich spannend. Ähnliches haben wir schon ab und an hier an der Uni Bremen gemacht. Ein Kasten Getränke, ein Beamer, ein paar Sofas und ein Flipchartpapier als Projektionsfläche an der Wand, zwei bis drei Themen (Wie kann ich Pinterest im Unterricht nutzen? Clicker in der Vorlesung? GitHub in Aktion) und los kann es gehen. Macht sehr viel Spaß, kann ich nur berichten 🙂

Akzeptanz und Nutzungsintensität von Blogs als Lernmedium in Onlinekursen

Auf der GMW 2012 haben Thomas Bernhardt und ich einen Beitrag mit dem Titel „Akzeptanz und Nutzungsintensität von Blogs als Lernmedium in Onlinekursen“ vorgestellt. Der Tagungsband „Digitale Medien. Werkzeuge für exzellente Forschung und Lehre“ (herausgegeben von Gottfried Csanyi, Franz Reichl & Andreas Steiner), in dem sich eine Vielzahl interessanter Ansätze aus der (Hochschul-)Praxis finden, steht kostenlos online zum Download verfügbar.

Ausgangspunkt der Untersuchung war der von uns seit 2010 durchgeführt Onlinekurs „Erfolgreich Studieren mit dem Internet“ (eStudi). Hier der Abstract (S.141):

In diesem Beitrag wird dargestellt, auf welche Akzeptanz Blogs als Lernmedium
bei Studierenden stoßen. Innerhalb eines einsemestrigen Onlinekurses im
Studien bereich Schlüsselqualifikationen (Studium Generale) der Universität
Bremen wurden hierfür Studierende aus vier aufeinanderfolgenden Durchläufen
befragt, wie ihnen die eigene Blogarbeit beim Erreichen des Seminarziels geholfen hat. Nach der Darstellung der Motivation und der Einordnung der Arbeit in
den Forschungskontext rund um den Einsatz von Weblogs in Onlineseminaren
und dem Lernen durch Reflexion, werden der Einsatz sowie die Ergebnisse der
Untersuchung vorgestellt (n=79), bevor eine Einschätzung des Einsatzes von
Weblogs in der Hochschullehre als alternative Prüfungsform stattfinden soll

Die Zusammenfassung liest sich wie folgt:

„Die Beteiligung der Studierenden in unserem Seminar am Bloggen war durchaus unterschiedlich. Teilnehmende, die wenig bloggten, hielten den Aufwand
für das Schreiben neuer Beiträge, die Reflexion über das Gelernte und Bezug
auf andere Beiträge zu nehmen, für viel höher als die anderen Studierenden. Insgesamt empfanden die Teilnehmer/innen, die sich nicht im notwendigen Umfang beteiligt hatten, den Zeitaufwand für das Führen der Blogs am wenigsten angemessen. Dieses Paradoxon (weniger gemacht, aber den Aufwand höher eingeschätzt) deutet darauf hin, dass die Intensität der Blogarbeit in unserer Seminarkonzeption für diese Studierenden deutlich über das Maß hinausging, welches sie sich für eine General Studies Veranstaltung mit 3 CP vorgestellt hatten. So überschätzten dann auch über 70 % dieser Gruppe der „überlasteten Wenigschreiber“ subjektiv den Umfang ihrer geleisteten Blogarbeit.

Der erhoffte, für Teile der Blogosphäre typische, verteilte Diskurs konnte nur in
Ansätzen bei ungefähr einem Viertel der Studierenden beobachtet werden. Die
Blogs wurden von dem größeren Teil der Studierenden eher als eine Art öffentliches Hausaufgabenheft verstanden und umgesetzt. Eine höhere Beteiligung
wäre äußerst wünschenswert, korreliert doch die Anzahl der Kommentare und
des Feedbacks mit der Anzahl der Blogbeiträge. Ob nun mehr Beiträge einfach
nur mehr Kommentare anziehen, oder ob die vermehrten Kommentare auch zum
häufigeren Bloggen motivieren: Diese Frage muss in weiteren Studien untersucht werden. Der in dieser Studie festgestellte Zusammenhang zwischen subjektiv erreichten Lernzielen und der Anzahl abgearbeiteter Aufgaben deutet die Eignung des Weblogs als Medium zur Intensivierung von Lernprozessen in Onlineseminaren an.“

Für die weitere Entwicklung des eStudi Konzeptes kommen wir zu folgenden Schlüssen (S.150-151):

a) den Studierenden werden Beispielblogs mit guter Reflexionstiefe vorgestellt;
b) der Mehrwert einer ausgeprägten Kommentarkultur wird aufgezeigt;
c) Information über noch zu erfüllende Aufgaben werden im Blog-Dashboard bereitgestellt;
d) automatisierte Zuteilung von zu kommentierenden Beiträgen unter den Teilnehmer/inne/n zur Beförderung des Peer-Tutoring und zur Unterstützung der Key-Tutoren und
e) kontinuierliche Bewertung der Blogs auf Basis des in diesem Beitrag vorgestellten Kriterienschemas und Rückmeldung an die Studierenden.

Auch unsere Studie bestätigt also wieder die Erfahrung, dass (Blog-)Schreiben zwar zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit den Lerninhalten eines Seminares beitragen kann, dieser Prozess jedoch didaktisch gestaltet und begleitet werden muss. Innovativ ist in unserem Ansatz sicherlich der Ansatz des Peer-Tutorings durch ein Parallelseminar, über den wir auf der GMW 2013 berichten werden.

(Quelle: Bernhardt, Thomas & Wolf, Karsten D. (2012), Akzeptanz und Nutzungsintensität von Blogs als Lernmedium in Onlinekursen. In Gottfried Csanyi, Franz Reichl & Andreas Steiner (Hrsg.), Digitale Medien. Werkzeuge für exzellente Forschung und Lehre. Waxmann:Münster, 141–152.)

Erste kleine Rückschau: Symposium Lernen mit (Online-)Video

Am 5. und 6. September haben wir das Symposium Lernen mit (Online-)Video durchgeführt. Das Symposium beschäftigte sich mit dem Thema Performanz- und Erklärvideos insbesondere aus der Perspektive user-generated videos. Vortragende waren u.a. Wolfgang Schnotz, Elke Schlote, Winfried Pauleit, Carmen Zahn, Britta Hoffarth, Wolfgang Reissmann, Christian Spannagel, Anna Niestroj, Andreas Ebert (explainity) und Manuela Mohr (sofatutor).

Das Fragenspektrum lautete:

  • Wie sind Performanz- und Erklärvideos didaktisch zu gestalten, so dass sie eine möglichst hohe Lernwirksamkeit haben?
  • Welche ästhetischen Kriterien sind für Performanz- und Erklärvideos zu entwickeln?
  • Welche Lernwirksamkeit hat das eigene Erstellen von Performanz- und Erklärvideos?
  • Wie sind Performanz- und Erklärvideos bzw. deren Erstellung (Lernen durch Erklären) in didaktisch sinnvolle Unterrichtsprozesse einzubinden?
  • Wo liegen die Potenziale und Grenzen von Erklärvideos gegenüber Text-Bild-Arrangements wie z.B. Lehrbüchern?
  • Welchen Beitrag leisten Online-Videos zur Medienbildung?

Dabei tauschten sowohl ExpertInnen aus dem Bereich der Fernsehproduktion von Wissenssendungen als auch ExpertInnen der Produktion von Erklärvideos im Internet mit WissenschaftlerInnen ihre Sicht auf die didaktische und ästhetische Gestaltung von Performanz- und Erklärvideos sowie mit Kommunikations- und MedienwissenschaftlerInnen aus.

Das Ziel des Symposiums war eine Klärung von didaktischen, lernpsychologischen, medienwissenschaftlichen und ästhetischen Gestaltungskriterien für die Gestaltung von lerner-generierten Videos und dessen Nutzung sowohl in informellen als auch in formalen Bildungskontexten.

Das Programm finden Sie hier. Weitere Infos finden sie auf dem Blog des Symposiums.

Zum Symposium Lernen mit (Online-)Video gab es nun den ersten Bericht von Maria-Christina Nimmerfroh auf pb21:

Interview mit Karsten D. Wolf (Uni Bremen): Lernen durch Lehren mit Videos

Interview mit Andreas Ebert (Explainity): In 90 Sekunden die Welt erklären

Interview mit Eileen Lübcke (Institut für Technik + Bildung): Videos in geschützten Räumen [Interview ist noch nicht online]

Und UE_Trainer blogt sehr schön zum Remix Event am Abend:

http://unterricht-mit-medien.de/2012/09/13/mashup-im-city46/

Achtung: In Kürze erfolgt ein Call for Chapters für eine Buch-Publikation Lernen mit (Online-)Video zu den oben genannten Themen.

The Instructional Design and Motivational Mechanisms of World of Warcraft

I am happy to announce that my chapter in the massive handbook Computer Games and New Media Studies, edited by Johannes Fromme and Alexander Unger, has been published. At our lab we are interested in didactical ideas to be derived from computer games and other forms of online communication and collaborative problem solving.

(source: http://videogamewriters.com/wp-content/uploads/2012/01/wow-raid.jpg)

Abstract

A growing number of people are playing massive multiplayer online role-playing games (MMORPG). The most successful MMORPG so far, World of Warcraft, has 11.5 million paying subscribers who often spend more than 20 h per week playing the game, plus the extra time learning how to play. To achieve true mastery, at least 1,200 h of game play is needed. This chapter seeks to answer how WoW succeeds in teaching its users to become masters in such a dauntingly rich and complex game, how WoW keeps the players motivated and, finally, what can be learned from this entertainment form for the design of educational and training games. The chapter outlines the different levels of game complexity in WoW which make the game both accessible for casual gamers and challenging for hardcore gamers. There follows an analysis of World of Warcraft’s use of different instructional design approaches to help players learn and master the game: (1) discovery learning, (2) expansive problem-based learning and (3) learning within communities of practice. The chapter closes with implications for future educational games, stressing the importance of communities of practice to support discovery learning and problem solving.

Alphabetisierung in Deutschland – Stand des otu.lea Projektes

Am 7. September war ich in Berlin auf dem Weltalphabetisierungstag (Presseecho), der nach der Alphabetisierungsdekade (ja, zehn Jahre Programm) eigentlich nur der ernsthafte Einstieg in eine breite Alphabetisierung von Erwachsenen in Deutschland sein kann: die Pressemittteilung des BMBF zum Bündnis für Alphabetisierung ist etwas detailarm, mehr Infos gibt es im Strategiepapier zur Alphabetisierung von BMBF und KMK. Den schätzungsweise 7,5 Mio. funktionale Analphabeten in Deutschland nach Anke Grotlüschens leo level one Studie werden mit dem Maßnahmenprogramm meiner Meinung nach nicht ausreichend geholfen, hier scheint aktuell eher das Geld als die Ideen zu fehlen.

Um die Alphabetisierungs-Maßnahmen zu unterstützen, setzen wir an unserem Lab aktuell die Online-Version des lea Ordners um, eines pädagogischen Diagnostikwerkzeuges für Alphabetisierungskurse. Wir hoffen damit, den von den Alphakräften aufzuwendenden Zeitaufwand für die notwendige Diagnostik zu verkürzen, so dass mehr Zeit für eine zielgerichtete und individualisierte Förderung zur Verfügung steht.

Einen ersten Einblick in die Online-Testumgebng lea. (otulea) gibt es auf der Webseite otulea.uni-bremen.de.