{"id":4,"date":"2024-04-19T01:22:11","date_gmt":"2024-04-18T23:22:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/besfort1\/?p=4"},"modified":"2024-04-19T01:22:11","modified_gmt":"2024-04-18T23:22:11","slug":"mehrsprachigkeit-als-ausgangspunk-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-gymnasialen-oberstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/besfort1\/2024\/04\/19\/mehrsprachigkeit-als-ausgangspunk-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-gymnasialen-oberstufe\/","title":{"rendered":"Mehrsprachigkeit als Ausgangspunk und Ziel schulischer Bildung in der gymnasialen Oberstufe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\"><em><strong>1<\/strong><\/em>. <span style=\"font-size: 10pt\"><em>An Ihrem Gymnasium gibt es einen \u2013 wie u\u0308blich sehr heterogen besetzte \u2013 Vorkurs, in welchem sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. Fu\u0308r einige wird nun der endgu\u0308ltige U\u0308bergang in die Regelklasse diskutiert. Ein Gro\u00dfteil der Lehrpersonen pla\u0308diert \u2013 mit Verweis auf die noch nicht vollsta\u0308ndig ausreichenden (bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse \u2013 die Schu\u0308ler*innen an eine Oberschule zu u\u0308berweisen, obwohl die Schu\u0308ler*innen hinsichtlich ihrer Lernfa\u0308higkeit und ihrer Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen fu\u0308r das Gymnasium mitbringen und gerne an der Schule bleiben wu\u0308rden, da sie dort durch die Teilintegration in die Regelklassen auch schon Kontakte zu anderen Schu\u0308ler*innen geknu\u0308pft haben. Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Die mangelnden Deutschkenntnisse sollten meiner Meinung nach nicht zu einer \u00dcberweisung an eine andere Schule f\u00fchren. Diese Sch\u00fcler*innen sollten das Recht haben bleiben zu d\u00fcrfen, solange sie die Vorraussetzungen f\u00fcr das Gymnasium mitbringen. Noch dazu sollte die Sicht der Sch\u00fcler*innen mit in die Entscheidung einflie\u00dfen, denn das Wohlergehen der Kinder ist das wichtigste und nur so kann man das Maximum aus ihnen rausholen. Au\u00dferdem wird es sehr schwer f\u00fcr die Seiteneinsteiger*innen neue Freunde zu finden an ihrer neuen Schule, gerade weil sie nicht so gut Deutsch sprechen und es wahrscheinlich sehr lange gedauert hat sich einzufinden und akzeptiert zu werden. Dazu geh\u00f6rt auch die Trennung ihrer Freunde an der alten Schule, die es ihnen schwer macht dar\u00fcber hinweg zu kommen. Der einzige ausreichende Grund f\u00fcr einen \u00dcbergang w\u00e4re eine schlechte Lernf\u00e4higkeit und Schwierigkeiten beim Weiterbilden aufgrund ihrer mangelnden Sprachkenntnisse, was daf\u00fcr sorgt, dass sie \u00fcberhaupt nicht mithalten k\u00f6nnen. Dies ist aber hier nicht der Fall gewesen. Es lassen sich keine Aussagen \u00fcber die Kompetenzen eines Individuums in Verbindung zur deutschen Sprache treffen. (Folie 10)<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><span style=\"font-size: 10pt\"><em><strong>2<\/strong>. Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit \u2013 in der hier verstandenen breiten Sicht \u2013 in Schule und Unterricht (selbst als Sch\u00fcler*in und\/oder Praxiserfahrungen als unterrichtende Person) haben Sie bislang gemacht? Reflektieren Sie diese Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Ich selbst bin mehrsprachig aufgewachsen, genau so wie alle meine Freunde und die meisten Menschen an meinen bisherigen Schulen. Was nicht hei\u00dfen soll, dass wir die Sprache vernachl\u00e4ssigt haben, im Gegenteil, wir alle konnten viel besser Deutsch als unsere Muttersprache sprechen. Nat\u00fcrlich gab es trotzdem Nachteile gegen\u00fcber, denjenigen die Muttersprachlich mit Deutsch aufgewachsen sind und rund um die Uhr mit dieser Sprache im Austausch stehen, denn wir konnten unsere Eltern nicht nach Hilfe fragen wenn wir was nicht verstehen konnten, genau andersrum, unsere Eltern fragten uns nach irgendwelchen \u00dcbersetzungen.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>Die Individualit\u00e4t und Vielfalt der Sprachen und Kulturen fand ich aber gerade deshalb sehr spannend. Genau wie bei den idealtypischen Unterscheidungen gab es welche, die seit dem sie auf die Welt gekommen sind die deutsche Sprache beigebracht bekommen haben, bei denen die Familiensprache Deutsch ist und die einen vollst\u00e4ndigen Erwerb der Sprache erzielen konnten. Andererseits gab es andere die erst im Alter von 6-10 anfingen die Sprache zu lernen, die mit einer anderen Familiensprache aufgewachsen sind, begrenzte Lernm\u00f6glichkeiten haben und daher meistens einen unvollst\u00e4ndigen Erwerb der Sprache erzielten. In der Universit\u00e4t sind Menschen verschiedenster Altersklassen und den unterschiedlichsten Sprachen zu sehen. Ich traf auf \u00fcberraschend viele Sch\u00fcler*innen, die Deutsch als Fremdsprache (DaF) erwerben. (Ahrenholz 2008; Boeckmann 2022; Hufeisen &amp; Riemer 2020; R\u00f6sler 1994; 2012; Springsits 2012)<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em><span style=\"font-size: 10pt\"><strong>3<\/strong>. Was m\u00f6chten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zuk\u00fcnftigen Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche F\u00e4higkeiten fehlen Ihnen daf\u00fcr noch? Was wollen Sie daf\u00fcr tun?<\/span><\/em><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte den mehrsprachigen Sch\u00fclern mehr Unterst\u00fctzung bieten und ihnen das einfinden in den Unterricht erleichtern, in dem ich meine Unterrichtsgestaltung auf die Bed\u00fcrfnisse der Seiteneinsteiger*innen ausrichte, meine F\u00e4higkeiten im Umgang mit verschiedenen Sprachen weiterentwickel und neue Unterrichtsmethoden anwende. Die Mehrsprachigkeit soll als was positives in meinem Unterricht angesehen werden und die Sch\u00fcler dazu anregen ihre Sprachkenntnisse regelm\u00e4\u00dfig zu erweitern. Anders als es zurzeit der Fall ist, denn die Mehrsprachigkeit findet bislang kaum Eingang in den Unterricht (Wlossek &amp; Rost-Roth 2016: 105). Mein Gef\u00fchl sagt mir, dass ich nicht ausreichend vorbereitet bin und meine F\u00e4higkeiten nicht gen\u00fcgen, wie es bei vielen anderen auch der Fall ist (a.Hammer et al. 2016). Das liegt an den Zweifeln, die ich an meine sprachlichen Kompetenzen habe. Au\u00dferdem sollte beachtet werden, dass das Verwenden der Erstsprache fachliche Denk- und Verstehensprozesse f\u00f6rdern und deshalb viel mehr im eigentlichen Unterricht eingebaut werden sollten (Folie 38). Wobei aber jemand wie ich auf gro\u00dfe Schwierigkeiten sto\u00dfen wird, da ich nur wenige Sprachen beherrsche. F\u00fcr praktisch halte ich es sich mit den mehrsprachigen Sch\u00fcler*innen auch umgangssprachlich auszutauschen, mit der sie ohne hin schon t\u00e4glich konfrontiert werden und sie daher am besten verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><span style=\"font-size: 10pt\"><em><strong>4<\/strong>.Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein? Welche Rahmenbedingungen mu\u0308ssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit Ihrer Schu\u0308ler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten ko\u0308nnen?<\/em><\/span><\/p>\n<p>Ich denke das als aller erstens der f\u00f6rdernde Einsatz von Gruppenarbeiten und Diskussionsrunden die sprachlichen F\u00e4higkeiten der Sch\u00fcler*innen verbessern w\u00fcrden. Dazu sollte sollte auch mehrsprachiges Personal eingestellt werden, die besonders den Seiteneinsteigern behilflich sein k\u00f6nnen. Au\u00dferdem sollten Lehrkr\u00e4fte regelm\u00e4\u00dfig in mehrsprachiger Unterrichtsgestaltung geschult werden, um sie in diesen Bereich zu st\u00e4rken. Eine weitere Methode w\u00e4re das Bereitstellen von Materialien in verschiedenen Sprachen, welche den Sch\u00fcler*innen erm\u00f6glich den Inhalt zu vertiefen. Zuletzt w\u00e4re begleitender F\u00f6rderunterricht zum Fachunterricht der Schule vom Vorteil, um sie passend zum regul\u00e4ren Unterricht vorzubereiten. So k\u00f6nnen wir eine besser Unterst\u00fctzung f\u00fcr unsere Sch\u00fcler*innen sein. (Folie 45)<\/p>\n<p>Literaturverzeichnis:<\/p>\n<p>Folie 10;<\/p>\n<p>(Ahrenholz 2008; Boeckmann 2022; Hufeisen &amp; Riemer 2020; R\u00f6sler 1994; 2012; Springsits 2012)<\/p>\n<p>(Wlossek &amp; Rost-Roth 2016: 105).<\/p>\n<p>(a.Hammer et al. 2016)<\/p>\n<p>Folie 38<\/p>\n<p>Folie 45<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. An Ihrem Gymnasium gibt es einen \u2013 wie u\u0308blich sehr heterogen besetzte \u2013 Vorkurs, in welchem sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. Fu\u0308r einige wird nun der endgu\u0308ltige U\u0308bergang in die Regelklasse diskutiert. 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