{"id":32,"date":"2023-05-24T11:22:15","date_gmt":"2023-05-24T09:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/?p=32"},"modified":"2023-05-24T11:22:15","modified_gmt":"2023-05-24T09:22:15","slug":"inklusiver-deutschunterricht-als-ganz-normale-herausforderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/2023\/05\/24\/inklusiver-deutschunterricht-als-ganz-normale-herausforderung\/","title":{"rendered":"Inklusiver Deutschunterricht als ganz normale Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">1. <span style=\"font-size: 36pt\">N<\/span>ach der Behindertenrechtskonvention (UN BRK: access and Partizipation), sind die Vertragsstaaten dazu angehalten, allen Kindern und Jugendlichen einen Zugang sowie die Teilhabe am Bildungssystem zu gew\u00e4hrleisten. Betrachtet man die Umsetzung der Konvention in der Realit\u00e4t, <\/span><span class=\"s1\">l\u00e4sst sich die inklusive P\u00e4dagogik hinsichtlich des Wechselspiels der drei Dimensionen \u201aPersonalit\u00e4t, Sozialit\u00e4t und Komplexit\u00e4t\u2018 ausmachen. Dabei l\u00e4sst sich herausstellen, dass erst die Individualit\u00e4t der einzelnen Sch\u00fcler*innen (Personalit\u00e4t) innerhalb einer Klassengemeinschaft dazu f\u00fchrt, dass eine heterogene Lerngruppe entsteht, welche durch die Kommunikation untereinander (Sozialit\u00e4t), die Sache bzw. den Lerngegenstand aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet (Komplexit\u00e4t) (vgl. Seitz 2020, Kapitel 2.1.). Um von diesem Zusammenhang der Dimensionen Gebrauch zu machen, wird an die Gestaltung und Aufbereitung der Unterrichtsform appelliert, sodass dieser offener und interaktiver zu gestalten ist, damit die Lernenden die M\u00f6glichkeit erlangen, differenzierte Zug\u00e4nge anzunehmen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der dabei zu markieren ist, ist, dass der alleinige Besuch einer inklusiven Schule nicht automatisch dazu f\u00fchrt, dass die Kinder einen inklusiv aufbereiteten Schulunterricht erleben. Somit ist es unerl\u00e4sslich, dass die Lehrkr\u00e4fte selbst Ma\u00dfnahmen in ihren Unterricht einbauen, damit die Sch\u00fcler*innen sich in einem Raum, gekennzeichnet durch Offenheit, Interaktivit\u00e4t und Individualit\u00e4t, befinden und angemessen nach ihren Ausgangspunkten einen Zugang zum Lerngegenstand ergreifen k\u00f6nnen. Demnach ist es unverzichtbar, alle Lernenden mithilfe von unterst\u00fctzenden Ma\u00dfnahmen, hin zu deren einzelnen Entwicklungsschritten zu begleiten (vgl. Drewes 2021, S. 289f.).<\/span><\/p>\n<p>2. <span class=\"s1\">Mit Blick auf mein vergangenes Praktikum, l\u00e4sst sich deutlichst das Defizit an differenzierten Unterrichtszug\u00e4ngen herausstellen. W\u00e4hrend von Ansatzpunkten, wie der Differenzierung der Literaturauswahl im Deutschunterricht, durch die Ber\u00fccksichtigung der Zugangsvoraussetzung, Komplexit\u00e4t der Literatur oder auch den Rezeptionsweisen sowie den unterschiedlichen Zielsetzungen nach Niveaustufen, die an die Sache gesetzt werden k\u00f6nnen, berichtet wurde, habe ich in der Praxisphase lediglich einen Deutschunterricht erlebt, in dem haupts\u00e4chlich ein Schulheft zum Einsatz kam, wodurch alle Sch\u00fcler*innen dieselbe Aufgabe monoton zu bearbeiten hatten, es jedoch am Ende der Stunde, nicht allen Kindern m\u00f6glich war, \u00fcberhaupt Fortschritte zu erzielen. Sinnvoller w\u00e4re es dabei, zum Beispiel denselben Lerngegenstand f\u00fcr alle festzulegen (z.B. Literatur) und an die verschiedenen Lerntempi abgestimmten, sowie auf die unterschiedlichen Niveaustufen entsprechend differenzierte Aufgabenstellungen zu formulieren, sodass am Ende der Stunde zwar nicht alle auf demselben Niveau angekommen sind, allerdings alle f\u00fcr sich individuell neue Lernziele erreichen konnten.<\/span><\/p>\n<p>3. <span class=\"s1\">Letztendlich bleibt von meiner Seite die Frage offen, inwiefern es der Lehrkraft m\u00f6glich ist, mit den offenen Unterrichtsformen trotzdem die curricularen Vorgaben nicht au\u00dfer acht zu lassen, sondern dies vielmehr miteinander vereinbar zu gestalten.<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt\">Literatur:<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span class=\"s1\" style=\"font-size: 14pt\">Drewes, S.\/Hasselhorn, M.\/Seifried, K. (2021): Handbuch Schulpsychologie. Psychologie f\u00fcr die Schule. 3. Aufl., Stuttgart. W. Kohlhammer.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\" style=\"font-size: 14pt\">Seitz S. (2020): Dimensionen inklusive Didaktik &#8211; Personlit\u00e4t, Sozialit\u00e4t und Komplexit\u00e4t. 2.Ausg. <a href=\"https:\/\/www.inklusion-online.net\/index.php\/inklusion-online\/article\/view\/570\/409\">https:\/\/www.inklusion-online.net\/index.php\/inklusion-online\/article\/view\/570\/409 <\/a>(letzter Zugriff: 24.05.2023)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Nach der Behindertenrechtskonvention (UN BRK: access and Partizipation), sind die Vertragsstaaten dazu angehalten, allen Kindern und Jugendlichen einen Zugang sowie die Teilhabe am Bildungssystem zu gew\u00e4hrleisten. Betrachtet man die Umsetzung der Konvention in der Realit\u00e4t, l\u00e4sst sich die inklusive P\u00e4dagogik hinsichtlich des Wechselspiels der drei Dimensionen \u201aPersonalit\u00e4t, Sozialit\u00e4t und Komplexit\u00e4t\u2018 ausmachen. Dabei l\u00e4sst sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14833,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[6],"class_list":["post-32","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-rv05"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14833"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32\/revisions\/38"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}