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1.) Benennen Sie die für Sie zentralsten theoretischen Erkenntnisse, die Sie aus den Vorträgen der Ringvorlesung für sich mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei konkret Bezug auf a.) fachdidaktische Aspekte, indem Sie Erkenntnisse auf die Didaktiken ihrer eigenen beiden Fächer beziehen und b.) zwei generelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Schule und Unterricht mit Bezug zu den relevanten Quellen benennen.

Der zentrale Aspekt der Ringvorlesung bezog sich auf die Heterogenität und der Umgang mit dieser im schulischen Kontext. Im laufe des Semesters erhielten wir die Chance, uns mit verschiedenen Heterogenitätskriterien auseinander zu setzten. 

Die erste Ringvorlesung „Heterogenität als Merkmal der Gesellschaft und Herausforderung für die Schule“ von Prof. Dr. Yasemin KarakaşoÄlu war für mich ein guter Einstieg in die Thematik. Während der eigenen Schulzeit erhält man meist nur eine einseitige Sichtweise, was mir während der Reflexion von Erfahrungen und Beobachtungen mit dem Umgang von Lehrer*innen mit verschiedenen Dimensionen von Heterogenität bewusst gemacht wurde. Die Ringvorlesung hat neue Blickwinkel von Herausforderungen oder Chancen der Heterogenität eröffnet. 

Aufgrund meiner Studienfächer Deutsch und Geschichte hat mich besonders die Ringvorlesung „Interkulturelle und Geschlechtersensible Deutschdidaktik“ von Prof. Dr. Matthis Kepser interessiert. Besonders überraschend war hierbei für mich die Erkenntnis der immer noch andauernde geschlechterspezifischen Rollenzuteilung im schulischen Kontext und der Einfluss dessen auf die Datenbank der FIS-Bildung. Weiter waren die Studien zum Interessenspektrum der SuS bei der Bearbeitung von Lektüren in der Schule besonders aufschlussreich. 

Ein weiterer Aspekt dieser Ringvorlesung bezog sich auf die Language Awareness und Mehrsprachigkeit. Aufgrund der Migrationswelle und der generellen Diversität der deutschen Gesellschaft herrscht eine große Sprachvielfalt in deutschen Schulen. Besonders aufschlussreich war hierbei, dass sich diese Sprachvielfalt nicht nur auf Fremd- und Zweitsprachen bezieht, sondern auch Fachsprache und Dialekten ein einschließt. 

Weiter habe ich die Ringvorlesung „Über jüdisches Leben reden – (k)ein Tabu? Umgang mit religiöser Diversität am Beispiel Judentum“ von Dr. Sabine Horn als aktuelles und wichtiges Thema empfunden. Die Reflexion der eigenen Haltung und die Auseinandersetzung mit den drei Grundannahmen des religionswissenschaftlich-kulturwissenschaftlichen Ansatzes 

Die Ringvorlesung „Vorstellungen und politisches Bewusstsein als Ausgangspunkt sozialwissenschaftlichen Lernens“ von Prof. Dr. Andreas Klee hat mir die Relevanz der „doppelten Heterogenität“ näher gebracht. Das theoretisch erlangte Wissen über die verschiedenen SchülerInnenvorstellung konnte direkt, praktisch in Form einer Skizzierung methodischer Varianten zur Anregung von SchülerInnenvorstellungen auf eines meiner Unterrichtsfächer angewendet werden. 

Im allgemeinen hat mir besonders gut der stetige Bezug zum bevorstehenden Orientierungspraktikum und die Entwicklung eigener Fragestellungen gefallen. Die Anwendung und theoriegeleitete Reflexionen habe ich als sinnvoll empfunden, um ein erstes Gefühl für die praktische Umsetzung zu bekommen.

2.) Zu welchen zwei erziehungswissenschaftlichen Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, würden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium im Bezug auf das Modulthema UMHET. Bitte begründen Sie Ihre Wahl?

Gerne würde ich im weiteren Studiumsverlauf näher auf die Themen 1. „Heterogenitätskategorie Geschlecht in Schule und Ansätze zur Entwicklung einer interkulturellen geschlechtersensiblen Pädagogik“ von Dr. Christoph Fantini und 2. „Individualisierung von Unterricht als schulpädagogische Antwort auf Leistungsheterogenität“ von Prof. Dr. Till-Sebastian Idel eingehen. 

Zum ersten Thema würde ich gerne näher den Einfluss von Familie und Gesellschaft auf gesellschaftliche Rollenbilder ergründen.

Zum zweiten Thema stellt sich mit die Frage, in welchem Ausmaß eine Individualisierung des Unterrichts in methodischer, zeitlicher und in inhaltlicher Hinsicht unter Berücksichtigung des Lehrplans stattfinden kann.

Aufbauend auf den Fragestellungen der Ringvorlesung „Interkulturelle und Geschlechtersensible Deutschdidaktik“ von Prof. Dr. Matthis Kepser würde mich interessieren wie man als Lehrkraft mit geschlechterspezifischen Rollenzuschreibungen der Schülerinnen und Schüler, aber Kolleginnen und Kollegen umgeht.

3.) Welche in den Vorlesungseinheiten von BAUMHET thematisierten Problematiken/Aspekte sehen Sie für sich persönlich als besondere Herausforderung? Wie könnten Sie sich, im Uni-Kontext oder auch darüber hinaus, auf diese Herausforderungen vorbereiten?

Ich denke, dass der spätere Alltag im Lehrberuf von Herausforderungen und schwierigen Aufgaben geprägt sein wird. Mit Menschen zu arbeiten bedeutet immer auch mit Individuen zu arbeiten, hierbei liegt die Herausforderung oder Chance der Lehrkräfte individuelle Bedürfnisse zu erkennen und auch auf diese einzugehen. Als Lehrkraft nimmt man für einen gewissen Zeitraum eine mal mehr oder weniger große Rolle im Leben der Schülerinnen und Schüler ein. Somit hat man die Chance die Schülerinnen und Schüler (hoffentlich) positiv zu prägen um sie als gestärkte Individuen aus der Schule zu entlassen. Hierbei den Lehrplan, SchülerInnen und Elternvorstellung, sowie die gerechte Förder- und Forderung der Schülerinnen und Schüler gleichermaßen in dem gegebenen zeitlichen Rahmen gerecht zu werden erfordert ein hohes Maß an Organisation und Selbstdisziplin.

Im späteren Berufsalltag werde ich mich als angehende Lehrkraft stetig mit Heterogenität, und Diversität auseinandersetzten. Es ist davon auszugehen, dass gerade die Heterogenität der Klassengemeinschaften bis zu meinem Berufseinstieg in ein paar Jahren weiter zunimmt.  Bisher ist es für mich schwierig die gelernten theoretischen Erkenntnisse im praktischen anzuwenden. Hier bietet das Orientierungspraktikum zum Anfang eine gute Möglichkeit zu aus der beobachtenden Position unterschiedliche Situation mitzuerleben und theoretisch auszuarbeiten wie man sich selbst in diesen Situationen verhalten hätte.

Weiter sollte, sowohl jetzt, als auch im späteren Lehrberuf, stetiges „weiterlernen“ und die Reflexion der eigenen Einstellung Grundlage der eigenen Motivation sein.

Die Stärkung des Selbstbewusstseins und des eigenen Auftretens ist ein weiterer wichtiger Punkt um im späteren Lehrberuf autoritär und mit der nötigen Durchsetzungskraft auftreten zu können. 

Ein Nebenjob, bei welchem ein stetiger Kontakt mit Menschen gegeben ist, bietet eine gute Möglichkeit zu lernen sich mit kritischen Situationen und Stress auseinander zu setzen. Weiter ist aber auch das kennenlernen der eigenen Grenzen und der Belastbarkeit ein wichtiger Bestandteil des Professionalisierungsprozesses.  

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