{"id":15,"date":"2023-04-19T17:30:01","date_gmt":"2023-04-19T15:30:01","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/?p=15"},"modified":"2023-04-19T17:31:53","modified_gmt":"2023-04-19T15:31:53","slug":"spannungsfeld-von-heterogenitaet-und-homogenitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhetfichtner\/2023\/04\/19\/spannungsfeld-von-heterogenitaet-und-homogenitaet\/","title":{"rendered":"Spannungsfeld von Heterogenit\u00e4t und Homogenit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400\"><span style=\"font-size: 36pt\">N<\/span>ach dem \u00a73 Allgemeines, des bremischen Schulgesetztes (BremSchulG) sind die bremischen Schulen dazu angehalten, sich in inklusive Institutionen zu entwickeln, um die Inklusion aller Sch\u00fcler*innen und die Ausgrenzung einzelner, im Kontext des Erziehungs- und Bildungsauftrags, zu vermeiden (vgl. Bremisches Schulgesetz 2021, S. 7). W\u00e4hrend die Realit\u00e4t eine Vielfalt innerhalb der Gesellschaft aufweist, welche infolgedessen auch in den Schulen vorzufinden ist, sind simultan Steuerungsprozesse pr\u00e4sent, die die Abweichungen von konstruierten Normen einerseits, wertend durch die Vergabe von Noten und Zeugnissen labelt und andererseits die Heterogenit\u00e4t durch einheitliche Curricula sowie auch Einteilungen zu institutionell errichteten Subgruppen, wie zum Beispiel Vorklassen oder I-Klassen bewusst, wie auch unbewusst einzud\u00e4mmen versucht. Da es sich bei Klassengemeinschaften ausnahmslos um heterogene Gruppen handelt, in der die Sch\u00fcler*innen unterschiedliche Erfahrungen, Interessen und Voraussetzungen aus ihrer individuellen Lebenswelt mitbringen, kann dies entweder den Unterrichtsalltag in der Gestaltung produktiv beeinflussen und als Ausgangspunkt gesehen oder schier als St\u00f6rfaktor wahrgenommen werden und zu einer &#8222;Komplexit\u00e4tsreduktion&#8220; f\u00fchren (vgl. Luhmann, 1975).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Wie in dem vorgehenden Absatz bereits der Aspekt hinsichtlich der unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Kinder in die Schule mitbringen, erw\u00e4hnt wurde, l\u00e4sst sich dies noch expliziter ausf\u00fchren. W\u00e4hrend meines Orientierungspraktikums, bestand die mir zugeteilte Schulklasse aus einer Vielzahl an Kindern, die mit unterschiedlichsten Muttersprachen aufgewachsen sind und parallel offenkundig voneinander abweichende Kenntnisst\u00e4nde hinsichtlich der deutschen Sprache aufzeigten. Hinzukommend kristallisierte sich auch die Bedeutung des famili\u00e4ren Hintergrunds schnell heraus, sodass einige DaZ-Sch\u00fcler*innen trotz alledem dem Unterricht gut folgen konnten, w\u00e4hrend andere bereits in den ersten Wochen nach der Einschulung den Anschluss kontinuierlich weiter verloren. Auff\u00e4llig dabei war einerseits die konstante Homogenisierung von Gruppen, w\u00e4hrend den Reflexionsgespr\u00e4chen im Anschluss an den Unterricht (vgl. Hummrich, 2016, S.47) sowie die Titulierung von Abweichung der \u201aNormen\u2018, als \u201aSt\u00f6rfaktoren\u2018, die den Ablauf im Schulalltag stetig aufhalten w\u00fcrden. Insgesamt war es eine unzufriedenstellende Situation, in der die heterogene Lerngruppe, durch den Kontext des einheitlichen Schulalltages und dem damit inbegriffenen Lernstoff, stetig vereinheitlicht wurde, sodass die individuelle F\u00f6rderung sowie auch Forderung des einzelnen nicht gew\u00e4hrt werden konnte, wodurch die Ungleichheit in Bezug auf die Chancenverteilung un\u00fcbersehbar wurde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400\">Als m\u00f6gliche Beobachtungsaufgabe hinsichtlich der Homogenit\u00e4t und Heterogenit\u00e4t w\u00fcrde sich der Umgang mit Abweichungen von der zu erwartenden Norm hinsichtlich der zu erbringenden Leistungen anbieten. Dabei r\u00fcckt vor allem in den Fokus, inwieweit die jeweilige Lehrkraft, bei der Beurteilung, die einzelnen Leistungen der Sch\u00fcler*innen individuell betrachtet oder lediglich nach einem vorgegebenen Schema bewertet, ohne dabei die Entwicklung des entsprechenden Kindes zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><strong>Literatur<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">Die Senatorin f\u00fcr Kinder und Bildung (2005): Bremisches Schulgesetz (BremSchulG): \u00a73 (4) Allgemeines. (zuletzt ge\u00e4ndert 14.12.2021).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">M. Hummrich (2016): Homogenisierung und Hetereogenit\u00e4t. Die erziehungswissenschaftliche Bedeutung eines Spannungsverh\u00e4ltnisses. In: Tertium comparationis 22 1. Waxmann Verlag. S. 47.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\">N. Luhmann (1975). Einfache Sozialsysteme. In: Soziologische Aufkl\u00e4rung 2. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, Wiesbaden. S. 36.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem \u00a73 Allgemeines, des bremischen Schulgesetztes (BremSchulG) sind die bremischen Schulen dazu angehalten, sich in inklusive Institutionen zu entwickeln, um die Inklusion aller Sch\u00fcler*innen und die Ausgrenzung einzelner, im Kontext des Erziehungs- und Bildungsauftrags, zu vermeiden (vgl. Bremisches Schulgesetz 2021, S. 7). 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