{"id":1769,"date":"2026-05-11T10:20:04","date_gmt":"2026-05-11T08:20:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bibgebabbel\/?p=1769"},"modified":"2026-05-11T10:20:06","modified_gmt":"2026-05-11T08:20:06","slug":"das-etwas-andere-beratungsgespraech-eingereichter-text-fuer-vocatium-ausbildungspreis-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bibgebabbel\/2026\/05\/11\/das-etwas-andere-beratungsgespraech-eingereichter-text-fuer-vocatium-ausbildungspreis-2026\/","title":{"rendered":"Das etwas andere Beratungsgespr\u00e4ch (Eingereichter Text f\u00fcr Vocatium-Ausbildungspreis 2026)"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-left wp-block-paragraph\">Neulich, in einer ruhigen Stunde in der Leihstelle der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Bremen, kam eine Studentin auf mich zu. In meiner Ausbildung zum Fachangestellten f\u00fcr Medien- und Informationsdienste habe ich t\u00e4glichen Umgang mit Forschenden und Studierenden, also nahm ich aus Gewohnheit an, dass sie B\u00fccher ausleihen oder Hilfe bei der Suche nach Literatur m\u00f6chte. Stattdessen konnte ich durch ihre Fragen reflektieren, was ich an meiner Ausbildung wirklich liebe \u2013 und ihr gleichzeitig weiterhelfen! Hoffentlich hilft mein Gedankenprotokoll auch anderen:<br><br><strong>Ich<\/strong>: \u201eMoin, wie kann ich Ihnen weiterhelfen?\u201c<br><strong>Studentin<\/strong>: \u201eHallo, ich habe vielleicht ein etwas ungew\u00f6hnliches Anliegen und ich wei\u00df nicht, ob ich hier an der richtigen Stelle daf\u00fcr bin. Sie sind doch Bibliothekar:in?\u201c<br><strong>Ich<\/strong>: \u201eNicht ganz, ich bin FaMI, also Fachangestellter f\u00fcr Medien- und Informationsdienste, in Ausbildung. F\u00fcr Bibliothekar:innen ist ein Studium erforderlich. Das kann man berufsbegleitend an die Ausbildung anschlie\u00dfen, wenn man m\u00f6chte.\u201c<br><strong>Studentin<\/strong>: \u201eOh, darf ich vielleicht ein paar Fragen zu der Ausbildung stellen? Ich \u00fcberlege mein Studium zu beenden und eine Ausbildung anzufangen. In einer Bibliothek zu arbeiten stelle ich mir irgendwie sehr angenehm vor.\u201c<br><strong>Ich<\/strong>: \u201eNat\u00fcrlich d\u00fcrfen Sie mir dazu Fragen stellen, ich nehme mir daf\u00fcr gerne Zeit. \u00dcbrigens habe auch ich mein Studium beendet und bereue es \u00fcberhaupt nicht, dass ich stattdessen die FaMI-Ausbildung begonnen habe!\u201c<br>Studentin: \u201eDarf ich fragen, wieso Sie sich umentschieden haben?\u201c<br><strong>Ich<\/strong>: \u201eIch habe mein Studium kurz vor der Corona-Pandemie begonnen, und als die Pandemie kam, hat sich vieles so schnell ver\u00e4ndert. Die Pandemie selbst, die unsichere geopolitische Lage, der immer gr\u00f6\u00dfere Einfluss sozialer Medien auf die ohnehin schon riesige Flut an allt\u00e4glichen oder akademischen Informationen, K\u00fcnstliche Intelligenz \u2013 ich kam nicht wirklich im Studentenleben an, da alles irgendwie in gro\u00dfer Unruhe war. Umso dankbarer bin ich f\u00fcr diesen ruhigen Hafen, den ich in der Bibliothek gefunden habe, von dem aus ich Menschen in \u201aInformations-Unruhe\u2018 helfen kann.\u201c<br><strong>Studentin<\/strong>: \u201eSie sprechen mir aus der Seele! Bei Recherchen f\u00fcr das Studium f\u00fchle ich mich oft \u00fcberrollt von den ganzen Informationen. Bibliotheksmitarbeiter:innen haben mir oft gut geholfen. Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Lesen Sie auch die B\u00fccher, die es hier gibt?\u201c<br><strong>Ich<\/strong>: \u201eIch bin zwar froh, in meinem Job von meiner Leidenschaft f\u00fcr Literatur umgeben zu sein und finde oft Lese-Inspiration, aber Lesen kann ich doch nur zu Hause. In einer Bibliothek gibt es einiges zu tun! Beratung von Nutzer:innen bei gezielten Recherchen, Leihverkehr zwischen Bibliotheken, Erwerb geeigneter B\u00fccher, Zeitschriften und E-Lizenzen sowie Digitalisierung jahrhundertealter Best\u00e4nde\u2026<br>Mir bedeutet es jedoch am meisten, mit meiner Arbeit Menschen durch fundierte Quellen zu den verschiedensten Themen in ihrer pers\u00f6nlichen Bildung und wissenschaftlichen Arbeit zu unterst\u00fctzen. Es ist eine wichtige, demokratief\u00f6rdernde Arbeit \u2013 ob \u00f6ffentliche oder wissenschaftliche Bibliothek. \u00dcbrigens: Wussten Sie, dass KI-Systeme teilweise Quellen erfinden? Oft wird dadurch nach nicht existierenden B\u00fcchern oder Artikeln gesucht. Ich bin dann gerne mit tats\u00e4chlichen Quellen zur Stelle.&#8220;<br><strong>Studentin<\/strong>: \u201eDas klingt wirklich sch\u00f6n! Und das mit der KI ist ja absurd, eigentlich wollte ich noch mit einem Chat-Bot nach Informationen zur Ausbildung suchen. K\u00f6nnen Sie mir stattdessen etwas empfehlen?\u201c<br><strong>Ich<\/strong>: \u201eIch kann Ihnen die Webseiten des Berufsverbands Information Bibliothek (https:\/\/www.bib-info.de\/) und Mein Job Bibliothek (https:\/\/meinjob-bibliothek.de\/ausbildung\/) w\u00e4rmstens empfehlen.\u201c<br><strong>Studentin<\/strong>: \u201eVielen Dank, Sie haben mir in meiner Orientierung wirklich weitergeholfen!\u201c<br><strong>Ich<\/strong>: \u201eImmer wieder gerne. Denn das ist es, was ich an meiner Ausbildung liebe: In einer Welt voller Informationen Orientierung zu schaffen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nNeulich, in einer ruhigen Stunde in der Leihstelle der Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Bremen, kam eine Studentin auf mich zu. 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