{"id":7,"date":"2023-04-27T01:24:21","date_gmt":"2023-04-26T23:24:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/benteinbremen\/?p=7"},"modified":"2023-04-27T01:25:20","modified_gmt":"2023-04-26T23:25:20","slug":"schule-der-exklusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/benteinbremen\/2023\/04\/27\/schule-der-exklusion\/","title":{"rendered":"Schule der Exklusion"},"content":{"rendered":"<p>1.\tWelche Bedeutung haben Modelle von Behinderung sowohl f\u00fcr behinderte Menschen und ihre Teilhabem\u00f6glichkeiten allgemein, als auch im Kontext Schule?<br \/>\n\uf06e\tModelle bieten eine Darstellung von Sachverhalten und vermitteln gesetzte Schwerpunkte (S. 18, Fuchs-Heinritz\/ 2020). Das medizinische Modell argumentiert Menschen mit Behinderungen als bemitleidenswert und unteranderem auch geschlechtslos (S. 21, Oliver\/1996). Gibt es einen gesellschaftlichen Konsens mit diesem Modell (wie bis in die 90er der Fall war), wirkt sich das auf alle bildungsspezifischen Institutionen aus. So sind behinderte Kinder und Jugendliche immer einer extrem herablassenden Form von Mitleid ausgeliefert. Das System verlangt es von ihnen sich anzupassen, versteht sie als krank (S. 22). Das soziale Modell setzt genau da an und fordert nicht von Menschen mit Behinderung eine Ver\u00e4nderung, sondern vom System. Menschen mit Behinderung werden als eigenst\u00e4ndige Menschen wahrgenommen, das Wertgef\u00fchl ver\u00e4ndert sich (S.26), nicht der behinderte Mensch ist das Problem, sondern die gesellschaftlich gesetzten Grenzen. Gesellschaftliche Diskreminierung bez\u00fcglich Menschen mit Behinderung kann nur thematisiert werden und kritisch reflektiert werden, wenn Menschen mit B. als eigenst\u00e4ndige, wertvolle Menschen angesehen werden. Gerade innerhalb des veralteten, exklusiven und diskriminierenden Schulsystems ist bez\u00fcglich der Umsetzung dieses Menschenbilds ein Wandel dringend n\u00f6tig.<br \/>\n2.\tWas entgegnen Sie, wenn im Kollegium jemand behauptet, inklusive Beschulung k\u00f6nne ihr\/ihm keine_r vorschreiben?<br \/>\n\uf06e\tErst einmal w\u00fcrde ich auf die Erkenntnisse des sozialen Modells hinweisen. Wichtig ist, zu betonen das Kinder mit B. nicht eine zus\u00e4tzliche Belastung\/ Herausforderung sind, sondern das schulische System nur f\u00fcr homogene, nicht gesellschaftlich repr\u00e4sentierende Gruppen gebildet wurde. Das soziale Modell w\u00fcrde auch eine Reflektion der eigenen inneren Vorurteilen bez\u00fcglich Menschen mit B. erlauben.(S. ). Auf der rechtlichen Ebene w\u00fcrde ich mich vor allem auf die UN BRK beziehen (S.43), anschlie\u00dfend w\u00fcrde ich auch mit dem Bremer Schulgesetz argumentieren (S.52).Es ist also de facto vorgeschrieben, Diskreminierung anzuk\u00e4mpfen und Inklusion anzutreiben. Ignoranz und dementsprechend Verletzung der Menschenrechte sind gesetzlich verboten. Weiter w\u00e4re mir eine Erw\u00e4hnung des p\u00e4dagogischen Auftrags wichtig, die eine respektvolle Grundhaltung bez\u00fcglich aller Sch\u00fcler*innen erwartet.<br \/>\n3.\tWelche Ausgrenzungsmechanismen lassen sich am Beispiel Nehad Mihailovic aufzeigen? Wer h\u00e4tte anders Handeln m\u00fcssen, um ihm und seinem Recht auf Bildung gerecht zu werden und was hat sein Fall mit Inklusion zu tun?<br \/>\n\uf06e\tGrunds\u00e4tzlich hat das ganze System versagt: Rassismus und Ableismus verleiteten das p\u00e4dagogische (fachlich ausgebildete) Personal der Schulen dazu, Nehad Mihailovics falsch einzusch\u00e4tzen. Die Grenzen der Inklusion wurden auch durch die verpflichtende Teilnahme an der F\u00f6rderschule gesetzt, die betroffene Person hat quasi kein Mitspracherecht. Weiter wurde auch auf der Bundesebene versagt, dadurch das das Bundesland die schulische Einteilung des Sch\u00fclers nicht erneut pr\u00fcfte (S. 49). Das System ist darauf angelegt Homogenit\u00e4t durch Exklusion zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Waldschmidt, Anne (2020): Jenseits der Modelle, in: Brehme, David; Fuchs, Petra; K\u00f6bsell, Swantje; Wesselmann, Carla (Hg.): Disability Studies im deutschsprachigen raum. Zwischen Emanzipation und Vereinnahmung, Beltz, S. 56-73.<br \/>\nOliver, Mike (1996): Understanding Disability. From Theory to Practice. Palgrave Macmillan: Houndmills\/ Basingstoke<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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