{"id":49,"date":"2016-06-24T07:47:42","date_gmt":"2016-06-24T05:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhet1ksd\/?p=49"},"modified":"2016-06-24T07:47:42","modified_gmt":"2016-06-24T05:47:42","slug":"probleme-und-folgen-der-integration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/baumhet1ksd\/2016\/06\/24\/probleme-und-folgen-der-integration\/","title":{"rendered":"Probleme und Folgen der Integration"},"content":{"rendered":"<p><em>Skizzieren Sie bitte auf Grundlage des Artikels von HINZ (2002) zun\u00e4chst die Qualit\u00e4ts- und Quantit\u00e4tsprobleme der Integration.<br \/>\nBeziehen sie anschlie\u00dfend Stellung zur Kritik an der \u201eZwei-Gruppen-Theorie\u201c und diskutieren die praktischen Konsequenzen, die sich insbesondere im Hinblick auf die Ihnen vorliegenden Fallbeispiele ergeben.<br \/>\nHinweis: Der beschriebene Artikel und die Fallbeispiele k\u00f6nnen bei Stud.IP im Ordner zur heutigen Sitzung heruntergeladen werden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Qualit\u00e4tsprobleme der Integration<\/strong><\/p>\n<p>Laut Hinz 2002 liegen die Qualit\u00e4tsprobleme der Integration darin, dass es scheinbar vornehmlich um die Zufriedenstellung der Eltern geht, als um das Wohlbefinden der Kinder. Die Integration bestehe zum Gro\u00dfteil aus einem r\u00e4umlichen Nebeneinander, welches schnell aufgehoben wird, wenn es an \u201ewichtigere\u201c Lerninhalte geht. Die eigentlich gew\u00fcnschten und erwarteten sozialen Interaktionen zwischen den Kindern bleiben dabei leider h\u00e4ufig aus und es kommt wider Erwarten dennoch zu einer Segregation von von \u201enormalen\u201c und \u201enicht-normaler\u201c Kindern.<br \/>\n<strong><br \/>\nQuantit\u00e4tsprobleme der Integration<\/strong><\/p>\n<p>Zwar werden in einigen L\u00e4ndern statistisch immer mehr Kinder mit besonderen Anspr\u00fcchen in regul\u00e4ren Schulen registriert, nur handelt es sich bei diese F\u00e4llen meist um Lernschw\u00e4chere, die nach der deutschen Standards sowieso in allgemeine Schulen geh\u00f6ren. Auf diese Weise wird der Welt eine Vielzahl gelungener Integrationen pr\u00e4sentiert, w\u00e4hrend die wahrhaftigen F\u00e4lle nach wie vor in Sonderklassen und -schulen untergebracht werden.  Auch in Deutschland kommt es zu dieser exponentiellen Steigerung der Kinder mit F\u00f6rderbedarf, w\u00e4hrend die vorhandenen Ressourcen  zur\u00fcckgehen und die Qualit\u00e4t des gemeinsamen Unterrichts stagniert.<br \/>\nBeim \u00dcbergang von der Grundschule auf weiterf\u00fchrende Schule kommt es in weiten Teilen Deutschlands zu Schwierigkeiten, da das Angebot an Schulen f\u00fcr Kinder mit dem F\u00f6rderschwerpunkt geistige Entwicklung \u00e4u\u00dferst gering ist.<br \/>\n<strong><br \/>\nKritik an der Zwei-Gruppen-Theorie<\/strong><\/p>\n<p>Zwar bringt der Fortschritt der Integration, dass Kinder mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf nicht mehr als \u201eandersartig\u201c wahrgenommen werden, aber sie bleiben nach wie vor \u201eanders\u201c. F\u00fcr diese \u201eanderen\u201c Kinder sind \u201eandere\u201c P\u00e4dagogen zust\u00e4ndig, welche unter Umst\u00e4nden nicht zur allgemeinen Schule geh\u00f6ren, sondern von F\u00f6rderzentren f\u00fcr kurze Zeitr\u00e4ume entliehen werden.<br \/>\nDa es f\u00fcr jedes \u201eandere\u201c Kind zus\u00e4tzliche Ressourcen gibt, werden m\u00f6glichst viele Kinder mit dem Stempel \u201eanders\u201c bedruckt. Hierdurch kommt es, wie in den Problemen der Integration beschrieben zu der explosionsartigen Zunahme von F\u00e4llen mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf.<br \/>\nIn der Unterrichtsplanung kommt dieses \u201eandere\u201c auch immer wieder zum Vorschein, wenn der Regelunterricht konzipiert wird und anschlie\u00dfend \u00fcberlegt wird, wie das \u201eandere\u201c Kind AUCH am Unterricht teilnehmen kann. <\/p>\n<p>Einige dieser vier Probleme lassen sich gut am Fallbeispiel von Alicia, 9 Jahre, beobachten. Alicia hat den F\u00f6rderschwerpunkt Lernen und bekommt in Mathematik gesonderte F\u00f6rderung in Kleingruppen. An dieser Stelle ist ein \u201eanderer\u201c P\u00e4dagoge f\u00fcr sie zust\u00e4ndig, als f\u00fcr ihre Mitsch\u00fcler. Des weiteren bekommt sie zus\u00e4tzliche gesonderte Arbeitsbl\u00e4tter und empfindet diese als \u201eExtrawurst\u201c. An ihrer Freude, wenn sie regul\u00e4re Bl\u00e4tter bekommt, zeigt sich, dass sie ansonsten das \u201eAnders\u201c sein selbst wahrnimmt und als etwas Negatives empfindet. <\/p>\n<p>Die Kritik an der Zwei-Gruppen-Theorie ist durchaus berechtigt. Teilt eine Schule ihre Sch\u00fclerschaft in zwei Gruppen und erwartet dann ein Nicht-Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl der Kinder ihrer jeweiligen Gruppe gegen\u00fcber, ist sie schlichtweg naiv. Sobald eine Gruppe in der Mehrheit ist, gilt diese als die Norm und Nichtgruppenmitglieder empfinden sich als \u201eanders\u201c. Daraus ergibt sich f\u00fcr mich als logische Konsequenz, den Unterricht derart zu differenzieren, dass es zahlreiche Gruppen gibt, infolgedessen keiner der Mehrheit angeh\u00f6ren kann. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Skizzieren Sie bitte auf Grundlage des Artikels von HINZ (2002) zun\u00e4chst die Qualit\u00e4ts- und Quantit\u00e4tsprobleme der Integration. Beziehen sie anschlie\u00dfend Stellung zur Kritik an der \u201eZwei-Gruppen-Theorie\u201c und diskutieren die praktischen Konsequenzen, die sich insbesondere im Hinblick auf die Ihnen vorliegenden Fallbeispiele ergeben. 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