Ringvorlesung 10 – Begegnungspädagogik im Religionsunterricht

 

Zu Beginn der Vorlesung wurde uns von Dr. E. Kenngott eine Studie zu den verschieden existierenden Religionsgruppen in Deutschland gezeigt. Das Diagramm zeigte, dass ein großer Teil Deutschlands Bevölkerung Evangelisch war und ein kleiner Teil zu anderen Religionsgruppen angehörte. Desweiteren konnte man erkennen (zweites Diagramm), wie sehr die Säkularisierung unter der Bevölkerung zunahm. Auch andere Glauben (z.B. der Islam) nahmen mit der Zuwanderung in Deutschland zu.  Die Religiöse Vielfalt in einer Gesellschaft ist somit meiner Meinung nach ein sich ständig ändernder Zustand.  Ebenfalls sind solche Veränderungen in Klassen zu beobachten.

  1. Erläutern Sie zentrale Aspekte, die in begegnungspädagogischen Settings zu problematisieren sind.

Die religiöse und kulturelle Vielfalt in den Klassen kann auch Probleme mit sich bringen, wenn SuS nicht richtig aufgeklärt werden. Vorurteile und Ausgrenzung innerhalb eines Klassenverbandes sind die Folge. Solche Probleme versucht die Begegnungspädagogik zu lösen und zu vermeiden. Die Begegnungspädagogik setzt sich als Ziel, SuS mit verschiedenen Kulturhintergründen und Religionen zusammenzubringen, diese zu verstehen und zu respektieren. SuS sollen Toleranz gegenüber „Neuem“ entwickeln. Vertreter einer bestimmten Religion oder Kultur klären in der Klasse auf. Dennoch ist ein Erfolg dieser gewünschten Ziele der Begegnungspädagogik  nicht immer garantiert.  Das sogenannte Othering  kann zur Folge haben, dass SuS noch mehr Vorurteile gegenüber der anderen Religion oder Kultur empfinden.  Die Eigenschaften und das Handeln des Vertreters einer bestimmten Religionsgruppe kann auf die gesamte Religion übertragen werden. So kann eine ganze Religion abgelehnt werden,  weil der Schüler oder die Schülerin den  Vertreter unsympathisch findet oder eine schlechte Erfahrung  mit dieser gemacht hat.

  1. Denken Sie an Ihren eigenen Religions- oder Ethikunterricht zurück und diskutieren Sie Beispiele für die von Ihnen unter 1 benannten Aspekte.

Meine Schule war sehr daran interessiert, die SuS und die LuL über die Verschiedenheit und Vielfalt der Religionen aufzuklären. So gab es einmal im Jahr einen Tag, an dem unterschiedliche Religionen vorgestellt wurden.  Hierfür kamen Vertreter der einzelnen Religionen und auch neutrale Personen an unsere Schule. Es wurden Filme gezeigt, Erfahrungen geteilt und aufgeklärt. Besonders interessant fand ich den Stand von dem Judentum. Ein Rabbiner erzählte uns etwas über die Geschichte des Judentums und die kulturellen Besonderheiten. Danach konnte die Gruppe von SuS zusammen mit ihm diskutieren und Fragen stellen. Der Rabbiner ging auf jeden einzelnen SuS ein, respektierte  deren eigene Religion und war sogar interessiert an ihnen. Nach diesem Tag konnte ich feststellen, dass ich positiv überrascht von dem Judentum war, denn vorher konnte ich mir kaum etwas darunter vorstellen.

  1. Formulieren Sie eine Beobachtungsaufgabe für kommende Praktika, mit der zur Sprache gebracht wird, wie unterschiedliche religionsbezogene Perspektiven in einem pädagogischen Setting konstruiert werden.

Interessant zu beobachten wäre,  in wie fern der Religionsunterricht die Vielfalt der Religionen lehrt und das Interesse der SuS weckt. Welche Methoden werden angewandt,  um Toleranz zu vermitteln ?

 

Ein Gedanke zu „Ringvorlesung 10 – Begegnungspädagogik im Religionsunterricht“

  1. Die Begegnungspädagogik habe ich während meines Praktikums in der Grundschule schon kennengelernt. In einer Projektstunde in der Woche haben die SuS verschiedene Texte zum lesen der verschiedenen Religionen bekommen und oft gab es auch Ausmalbilder zum Beispiel von verschiedenen Gotteshäusern. Die Kinder fanden dies spannend, da in der Klasse selber nur zwei Kulturen vorhanden waren. In meiner Schulklasse war das ganz anders, bei uns gab es 11 Kulturen. Und aus diesem Grund hat unsere Lehrerin damals eine Projektwoche zum Thema der verschiedenen Kulturen gemacht. Wir haben Filme gesehen, in denen die Kulturen erklärt wurden und viele Texte gelesen. Es wurden dann 11 Gruppen zusammengestellt und jede Gruppe hat eine Kultur am Ende der Woche vorgestellt. Außerdem gab es an meiner Schule das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, bei diesem Projekt hat man auch sehr viel über die verschiedenen Kulturen an der Schule gelernt und einige kannte ich davor noch nicht. Leider hatte ich in meiner gesamten Schulzeit keinen Religionsunterricht, folglich kann ich hier nichts berichten. Aus diesem Grund finde ich deine Beobachtungsaufgabe aber sehr interessant und es würde mich auch interessieren.

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