Autor: Peter

Die Ausbildung im Labor – als Biologielaborantin

Wenn mich Menschen fragen „Und was machst du so beruflich?“ und ich antworte „Ich arbeite im Labor“, sehe ich meist ein fragendes Gesicht vor mir. Wie der Alltag im Labor aussieht ist oft für viele nicht vorstellbar. Mir selbst war dies am Anfang meiner Ausbildung ehrlich gesagt auch noch nicht ganz klar. Nun bin ich allerdings schon im dritten Lehrjahr und kann mittlerweile einiges berichten.

An der Universität Bremen arbeiten wir in verschiedenen Forschungsgruppen mit, welche alle an unterschiedlichen Themen interessiert sind. Dies macht die Ausbildung meiner Meinung nach sehr abwechslungsreich! Mal wird in der Zellkultur gearbeitet, mal in der Mikrobiologie, dann in der Meeresbiologie und mal arbeitet man molekulargenetisch. Jede Forschungsgruppe bringt wieder etwas ganz neues mit sich, sowohl an Methoden als auch an thematischen Hintergründen. Was ich dabei besonders schön finde, ist dass man in den Gruppen wirklich in die Forschung integriert wird und als Auszubildende somit auch einen Teil dazu beitragen kann.

Aber wie sieht nun die Arbeit als Laborantin eigentlich aus? Ehrlich gesagt ist bei mir jeder Tag unterschiedlich. In meiner letzten Arbeitsgruppe habe ich mich hauptsächlich mit der Klonierung von Pflanzengenen beschäftigt. Dabei hatte ich mit vielerlei Methoden zu tun. Ich habe z.B. DNA mittels PCR vervielfältigt, DNA analysiert, DNA-Fragmente miteinander verbunden oder fremde DNA in Pflanzen eingeschleust. Aber auch mit Bakterien und Pflanzen habe ich in dem Zusammenhang gearbeitet. Dabei bekommen wir Azubis natürlich auch immer Unterstützung. Meistens arbeitet man mit bzw. für eine andere Person, welche z.B. gerade an ihrer Doktorarbeit schreibt.

Gelegentlich sind wir aber auch im Ausbildungslabor. Hier haben wir im Laufe der Jahre unterschiedliche Praktika, welche uns grundlegende Methoden vermitteln. Dadurch sind alle Azubis, trotz verschiedenster Erfahrungen in den Arbeitsgruppen, auf demselben Wissensstand. Wenn wir uns bei einem Versuch bzw. bei einer Methode noch unsicher fühlen, haben wir immer die Möglichkeit uns mit unseren Ausbildern zusammenzusetzen. Dann können wir theoretisch sowie praktisch alles wiederholen.

Am Ende der Ausbildung wird durch die große Vielfalt an der Universität Bremen ein guter Grundstein für die weitere berufliche Laufbahn gelegt, da die Ausbildung thematisch als auch praktisch breit aufgestellt ist, was sehr von Vorteil sein kann.

04.09.2020 Luise Brandt (3. Lehrjahr als Biologielaborantin)

 

 

Laborantin auf hoher See – Eine Forschungsreise von Gran Canaria bis Kanada

Mein Name ist Malinn und ich bin im dritten Lehrjahr der Ausbildung zur Biologielaborantin. In diesem Blogeintrag möchte ich über meine Fahrt auf dem Forschungsschiff Maria S. Merian berichten. Los ging es am 14. Mai mit dem Flug von Bremen über Amsterdam nach Las Palmas. In Las Palmas hatten wir sehr angenehmes Wetter und ein nettes Hotel. Tagsüber haben wir Container aus- und umgeräumt sowie die Labore aufgebaut. Abends konnten wir gemeinsam lokale Spezialitäten der Kanaren genießen. Drei Tage später ging es dann los auf große Fahrt. An das Geschaukel musste ich mich zunächst ganz schön gewöhnen, aber nach ein paar Tagen hatte man die Seekrankheit schon vergessen. Insgesamt hatten wir sehr viel Glück mit dem Wetter und die See war milde gestimmt.

Meine Aufgabe an Bord war es, Sauerstoffproben nach der Winklermethode zu titrieren, also mit Hilfe einer bekannten Maßlösung den Sauerstoffgehalt zu bestimmen. Dies dient der Verifizierung der während eines Tiefenprofils aufgenommen Sauerstoffwerte. Zwischendurch konnte ich meinen Kollegen bei verschiedenen Aufgaben zur Seite stehen. Dabei habe viele interessante Fakten über Messgeräte und Abläufe sammeln können. Bei der Reinigung oder Vorbereitung von Geräten, Verankerungsarbeiten und etlichen Containerumräumaktionen konnte ich zur Hand gehen. Außerdem musste immer darauf geachtet werden, dass alles vernünftig gelascht und gesichert ist, damit es bei stärkerem Wellengang nicht zu Schäden an Gegenständen oder gar Menschen kommt. Einige Male standen wir gemeinsam auf der Brücke, um Ausschau nach den auftauchenden Messgeräten zu halten die auf vorherigen Fahrten verankert wurden. Wenn sie entdeckt wurden, ging jedes Mal eine Welle der Erleichterung durch die Reihen.

Ab dem ersten Tag fühlte es sich an, als wäre man nie woanders gewesen und würde alle Mitfahrer schon ewig kennen. Sowohl die Crew als auch alle Wissenschaftler waren äußerst hilfsbereit, wenn man mal nicht weiter wusste. Außerdem waren alle jederzeit für lustige Sprüche zu haben. Zudem war das Essen abwechslungsreich und sehr lecker. Die Massen an Essen konnten wir bei unserer 30-Tage-Sport-Challenge jedoch ganz gut wieder abtrainieren. Am 15. Juni sind wir in St. Johns in Neufundland angekommen und konnten dort noch einen Tag kanadische Luft atmen und die Stadt erkunden.

Ich bin sehr froh, dass ich diese tolle Chance bekommen habe, denn wir haben doch bestimmt schon alle mal davon geträumt, auf einem richtigen Forschungsschiff mitzufahren.

 

Exkursion des Ausbildungszentrums für Laboranten

Vom 22.10.2018 bis zum 24.10.2018 hatten die Auszubildenden und die Ausbilder des Ausbildungszentrums für Laboranten der Universität Bremen eine Exkursion ins Ruhrgebiet.

Der erste Tag begann mit der Anfahrt zur Jugendherberge in Haltern am See.

Das erste Exkursionsziel war am Nachmittag der „Landschaftspark Duisburg Nord“, eine ehemalige Eisenhütte mit einer zweistündigen Führung über das Gelände.

Am zweiten Tag standen eine Besichtigung der chemischen Produktionsanlagen sowie ein Treffen mit Ausbildern und Auszubildenden bei Evonik im Industriepark Marl auf dem Programm.

Am dritten Tag führte uns die Exkursion zur Bayer AG nach Bergkamen. Dort besichtigten wir die biotechnologischen Produktionsanlagen. Anschließend gab es einen Erfahrungsaustausch mit Ausbildern und Auszubildenden.

Die Exkursion war für alle eine tolle Erfahrung und eine riesen Spaß.

Landschaftspark Duisburg Nord

Werksbesichtigung bei Evonik

Expedition von Cadiz nach St. John’s mit der Maria S. Merian – Von Nico Binnemann

Hey, ich bin Nico und befinde mich derzeit im dritten Ausbildungsjahr zum Biologielaboranten an der Universität Bremen. Durch eine  Kooperation zwischen den Umweltphysikern des Fachbereichs 1 und dem Ausbildungszentrum für Laboranten im Fachbereich 2, hatte ich die Möglichkeit vom 06.04.2018 bis zum 22.05.2018  mit auf das Forschungsschiff Maria S. Merian zu gehen.  Hierbei handelt es sich um eine Forschungsfahrt, welche sich Jährlich wiederholt und uns entlang des 47° Breitengrad führt. Zusätzlich wird alle zwei Jahre auch die Labradorsee befahren. Ein Hauptziel der Fahrt ist die Erfassung der Stärke und Variabilität des subpolaren Wirbels, sowie weitere Untersuchungen zur Ausbreitung des Labradorseewassers und des östlichen Randstroms. Zusätzlich werden insbesondere im Grönlandrandstrom anhand von atmosphärischen Isotopen Schmelzwasseranteile und  –verbreitung ermittelt.

Los ging es in Cadíz, einer sehr charmanten Hafenstadt im Süden Spaniens, wo das Schiff schon im Hafen auf uns wartete. Wir hatten nach unserer Ankunft zwei Tage Zeit, alles Mögliche an Equipment aus den Containern rauszuholen, in die dafür vorgesehenen Labore zubringen und es dort dann auch gut gesichert zu verstauen. Am letzten Nachmittag konnten wir nochmal das Festland genießen und Cadíz  etwas entdecken. Am Freitag, dem 06.04.2018, verließen wir den Hafen von Cadíz, um uns in Richtung Norden zu bewegen. Die Aufgabe der ersten Tage ohne Messstation war, alle Arbeitsplätze und Messgeräte für die ersten Teststationen vorzubereiten. Nach drei Tagen hatten wir die ersten Teststationen erreicht und nach fünf Tagen hatten wir dann den 47° Breitengrad erreicht.

Bei meiner Hauptfunktion auf dem Schiff handelte es sich um die Bestimmung des Sauerstoffgehalts der von uns genommenen Wasserproben. Dazu nutzte ich eine indirekte Titration, genauer gesagt eine iodometrische Titration. Dabei misst man die Menge an Iod, welches nach einer Reihe an Reaktionen mit dem Sauerstoff entsteht. Anhand der verbrauchten Titerlösung und dem Reaktionsverhältnis lässt sich die Sauerstoffkonzentration feststellen. Diese Messwerte dienen dann als Referenzwerte für die von der CTD gemessenen Sauerstoffwerte. Die CTD ist ein Messgerät, welches unterhalb der Wasserschöpfer montiert ist und zusätzlich zum Sauerstoffgehalt die Leitfähigkeit, den Druck und die Temperatur misst.  Somit können unter anderem Dichteprofile über die Wassersäule ermittelt werden. Durch die Tiefenmessung und das Altimeter kann der Probenschöpfer präzise meist bis zu 10 m an den Boden herangeführt werden, dabei ergaben sich maximale Tiefen um bis zu 5000 m. Die Schöpfer werden auf unterschiedlichen Druckniveaus geschlossen. Über die Leitfähigkeit erhält man Informationen über den Salzgehalt des Wassers der verschiedenen Meerestiefen und Strömungen, woraus unter anderem man auf den Ursprung der Strömung schließen kann.

Nachdem alle Messstationen abgeschlossen waren und die letzten Verankerungen ausgelegt wurden, fuhren wir in den Hafen von St. John´s ein, welches an der Ostküste Neufundlands liegt.

Besonderes Highlight der Fahrt war die Südküste Grönlands, der wir uns bei guter Sicht auf drei Meilen genähert hatten. In den Eisfeldern um Grönland herum stoßen wir zudem auf zahlreiche Eisberge, die bis zu 50 m hoch waren und wir in sicherer Distanz umfuhren.

Fotos: Nico Binnemann

 

Ein Tag als Chemielaborantin

Ich bin Rike und befinde mich momentan im 1. Lehrjahr zur Chemielaborantin an der Universität Bremen. In der Regel wechseln wir alle 3-6 Monate die Arbeitsgruppe um möglichst viele Themenbereiche kennenzulernen. Zurzeit befinde ich mich in der AG Diekmann, die sich unter anderem mit:

  • Langzeit-Veränderungen der Wald- und Grünland-Vegetation
  • Pflanzliche Biodiversität und ihre Variation entlang von Umweltgradienten
  • Ökologische Bedeutung von Art-Reaktionskurven
  • Wiedereinbürgerung von Pflanzenarten

beschäftigen.

Das klingt auf den ersten Blick sehr biologisch, jedoch beinhalten die Tätigkeiten einige chemische Laboruntersuchungen. Unter Anderem müssen Böden auf pH-Wert, bestimmte Elemente bzw. Nährstoffe untersucht werden. Dafür werden aus den Bodenproben sogenannte Extrakte hergestellt.

Das Verb extrahieren bedeutet „herausziehen“ bzw. „entpacken“. Es beschreibt das Absondern eines bestimmten Teils eines Ganzen oder einer Mischung bzw. das Isolieren eines Elements aus einer chemischen Verbindung oder auch einem Gasgemisch.

Nun muss unter anderem gemessen werden, wieviel der gesuchten Nährstoffe in der Bodenprobe enthalten sind. Dies geschieht mithilfe einer AAS (Atomabsorptionsspektroskopie).

Ebenfalls muss der pH-Wert mit der pH-Elektrode gemessen werden.

Rike Norden

TALAB

Zum fünften Mal wurde am 30.08.16 der jährlich stattfindende „Tag der Ausbildung für Laborberufe“ kurz TALAB vom Ausbildungszentrum für Laboranten in Zusammenarbeit mit dem Laborfachlieferanten VWR im Fachbereich 2 durchgeführt.

Mehr als 200 Auszubildenden, Lehrer und Ausbilder aus Bremen, Bremerhaven und dem Großraum Oldenburg trafen sich zu Fachvorträgen und einer Fachausstellung.

http://www.uni-bremen.de/laboranten/talab.html

 

TALAB

TALAB