{"id":1,"date":"2020-04-17T14:05:50","date_gmt":"2020-04-17T12:05:50","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bastiansblog1\/?p=1"},"modified":"2020-05-14T11:55:17","modified_gmt":"2020-05-14T09:55:17","slug":"hallo-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bastiansblog1\/2020\/04\/17\/hallo-welt\/","title":{"rendered":"Differenz und Praktiken zur Differenzierung"},"content":{"rendered":"<p>1. Wie begr\u00fcnden die Autor*innen, dass sie nicht \u00b4Differenz\u00b4 sondern \u00b4Praktiken der Differenzierung` untersuchen wollen? K\u00f6nnen Sie hier auch Bez\u00fcge zur Einf\u00fchrungsvorlesung \u00fcber \u201eHeterogenit\u00e4t\u201c herstellen?<\/p>\n<p>Die Autor*innen legen dar, Praktiken zur Differenzierung zu untersuchen und nicht Differenz, da sie der Ansicht sind, dass Differenz nicht einfach vorliegt und nur entdeckt werden muss, sondern gemacht wird. Ferner wird Differenz laut den Autor*innen in sozialen Praktiken vollzogen und w\u00fcrde ohne solche gar nicht zustande kommen. Praktiken der Differenzierung sind also elementar um das Problem der Differenz verstehen und angehen zu k\u00f6nnen. Desweiteren vertreten die Autor*innen die Meinung, dass Differenz bereits eine Diagnose aus Sicht des Beobachtenden ist und das Problem im Kern nicht beschreibt. Daraus l\u00e4sst sich schlie\u00dfen, dass Differenz genauso wie Heterogenit\u00e4t eine soziale Konstruktion ist und auch hier von einer Normalit\u00e4tserwartung ausgegangen wird. Wichtiger zu erw\u00e4hnen ist au\u00dferdem, dass genauso wie bei der Heterogenit\u00e4t auch bei Differenz von einer impliziten \u00a0&#8218;Norm&#8216; ausgegangen wird bzw. von der Abweichung einer &#8218;Norm&#8216;. Differenz wird also auch nur als solche bezeichnet und wahrgenommen, wenn sie der individuellen &#8218;Norm&#8216; nicht entspricht.<\/p>\n<p>2. Die Studie befasst sich mit individualisiertem Unterricht in der Sekundarschule und analysiert Kommunikationsprozesse zwischen Sch\u00fcler*innen in der Gruppenarbeit im Projektunterricht. Inwiefern spiegelt sich in diesen Prozessen die \u201esoziale Konstruktion von Leistungen\u201c wieder? Anders gefragt: Wie stellen die Sch\u00fcler*innen leistungsbezogene Differenz her?<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler*innen stellen leistungsbezogene Differenz zum Beispiel durch eine Hierarchisierung des Arbeitsprozesses her. In den dargestellten Gruppenarbeiten haben immer 1-2 Personen die &#8218;F\u00fchrung &#8218; \u00fcbernommen und den Arbeitsprozess strukturiert und dominiert. Vor allem die Gruppe um Alina und Mia wurde von den beiden Freundinnen stark dominiert. Folgende Szene in der Alina die Arbeitsprozesse zuweist, zeigt eine klare \u00a0leistungsbezogene Hierarchisierung innerhalb der Gruppe: \u201e&#8230;jeder liest einen Abschnitt und&#8230;\u201c, sie l\u00e4chelt, schaut Hatif an und sagt eindringlich \u201e&#8230;jeder h\u00f6rt zu\u201c. Hatif l\u00e4chelt, sagt aber nichts. In dieser Szene stellt Alina eine leistungsbezogene Differenz her, indem sie das Zuh\u00f6ren nur zu Haitif sagt und nicht auch zu Leon oder ihrer Freundin. In der anderen Gruppenarbeit hat ausschlie\u00dflich eine Sch\u00fclerin den Arbeitsprozess in die Hand genommen und jegliches Material vor sich versammelt. Caro vermittelt den Eindruck, \u00a0es w\u00e4re besser sie einfach machen zu lassen, da sie leistungsbezogen differenziert und sich ihren Mitsch\u00fclern \u00fcberlegen f\u00fchlt. Ferner finden Differenzierungen durch spielerische Disziplinierungen statt, wodurch &#8218; die guten Sch\u00fcler*innen&#8216; die &#8217;schlechten&#8216; zur Ordnung rufen.<\/p>\n<p>3. Erl\u00e4utern Sie, inwiefern sich die von Rose und Gerkmann festgehaltenen Beobachtungen von schultypischen Differenzierungen (nicht nur bezogen auf Leistung) innerhalb von Gruppenarbeiten mit Ihren eigenen Erfahrungen decken. Diskutieren Sie Ihre eigenen Erfahrungen vor dem Hintergrund des Textes!<\/p>\n<p>Meiner Erfahrung nach wird im schulischen Bereich auf jeden Fall differenziert und hierarchisiert, unter anderem im Notensystem. Noten geben eine klare Auskunft \u00fcber Leistungsst\u00e4rke und Leistungsschw\u00e4che. Eine Einordnung jedes Sch\u00fclers in dieses System stellt eine Differenzierung dar. Meiner Erfahrung nach haben oft die, laut den Noten, leistungsst\u00e4rkeren Sch\u00fcler*innen die Gruppenarbeiten in die Hand genommen und dirigiert, genauso wie es auch in den Textbeispielen der Fall war. Diese Einordnungen in Leistungssysteme durch die Schule(Noten) f\u00fchrt zu einer \u00a0Bewertung der Sch\u00fcler*innen in einer Gruppenarbeit untereinander und zu einer Kategorisierung in leistungsstark und leistungsschwach. Ein weiterer Punkt, der sich meiner Ansicht nach auch in der Realit\u00e4t best\u00e4tigt, ist der gro\u00dfe Einfluss von Sympathie und Antipathie in einer Gruppenarbeit. Meiner Auffassung nach stellt dies jedoch nichts triviales dar. Abschlie\u00dfend l\u00e4sst sich sagen, dass die Beobachtungen von Rose und Gerkmann mit meinen Erfahrungen von Gruppenarbeiten im gro\u00dfen und ganzen \u00fcbereinstimmen. Alle gezeigten Szenarien sind mir nicht fremd und schon im Schulalltag begegnet, jedoch muss ich an dieser Stelle auch erw\u00e4hnen, dass ich auch Gruppenarbeiten erlebt habe in denen nicht kategorisiert wurde, sondern alle gleichberechtigt den Arbeitsauftrag behandelt und diskutiert haben, ohne &#8218;Anf\u00fchrer&#8216; oder Differenzierungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Wie begr\u00fcnden die Autor*innen, dass sie nicht \u00b4Differenz\u00b4 sondern \u00b4Praktiken der Differenzierung` untersuchen wollen? K\u00f6nnen Sie hier auch Bez\u00fcge zur Einf\u00fchrungsvorlesung \u00fcber \u201eHeterogenit\u00e4t\u201c herstellen? Die Autor*innen legen dar, Praktiken zur Differenzierung zu untersuchen und nicht Differenz, da sie der Ansicht sind, dass Differenz nicht einfach vorliegt und nur entdeckt werden muss, sondern gemacht wird. 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