RV06. – Heterogenität im Deutschunterricht

1.

Die sechste  Ringvorlesung  am 09.05.2017 konzentrierte sich  auf  den Themenbereich „Vielsprachigkeit und Gender  im Deutschunterricht“ und die dadurch eintretenden Herausforderungen für Lehrkräfte &  SuS.

Prof. Dr. Matthis Kepser eröffnete  die Vorlesung mit der Frage was Deutschunterricht überhaupt sei. Wir diskutierten eine Weile und kamen auf den Schluss, dass Deutschunterricht verschieden sein kann. Denn der  Deutschunterricht als Fremdsprache ist anders aufgebaut und versucht andere Ergebnisse zu erzielen, als der Deutschunterricht, den wir in einem deutschsprachigen Land oder auch auf  deutschen Auslandsschulen unterrichtet  bekommen.  Die Sprache Deutsch wird in unserem regulären Deutschunterricht zum Lerngegenstand und Lernmedium.

Weil eine große Vielfalt und Verschiedenheit unter den SuS herrscht (z.B Sprachkenntnisse, Vorerfahrungen, Interessen, usw.), sind deren Leistungen auch verschieden. In dem Fach Deutsch ist Vielsprachigkeit eines der Ursachen für Probleme.  Der Unterricht sollte daher „Defizitorientiert“ gestaltet werden, damit Lehrkräfte SuS besser fördern und motivieren können. Vielsprachigkeit und verschiedene kulturelle Hintergründe sollten in den Unterricht mit eingebunden werden, um es persönlicher zu gestalten und mögliche Sprachbarrieren zu brechen („Kultur und Sprachen hängen zusammen“).

Auch zwischen Jungen und Mädchen gibt es große Unterschiede auf den Bereichen der Leistung und der Interessen. Diese tauchen ebenso  im  Deutschunterricht auf. Studien stellten fest, dass Mädchen mehr lesen und sich für  andere  Literatur interessieren,  als Jungen.  Größtenteils ist der Unterricht in Deutsch durch die Literaturwahl und den Themen eher auf Schülerinnen  ausgelegt,  weswegen dieser  weniger Interesse bei Schülern weckt. Das stellt ein Problem dar, denn das Resultat ist, dass Lehrkräfte anfangen Geschlechter spezifisch  zu denken und Mädchen in dem Unterricht zu bevorzugen.

2.

Den Gender-spezifischen Deutschunterricht, habe ich während meiner Schulzeit auf der Mittelstufe miterlebt. Anfangs (fünfte bis zu der achten Klasse) hatte unsere Klasse einen Deutschlehrer, der versucht hat, den Unterricht für Mädchen und Jungen gleichermaßen interessant zu gestalten. Wir konnten gemeinsam die Literatur auswählen und es wurde mit verschiedenen Themen und Medien gearbeitet.  Jeder Schüler und jede Schülerin hat sich fair behandelt gefühlt, die Arbeitsatmosphäre war deswegen sehr angenehm.  In der achten Klasse gab es einen Lehrerwechsel. Unsere neue Deutschlehrerin hat sich sehr bemüht, dass wir SuS den Unterrichtsstoff genau verstehen und können.  Weil der Unterricht jedoch sehr an den Lehrplan angelegt war, gab es für uns SuS wenig Freiraum den Unterricht mitzugestalten. Damals hatte ich das Gefühl, dass die Schülerinnen mehr Interesse an der Literatur und dem Unterricht zeigten, als die Schüler. Ich hätte es schön gefunden, wenn wir gemeinsam als Klasse (wie vorher) unsere Interessen in den Unterricht mit eingebunden hätten.

3.

Eine mögliche Beobachtungsaufgabe zu dem Thema „gendersensible Didaktik“ wäre, dass man in dem Unterricht verschiedene Medien zum Lernen einführt. Nicht nur genderspezifische Literatur sollte Gegenstand des Unterrichts sein. Durch Gespräche mit den SuS könnten so deren Vorlieben erkannt werden und  in den Lehrplan mit einbezogen werden. Dieser Lehrplan sollte eher auf die Verschiedenheiten der Klasse eingehen. Wie würde sich ein solcher Unterricht auf das Lernen der Schüler auswirken?

 

 

2 Gedanken zu „RV06. – Heterogenität im Deutschunterricht“

  1. Hallo Ceylan-Deniz,

    du bist in deinem Beitrag auf die wichtigsten Aspekte der Vorlesung eingegangen und hast diese in angemessener Form dargestellt.
    Das große „Genderproblem“ in Schulen hast du gut herausgearbeitet. Die Heterogenität bezogen auf die Leistungsstände und Interessen von Mädchen und Jungen gilt als allbekannte Schwierigkeit. Insbesondere ist dies in Grundschulen der Fall, da der Großteil der Lehrkräfte weiblich ist. Dadurch entsteht die Annahme, dass die Literatur auch nach Interessen der weiblichen Lehrkräfte ausgewählt wird. Doch gerade dieser Aspekt muss berücksichtigt werden an Schulen. Das Interesse von Jungen und Mädchen an Literatur ist generell gleichgroß, jedoch nur wenn über Themen geschrieben wird, die sie als ansprechend und spannend empfinden. So könnte die Lehrkraft viele Bücher zur Auswahl mitbringen und in den direkten Austausch mit den SchülerInnen eintreten. Dabei kann erfragt werden, welche Bücher ihnen interessant erscheinen.
    Bezogen darauf finde ich es toll zu hören, dass du diese „Freie Auswahl“ selbst erleben durftest in deiner Schulzeit. So konntest du Literatur positiv erfahren.
    In meiner Schulzeit war es allerdings nicht so. Die Literatur wurde meist von der Lehrperson ausgewählt, um stets nah am Bildungsplan zu bleiben.
    Abschließend gefällt mir deine Beobachtungsfrage/-aufgabe sehr gut, denn es ist von großer Bedeutung, die Interessen der SchülerInnen zu kennen, um deren Motivation stets aufrecht zu erhalten.

  2. Meiner Meinung nach ist dir dein Beitrag zur Heterogenität im Deutschunterricht sehr gelungen und ich fand es sehr interessant einen Beitrag von jemanden zu lesen, der ähnliche Erfahrungen gemacht hatte.
    Du hast in der ersten Aufgabe die zentralen Aspekte gut herausgearbeitet. Ich finde es auch sehr interessant, dass du ebenfalls die Erfahrung mit Gender-Spezifischen Deutschunterricht gemacht hast. Ich teile eine sehr ähnliche Erfahrung mit dir, nur dass unsere Lehrerin sich bei der Literaturwahl Großteils sam Ende sehr stark an den Interessen der Mädchen orientiert hatte, was ich sehr schade fand, da diese die Jungs noch weniger Ansprach und somit zum mitmachen kaum animierte. Dass die Lehrerin sich aber mehr an den Interessen der Mädchen orientiert hatte, konnte ebenso daran liegen, dass sie unter anderem sich auch für diese Literatur interessiert hatte.
    Deine überlegte Beobachtungsaufgabe hast du dir gut überlegt, da du einen sehr interessanten Aspekt aufgegriffen hast und zwar, wie würde sich der Unterricht auf das Lernen der Schüler auswirken. Wenn ich so darüber nachdenke, macht es mich schon neugierig und würde es auch gerne wissen, ob sich überhaupt was ändern würde, wenn man mehr auf die Vorlieben der SuS eingehen würde. Würden die SuS sich mehr am Unterricht beteiligen oder sogar besser lernen?
    Patricia

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