{"id":22,"date":"2019-07-08T18:48:30","date_gmt":"2019-07-08T16:48:30","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/benheyer\/?p=22"},"modified":"2019-07-08T18:48:30","modified_gmt":"2019-07-08T16:48:30","slug":"interkulturelle-und-geschlechtssensible-deutschdidaktik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/benheyer\/2019\/07\/08\/interkulturelle-und-geschlechtssensible-deutschdidaktik\/","title":{"rendered":"Interkulturelle und Geschlechtssensible Deutschdidaktik"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li>Ein besonders interessanter Aspekt waren meiner Meinung nach die Statistiken der JIM Studien aus denen hervorgehen dass M\u00e4dchen* prozentual mehr lesen\u00a0 lesen als Jungen*. Man kann sehr deutlich sehen wie sehr diese Statistiken in Verbbindung mit den Aussagen von Lehrkr\u00e4ften in dem Buch &#8220; Schulische Fachkulturen und Geschlecht&#8220; stehen. Die meiseten Lehrer_innen machen deutlich dass sie der Meinung sind dass sich Jungen* nicht so sehr f\u00fcr das Lesen interessieren wie M\u00e4dchen*.Auch auff\u00e4llig ist dass es in der Datenbank von FIS- Bildung mehr &#8222;M\u00e4dchen*b\u00fccher&#8220; als &#8222;Jungen*b\u00fccher&#8220; gibt. (wobei man meiner Meinung aber auch bedenken muss dass es trotzdem in B\u00fcchern und Filmen\u00a0 mehr m\u00e4nnliche Protagonisten gibt. Und weibliche Charaktere in den meisten F\u00e4llen signifikant geringere Redeanteile haben siehe bspw. Bechdel Tests f\u00fcr B\u00fccher und Filme) Insgesamt wurde jedoch die\u00a0 Zuschreibung dass\u00a0 Jungen* weniger lesen gesellschaftlich etabliert und wird immer weiter durch unsere Handlungen konstruiert. Darum finde ich das Fazit das Deutschlehrer_innen mehr Lekt\u00fcre und Arbeitsmaterialien verwenden die eine gr\u00f6\u00dfere Vielfalt von Geschlechtsidentit\u00e4ten mit verschiedenen Geschlechtsausdr\u00fccken aber auch anderen Identit\u00e4tsdimensionen beinhalten, wichtig um Sch\u00fcler_innen f\u00fcr das Lesen zu gewinnen. Aber Lehrkr\u00e4fte m\u00fcssen auch verstehen dass sie mit gewissen Handlungen\u00a0 bspw Aussagen wie &#8222;Jungen lesen nicht gern&#8220; stereotype Zuschreibungen weiter verfestigen.<\/li>\n<li>Als Trans*person ist mir etwas sehr Besorgnis eregendes in meiner Schulzeit aber auch generell im Bezug auf Medien und Repr\u00e4sentation aufgefallen. Ich habe meine Schulzeit als junge trans*person (11) durchlebt und folgende Erfahrungen im Bezug auf Medien in der Schule gemacht. Das einzige mal das Trans*sein bei uns in der\u00a0 Klasse Thema gewesen ist war als wir in einen Film eine Szene gesehen haben in der eine Trans*person als cholerisch und schrill dargestellt wurde wor\u00fcber die ganze Klasse gelacht hat. Ansonsten gab es in keinem Buch, keinem Film, keinem Text, keiner Serie,keinem H\u00f6rspiel, keinem Computerspiel,keinem Lied etc.\u00a0 Charaktere die trans* waren. Doch wie man an meiner Erfahrung sieht\u00a0 gibt es in den Medien\u00a0 manchmal Trans*personen. Diese werden dann allerdings fast aussschlie\u00dflich als Witzfiguren pr\u00e4sentiert und ihr trans*sein\u00a0 wird falsch\u00a0 repr\u00e4sentiert\u00a0 und dient nur dazu\u00a0 um sich dar\u00fcber l\u00e4cherlich zu machen.Es handelt sich um eine gesellschaftlich akzeptierte Diffamierung von Trans*personen einfach damit nicht Trans*menschen etwas zum lachen haben. Als Kind ist man sich dessen oft nicht so bewusst dennoch erinnere ich mich dass es mir stets ein schlechtes Gef\u00fchl bereitet hat so etwas zu sehen oder zu lesen. Solche Darstellungen von Trans*personen in den Medien und die mangelnde Repr\u00e4sentation von starken\u00a0 Identifaktionsfiguren die trans* sind gibt\u00a0 jungen Trans*personen\u00a0 das Gef\u00fchl alleine und nicht richtig zu sein.\u00a0 Nicht trans* Personen (Cispersonen) wird durch den medialen Darstellungen\u00a0 gezeigt dass es ok und lustig ist\u00a0 Trans*personen zu verspotten und sich \u00fcber sie l\u00e4cherlich machen und sorgt somit auch auf subtile Weise f\u00fcr eine Validierung von Gewalt gegen Trans*menschen.Wenn man sich auf der universellen, der strukturellen und der individuellen\u00a0 Ebene anschaut wie Trans*personen in unserer Gesellschaft behandelt werden wird es umso deutlicher wie sehr sich die Darstellungen von Trans*personen in den Medien darin wiederspiegeln .Dies ist nur ein\u00a0 Beispiel von vielen daf\u00fcr was f\u00fcr einen gro\u00dfen Einfluss mediale Repr\u00e4sentation spielt und welche Auswirkungen sie auf unseren gesellschaftlichen Umgang mit vielerlei Thematiken hat. \u00a0 Es zeigt wie wichtig es ist als Lehrkraft umsichtig mit Zuschreibungen zu sein und Material zu w\u00e4hlen das die Geschlechtsidentit\u00e4ten und Lebensrealit\u00e4ten vielf\u00e4ltiger Personen darstellt denn dies kann daf\u00fcr sorgen dass sich f\u00fcr\u00a0 Sch\u00fcler_innen neue Perspektiven erschlie\u00dfen und einen\u00a0 Zugang zu Themen den sie vorher nicht hatten.<\/li>\n<li>\u00a0Meine Frage w\u00e4re wie\u00a0 Arbeitsmaterial im Deutschunterricht vielf\u00e4ltige Identit\u00e4tsdimensionen mit Fokus auf Geschlechtsidentit\u00e4ten darstellt?<\/li>\n<li>Das verwenden von Gendersensibler Sprache sowohl schriftlich als auch m\u00fcndlich ist schon mal ein guter Start. Wichtig um Gendersensibel unterrichten zu k\u00f6nnen ist es durch biografische Arbeit seine eigene Identit\u00e4t und Genderrolle zu reflektieren.( Wie habe ich meine Geschlechterolle empfunden und gelebt?Was genau ist meine Vorbildsfunktion im Bezug auf Gender und warum denke ich das? etc)Zudem ben\u00f6tigt es ein ein gutes Basiswissen zum Thema Geschlecht und Geschlechterollen und eine Auseinandersetzung mit gewissen Begriffen wie bspw normal\/Norm Geschlechterolle, Diskriminierung, Intersektionalit\u00e4t etc. Ansonsten glaube ich nicht das es ein konkretes standart Rezept f\u00fcr eine gendersensible Unterrichtsform gibt. Gendersensibler Unterricht\u00a0 hat viel mit eigener Reflexion,Wissen und Empathie zu tun.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein besonders interessanter Aspekt waren meiner Meinung nach die Statistiken der JIM Studien aus denen hervorgehen dass M\u00e4dchen* prozentual mehr lesen\u00a0 lesen als Jungen*. 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