{"id":26,"date":"2019-05-06T01:19:41","date_gmt":"2019-05-05T23:19:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/ayshan\/?p=26"},"modified":"2019-05-06T01:19:41","modified_gmt":"2019-05-05T23:19:41","slug":"individualisierung-von-unterricht-als-schulpaedagogische-antwort-auf-leistungsheterogenitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/ayshan\/2019\/05\/06\/individualisierung-von-unterricht-als-schulpaedagogische-antwort-auf-leistungsheterogenitaet\/","title":{"rendered":"Individualisierung von Unterricht als schulp\u00e4dagogische Antwort auf Leistungsheterogenit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>6. Mai 2019<\/p>\n<ol>\n<li>Fassen Sie die f\u00fcr Sie wichtigsten Einsichten, die Ihnen diese<br \/>\nPerspektive er\u00f6ffnet hat, zusammen.<\/li>\n<li>Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach eine solche \u2013 auch<br \/>\nkritische Sichtweise \u2013 auf die mit Individualisierung verbundenen<br \/>\nHerausforderungen und Probleme f\u00fcr die Reflexion des Umgangs mit<br \/>\nLeistungs-Heterogenit\u00e4t im Unterricht?<\/li>\n<li>Welche Fragestellungen k\u00f6nnten aus einer solchen Sicht in der Beobachtung von Unterricht in Praktika entwickelt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Antwort:<\/p>\n<ol>\n<li>Auf dem ersten Blick scheint die Variante des Individualisierten Unterrichts eine gute Alternative zum Unterricht als Klassengespr\u00e4ch darzustellen, da hier auf die verschiedenen Bed\u00fcrfnisse und F\u00e4higkeiten der einzelnen Sch\u00fclerInnen eingegangen werden kann. Wenn man n\u00e4her hinsieht k\u00f6nnen jedoch schnell verschiedene Problemstellen gefunden werden. Besonders hervorgestochen hat f\u00fcr mich die erh\u00f6hte Arbeitsleistung f\u00fcr die Lehrenden, da diese erstmals eine gr\u00fcndliche und tiefengehende Einsicht in das Vorwissen und die schulischen Kompetenzen der Sch\u00fclerInnen besitzen muss, und f\u00fcr diese auch einen ausf\u00fchrlichen Lehrplan entwickeln muss. Individualisierung auf Lehrpersonenebene ist also schon allein aufgrund der sich erh\u00f6henden Anforderungen auf die Lehrenden und des bereits existierenden Mangels an qualifizierten Lehrpersonal nur auf kleiner Skala umzusetzen.<\/li>\n<li>Damit die SuS von dem individualisierten Unterricht profitieren, m\u00fcssen zun\u00e4chst einige Vorkehrungen getroffen werden. Nicht nur die individuelle Anpassung der Aufgaben und des Zeitfensters zur Bearbeitung dieser muss erfolgen, sondern auch beispielsweise der Einsatz mehrerer Lehrkr\u00e4fte, die insbesondere auf SuS mit einer Leistungsschw\u00e4che eingehen k\u00f6nnen. Die individualisierte Unterrichtsform, von einer einzelnen Lehrkraft ausgehend, erweist sich als jedoch als Herausforderung, da diese Lehrkraft sich auf verschiedene parallele Prozesse konzentrieren muss. Das Beispiel mit Tarkan zeigt deutlich, dass die Lehrerin sich zu sehr auf Tarkan fixiert, in dem sie an einem Einzeltisch versucht, ihn individuell zu f\u00f6rdern. Diese r\u00e4umliche Trennung von seinen Mitsch\u00fcler*Innen f\u00fchrt bereits zu einer sozialen, internen Ausgrenzung. Der zus\u00e4tzliche Tatbestand, dass die Lehrerin sich intensiv mit Tarkan besch\u00e4ftigt, l\u00e4sst ihn gegen\u00fcber den anderen Kindern als \u201eSonderfall\u201c da stehen. Dieses Beispiel hat also gezeigt, dass eine besondere Behandlung und individuelle F\u00f6rderung zu einer klassen-internen Ausgrenzung f\u00fchren kann.<\/li>\n<li>Wie wird mit der Leistungsheterogenit\u00e4t im Unterricht umgegangen?<br \/>\nWird der Unterricht auf Grund von Leistungs-Heterogenit\u00e4t mit differenzierten Aufgaben gestaltet?<br \/>\nWie reagieren die Lehrkr\u00e4fte, aber auch die Sch\u00fcler*innen darauf?<br \/>\nWelche Leistungen liefert die jeweilige Schulform?<br \/>\nSind Probleme erkannt worden und gibt es schon L\u00f6sungsans\u00e4tze?<br \/>\nSollte homogenisiertes Lernen der individualisierten Unterrichtsform vorgezogen werden, um Ausgrenzung zu vermeiden?<br \/>\nIst eher die Verbesserung der Leistungsdefizite sinnvoll, oder doch die F\u00f6rderung der individuellen St\u00e4rken?<br \/>\nKann man individualisierten Unterricht anwenden, ohne die Sch\u00fcler zu kategorisieren (beispielsweise zwischen \u201eLeistungsstarke\u201c und \u201eLeistungsschwache\u201c)?<br \/>\nGibt es eine deutliche Unterscheidung zwischen den Leistungsstarken und den Leistungsschwachen?<br \/>\nZu welchem Extent geht der Dozent auf die einzelnen Sch\u00fclerInnen ein?<br \/>\nWird auf der Unterrichtsebene bzw der Lehrpersonenebene distinguiert?<br \/>\nWie reagieren die verschiedenen Sch\u00fclerInnen auf den Unterrichtsmaterialien, -methoden, -prozesse?<br \/>\nWie ist die zu observierende Atmosph\u00e4re zwischen der Lehrperson und den Sch\u00fclerInnen? Werden bestimmte Gruppen bzw Einzelpersonen bevorzugt?<br \/>\nWie ist die zu observierende Atmosph\u00e4re zwischen den Sch\u00fclerInnen? Werden bestimmte Gruppen bzw Einzelpersonen ausgegrenzt?<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6. Mai 2019 Fassen Sie die f\u00fcr Sie wichtigsten Einsichten, die Ihnen diese Perspektive er\u00f6ffnet hat, zusammen. Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach eine solche \u2013 auch kritische Sichtweise \u2013 auf die mit Individualisierung verbundenen Herausforderungen und Probleme f\u00fcr die Reflexion des Umgangs mit Leistungs-Heterogenit\u00e4t im Unterricht? 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