Hey, ich bin Nico und befinde mich derzeit im dritten Ausbildungsjahr zum Biologielaboranten an der Universität Bremen. Durch eine  Kooperation zwischen den Umweltphysikern des Fachbereichs 1 und dem Ausbildungszentrum für Laboranten im Fachbereich 2, hatte ich die Möglichkeit vom 06.04.2018 bis zum 22.05.2018  mit auf das Forschungsschiff Maria S. Merian zu gehen.  Hierbei handelt es sich um eine Forschungsfahrt, welche sich Jährlich wiederholt und uns entlang des 47° Breitengrad führt. Zusätzlich wird alle zwei Jahre auch die Labradorsee befahren. Ein Hauptziel der Fahrt ist die Erfassung der Stärke und Variabilität des subpolaren Wirbels, sowie weitere Untersuchungen zur Ausbreitung des Labradorseewassers und des östlichen Randstroms. Zusätzlich werden insbesondere im Grönlandrandstrom anhand von atmosphärischen Isotopen Schmelzwasseranteile und  –verbreitung ermittelt.

Los ging es in Cadíz, einer sehr charmanten Hafenstadt im Süden Spaniens, wo das Schiff schon im Hafen auf uns wartete. Wir hatten nach unserer Ankunft zwei Tage Zeit, alles Mögliche an Equipment aus den Containern rauszuholen, in die dafür vorgesehenen Labore zubringen und es dort dann auch gut gesichert zu verstauen. Am letzten Nachmittag konnten wir nochmal das Festland genießen und Cadíz  etwas entdecken. Am Freitag, dem 06.04.2018, verließen wir den Hafen von Cadíz, um uns in Richtung Norden zu bewegen. Die Aufgabe der ersten Tage ohne Messstation war, alle Arbeitsplätze und Messgeräte für die ersten Teststationen vorzubereiten. Nach drei Tagen hatten wir die ersten Teststationen erreicht und nach fünf Tagen hatten wir dann den 47° Breitengrad erreicht.

Bei meiner Hauptfunktion auf dem Schiff handelte es sich um die Bestimmung des Sauerstoffgehalts der von uns genommenen Wasserproben. Dazu nutzte ich eine indirekte Titration, genauer gesagt eine iodometrische Titration. Dabei misst man die Menge an Iod, welches nach einer Reihe an Reaktionen mit dem Sauerstoff entsteht. Anhand der verbrauchten Titerlösung und dem Reaktionsverhältnis lässt sich die Sauerstoffkonzentration feststellen. Diese Messwerte dienen dann als Referenzwerte für die von der CTD gemessenen Sauerstoffwerte. Die CTD ist ein Messgerät, welches unterhalb der Wasserschöpfer montiert ist und zusätzlich zum Sauerstoffgehalt die Leitfähigkeit, den Druck und die Temperatur misst.  Somit können unter anderem Dichteprofile über die Wassersäule ermittelt werden. Durch die Tiefenmessung und das Altimeter kann der Probenschöpfer präzise meist bis zu 10 m an den Boden herangeführt werden, dabei ergaben sich maximale Tiefen um bis zu 5000 m. Die Schöpfer werden auf unterschiedlichen Druckniveaus geschlossen. Über die Leitfähigkeit erhält man Informationen über den Salzgehalt des Wassers der verschiedenen Meerestiefen und Strömungen, woraus unter anderem man auf den Ursprung der Strömung schließen kann.

Nachdem alle Messstationen abgeschlossen waren und die letzten Verankerungen ausgelegt wurden, fuhren wir in den Hafen von St. John´s ein, welches an der Ostküste Neufundlands liegt.

Besonderes Highlight der Fahrt war die Südküste Grönlands, der wir uns bei guter Sicht auf drei Meilen genähert hatten. In den Eisfeldern um Grönland herum stoßen wir zudem auf zahlreiche Eisberge, die bis zu 50 m hoch waren und wir in sicherer Distanz umfuhren.

Fotos: Nico Binnemann