Ringvorlesung 2

  1. Die nationale Orientierung des Bildungssystems zeichnet sich einerseits durch die vermittelten Werte in deutschen Schulen aus, unter anderem aber auch durch die dort vermittelten Lerninhalte. Nicht nur in Deutschland ist es so, dass den Schülern die landestypischen Normen beigebracht werden. In anderen, besonders christlichen Ländern, wird zum Beispiel jeden Morgen vor dem Unterricht gebetet, weil man es dort eben schon seit Ewigkeiten macht. Aber auch die Lerninhalte des Unterrichts sind abhängig von der jeweiligen Nation: In Deutschland werden alle Fächer auf Deutsch unterrichtet und auch Deutsch selbst gilt als Hauptfach, das jeder belegen muss. Natürlich gibt es auch sogenannte bilinguale Schulen, jedoch sind diese eher die Ausnahme, als die Regel.
  2. Nicht selten gilt Migration an Schulen als große Herausforderung, sowohl für die Lehrkräfte, als auch für die Schüler. Die Lehrer wissen oft nicht, wie sie mit den Vorurteilen, umgehen sollen. Außerdem sind die Lehrpläne in Deutschland sehr streng und sehen einen straffen Zeitplan vor, in dem nicht genügend Zeit ist, um Schüler mit vermeintlichen Schwierigkeiten mehr Zeit beim lernen zu geben. Was ich mich jedoch frage, ist, ob die Schüler mit Migrationshintergrund wirklich mehr gefördert werden müssen, oder ob sie vielleicht einfach nur anders gefördert werden müssen. 
  3. Der Begriff ”DoingCulture” ist in dem Beispiel von Betül meiner Meinung nach distanziert zu betrachten. Die Lehrerin hat zwar nur geäußert, wie die Schülerinnen ihrer Erfahrung nach handeln oder fühlen sollen, jedoch hat sie dabei außer Acht gelassen, dass sich Betül eher wie eine Deutsche fühlt, als als Türkin. Das zeigt, dass der Migrationshintergrund eines Menschen nicht wirklich etwas über die Einstellung oder den Glauben des Menschen aussagt. Man kann in diesem Zusammenhang also von ”DoingCulture” sprechen, da die Lehrerin die Schülerinnen nur auf sie typischen Denkweisen ihres Herkunftslandes angesprochen hat, jedoch ohne die persönliche Individualität von Betül dabei in Betracht zu ziehen.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen