Der Umgang mit Heterogenität an Schulen

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Fragestellung für den 4. Vorlesungstermin: Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft

Filed under: Allgemein — Betül at 12:26 pm on Freitag, Mai 18, 2012  Tagged

Warum, glauben Sie, tun sich Lehrkräfte im Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft schwer? Überlegen Sie mögliche Erklärungen.

Meiner Meinung nach liegt das Problem an dem Schulsystem, welches immer darauf hinarbeitet eine homogene Klassengemeinschaft herzustellen, weshalb es auch nach der Grundschule zu einer Klassifizierung der Schüler kommt. Doch anstatt die Schüler, die kulturelle, soziale und religiöse Unterschiede aufweisen einfach voneinander zu trennen, sollte man versuchen, mit dieser heterogenen Gruppe zu arbeiten. Doch das Motto ist: Je homogener die Beteiligten einer Klasse sind, desto leichter ist der Umgang mit Ihnen.

Ich finde diese Denkweise unangebracht, denn durch die Trennung der Schülerschaft in Hauptschule, Realschule oder Gymnasium entsteht ein indirekter Zwang für die Schüler sich dieser homogenen Gruppe anzupassen. Man muss auch davon ausgehen, dass die Empfehlungen des Lehrers nicht immer gerechtfertigt sind, welches dazu führt, dass z.B. ein begabter Schüler der eigentlich eine gymnasial Empfehlung bekommen sollte, sich dem Realschulniveau anpasst und somit seine Ziele senkt.

Natürlich ist es schwierig, auf die unterschiedlichen  Bedürfnisse und Wünsche der verschiedenen Schüler einzugehen. Dennoch muss auch gesagt werden, dass dem Lehrer nicht die Möglichkeit gegeben werden mit so einer Klasse umzugehen. Die Lehrer müssen sich an einen strikten Lehrplan halten, welches wenig Möglichkeiten zur Selbstgestaltung zulässt. Außerdem sind die Klassen meistens überfüllt, was die Situation nicht leichter macht. Es ist somit unmöglich, auf jeden Schüler individuell einzugehen. Um mit einer heterogenen Klasse umgehen zu können, müssten die Rahmenbedingungen verändert werden. Die Schülerzahl in einer Klasse müsste gering gehalten werden (z.B. max. 20 Schüler pro Klasse), welches das Eingehen auf jeden Schüler erleichtern würde. Außerdem ist es schwierig den ganzen Unterrichtsstoff, in einem knappen Zeitraum auf eine heterogene Schülerschaft zu übertragen. Um es dennoch zu ermöglichen müssten sich die Lehrkraft für jeden Schüler/in Zeit nehmen und auf die individuellen Stärken und Schwächen eingehen.

 
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