{"id":22,"date":"2020-08-27T15:55:51","date_gmt":"2020-08-27T13:55:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bastiansblog1\/?p=22"},"modified":"2020-08-27T15:56:27","modified_gmt":"2020-08-27T13:56:27","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bastiansblog1\/2020\/08\/27\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p>RV14- Abschlussreflexion<br \/>\n1. Die Ringvorlesung Umgang mit Heterogenit\u00e4t hat mir die zentrale Erkenntnis gebracht, dass Differenz und Heterogenit\u00e4t als soziale Konstruktionen zu sehen sind. Diese Erkenntnis ist meiner Ansicht nach so wichtig, da Differenz, zum einen Menschen gemacht ist und im Auge des Betrachters liegt. Diese Erkenntnis l\u00e4sst zu, dass eigene handeln und Kategorisieren im Unterricht besser reflektieren zu k\u00f6nnen und er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit Erkenntnisse \u00fcber die eigenen Verhaltensweisen zu gewinnen (Rose und Gerkmann, 2015, Differenzierung unter Sch\u00fcler*innen im reformierten Sekundarschulunterricht- oder: warum wir vorwiegend \u201eLeistung\u201c beobachten, wenn wir nach \u201aDifferenz\u2018 fragen). Ein weiterer zentraler Aspekt ist f\u00fcr mich, dass das ganze schulische System von Grund auf nicht heterogen ist. Das ganze System muss also eigentlich inklusiv und heterogen sein, um eine gesellschaftliche Ver\u00e4nderung bewirken zu k\u00f6nnen (siehe Kanada).<br \/>\nMeiner Erkenntnis nach sollte das Endziel, das Abschaffen einer gesellschaftlichen \u201eNorm\u201c und Einf\u00fchrung von Multikulturalismus als Normalit\u00e4t, besonders in Schule sein. Dieses Wissen l\u00e4sst sich auch auf meine F\u00e4cher Deutsch und Inklusive P\u00e4dagogik anwenden. In der Praxis finden n\u00e4mlich automatisch Differenzierungen statt, zum Beispiel bei den Lesekompetenzen der Sch\u00fcler*innen. Hierbei werden meiner Erfahrung nach Sch\u00fcler*innen schnell in Leistungsst\u00e4rkere und Leistungsschw\u00e4chere Gruppen eingeteilt, anstatt die Sch\u00fcler*innen dort abzuholen, wo sie aktuell stehen. Erg\u00e4nzend l\u00e4sst sich an diesem Punkt, auf die sechs Dilemmata nach Greiner (2019) eingehen. Etwas spezifischer, auf das Kategorisierungsdilemma sowie auf das Differenzierungsdilemma, welche genau diese eben erw\u00e4hnten Probleme beschreiben. Diese Differenzierungen sowie Kategorisierungen finden im Unterricht statt, da Menschen den Drang haben zu ordnen und meistens ganz automatisch kategorisieren.<br \/>\nAn dieser Stelle, hat das Seminar mir mitgegeben achtsam zu sein und im Deutschunterricht auf genau solche geschilderten Mechanismen zu achten sowie auch in meinem eigenen Handeln auf solche Kategorisierungsmechanismen zu achten.<br \/>\nEine weitere wichtige Erkenntnis lieferte mir die Vorlesung von Barbara Rivoro, in welcher die Stereotypfalle thematisiert wurde. Diese spielt zum Beispiel im Hinblick auf Literatur im Deutschunterricht eine gro\u00dfe Rolle, da in vielen \u00e4lteren deutschen Geschichten, Stereotypen zu finden sind, welche thematisiert und in der Klasse aufgekl\u00e4rt werden m\u00fcssen, bevor sie f\u00e4lschlicherweise \u00fcbernommen werden (Prof. Dr. Yasemin Karaka\u015fo\u011flu Folie 14). Des Weiteren ist es vor allem in Deutschunterricht wichtig auf Heterogenit\u00e4t im Klassenraum hinzuweisen und nicht nur die \u201edeutsche Kultur\u201c zu vermitteln, sondern multikulturell aufgestellt zu sein, um ein m\u00f6glichst breitgef\u00e4chertes und realistisches Weltbild vermitteln zu k\u00f6nnen. (Bezug auf Barbara Rivoro: Sind andere Gesellschaften und Kulturen plausible Lerngegenst\u00e4nde im Fremdsprachenunterricht?)<br \/>\nWeitere fachdidaktische Aspekte lassen sich auch auf den Mathematikunterricht anwenden.<br \/>\nIm Mathematikunterricht lassen sich oftmals gro\u00dfe Leistungsunterschiede feststellen bzw. ein unterschiedlicher Leistungsstand vorfinden.<br \/>\nIn einem solchen Fall sollte die Heterogenit\u00e4t der Klasse akzeptiert und auf den individuellen stand des Einzelnen eingegangen werden. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass mathematische Kompetenzen auf verschiedenen wegen erworben werden k\u00f6nnen, als Beispiel das Fingerrechnen.<br \/>\n(Bezug auf Vorlesung von Prof.Dr.Christine Knipping: Mathematische Leistungsunterschiede &#8211; empirische Befunde und Konsequenzen f\u00fcr den Mathematikunterricht).<br \/>\nDer Unterricht muss so gestaltet werden, dass keine Sch\u00fcler*innen auf der Strecke bleiben oder von den Leistungsst\u00e4rkeren Sch\u00fcler*innen separiert unterrichtet werden. Der weg mathematische Kompetenzen zu vermitteln muss didaktisch individuell auf das Kind angepasst werden und darf nicht generalisiert geschehen.<\/p>\n<p>2.W\u00e4hrend meiner eigenen Schulzeit war die Stationsarbeit an meiner Schule ein h\u00e4ufig und gerne genutztes Mittel. Diese Art des Lernens l\u00e4sst auch Leistungsschw\u00e4cheren Sch\u00fcler*innen die M\u00f6glichkeit an den selben Materialien zu arbeiten, jedoch richtig aufgearbeitete Materialien in Bezug auf sprachliche Gestaltung gab es kaum.<br \/>\nViele Lehrer*innen sind meiner Ansicht nach schnell \u00fcberfordert mit Heterogenit\u00e4t.<br \/>\nLeistungsschw\u00e4chere Sch\u00fcler*innen oder anderweitig auffallende Sch\u00fcler*innen werden schnell in Schubladen gesteckt und kommen da auch schwer wieder raus. Dies nimmt den Sch\u00fcler*innen schnell die M\u00f6glichkeit sich normal weiterentwickeln.<br \/>\nWas in meiner Schulzeit auffallend gut gelang war die Besch\u00e4ftigung mit anderen Kulturen und Gesellschaften. Es wurde sich vor allem in F\u00e4chern wie Religion und Philosophie viel mit anderen Kulturen, Arten zu denken und Religionen auseinandergesetzt, genauso wie mit herrschenden Stereotypen. Trotz allem wurden Abweichungen der geltenden \u201eNorm\u201c als St\u00f6rfaktor wahrgenommen und viele Lehrer*innen versuchten die Klasse so homogen wie m\u00f6glich zu machen (RV01, Prof. Dr. Yasemin Karaka\u015fo\u011flu).<br \/>\nFerner fand im Matheunterricht keine R\u00fccksichtnahme auf verschiedene Leistungsst\u00e4nde u. oder Wissensst\u00e4nde statt. Es gab keine besondere Art des Umgangs mit heterogenen Lerngruppen, Sch\u00fcler*innen die aus dem erwarteten Leistungsniveau herausfielen, blieben auf der Strecke..<br \/>\nDies hat meine Schulzeit sehr gepr\u00e4gt, da bei dieser Art des Unterrichtens schnell eine \u00dcberforderungssituation entstehen kann, welche sich schnell auch demotivierend auswirkt.<br \/>\nEin weiterer Punkt, der sich durch meine ganze Schullaufbahn gezogen hat, war die Noten Vergabe, welche eigentlich prinzipiell gegen das Konzept von Heterogenit\u00e4t spricht, da keine R\u00fccksicht auf den Individualit\u00e4t der Sch\u00fcler*innen und die individuelle Verbesserung der Sch\u00fcler*innen genommen wird.<\/p>\n<p>3. Bez\u00fcglich der Vorlesung RV011 w\u00fcrde mich folgende Fragestellung vertiefend interessieren: Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein?<br \/>\nDiese erziehungswissenschaftliche Fragestellung interessiert mich pers\u00f6nlich besonders, da sie meiner Meinung nach ein zentrales Problem im Bereich Schule widerspiegelt und abbildet. Vor allem durch die vermehrte Migration von Fl\u00fcchtlingen nach Deutschland ist die Mehrsprachigkeit vermehrt an deutschen Schulen anzutreffen. Viele Lehrer*innen sind denke ich kaum auf einen sprachsensiblen Unterricht, mit Einbezug der Mehrsprachigkeit vorbereitet und eingestellt. Dies f\u00fchrt schnell dazu, dass mehrsprachige Sch\u00fcler*innen einen Nachteil haben.<br \/>\nEin weiteres Thema, \u00fcber welches ich gerne mehr erfahren w\u00fcrde, ist folgendes: \u201e\u00fcber J\u00fcdisches Leben reden &#8211; kein Tabu? Zum Umgang mit Antisemitismus in Bildungsinstitutionen\u201c<br \/>\nDiese Fragestellung interessiert mich, da ich selbst multikulturell aufgewaschen bin und mir aufgefallen ist, dass viele andere Kulturen und Religionen das Judentum\/ Juden\/ J\u00fcdinnen ablehnen und verachten. Meiner Ansicht nach ist der Hass auf das Judentum ein langes schon existierendes Problem auf der Welt, dem in jedem Fall ein Riegel vorgeschoben werden muss. Inwieweit jedoch dieser Antisemitismus in Bildungsinstitutionen vorhanden ist und wie dem entgegenwirkt werden kann stellt meiner Ansicht nach ein sehr wichtiges Thema dar. Wie soll in Bildungsinstitutionen mit Antisemitismus umgegangen werden und wie sollte die Aufkl\u00e4rung stattfinden?. Solche fragen ,sowie viele weitere w\u00fcrden mich bez\u00fcglich dieser Thematik sehr interessieren. Des Weiteren w\u00fcrden mich bez\u00fcglich der genannten Themen, genaue Praktische Tipps, sowie Erfahrungsberichte interessieren wie mit solchen erziehungswissenschaftlichen Problemen umgegangen werden kann, um dies vielleicht sp\u00e4ter selbst besser machen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nEine eigene Frage, die im laufe dieses Seminars aufgetaucht ist lautet: Wie kann ich als Lehrer*innen die Mehrsprachigkeit meiner Sch\u00fcler*innen konkret miteinbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten?<br \/>\nDiese Fragestellung erscheint mir so wichtig zu sein, da sie meiner Meinung nach eine zentrale Herausforderung im Deutschunterricht darstellt und ihre Beantwortung f\u00fcr mich somit von gr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit w\u00e4re, besonders f\u00fcr meinen sp\u00e4teren Beruf des Lehrers.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>RV14- Abschlussreflexion 1. 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