Wo gehobelt wird, da fallen Späne, und wo gelesen wird, da fallen Seiten. Damit die Bremer Studierenden trotzdem solide Bücher und keine zerfledderten Sammlungen loser Blätter nutzen können, nimmt sich das Team der bibliothekseigenen Buchbinderei, zu dem ich seit August 2017 gehöre, den zerlesenen Exemplaren an und zaubert aus ihnen mit Sorgfalt und Knowhow wieder fest eingebundenes Studienmaterial.

Was aus den Regalen Der SuUB aussortiert und zu uns in die Werkstatt befördert wird, sieht dann oftmals aus wie obiges Exemplar. Für eine Reparatur wird die ohnehin schon schadhafte Klebung zunächst völlig entfernt und der Buchblock aus einzelnen Seiten ringsherum beschnitten, um gerade Kanten und saubere Schnittflächen zu erhalten. Gleichzeitig werden Buchdeckel für Vorder- und Rückseite vorbereitet, die oben, unten und vorne etwas über den Block hinausragen um ihn im fertigen Einband vor Abstoßungen zu schützen.

Mit Hilfe einer speziellen Klemme werden sie Seiten am Rücken wieder verklebt und dort in mehreren Schritten mit einem durchlässigen Gewebe und strapazierfähigem Papier verstärkt, um Schäden durch intensive Nutzung in der Zukunft vorzubeugen.
Zu den bereitliegenden Buchdeckeln wird ein Rückenelement hinzugefügt, dass in seiner Breite der Dicke des Buchblockes entspricht – diese drei Teile werden nun auf widerstandsfähiges und gegen Schmutz beschichtetes Gewebe geklebt und darin eingeschlagen, wobei besonders am Falz, den „Scharnieren“ der Buchdeckel, besondere Bedacht gefordert ist, damit am Ende alles der Benutzung standhält und seinen Zweck erfüllt.
Sind beide Teile ausreichend getrocknet, können Inhalt und bezogene Decke zusammengefügt und verklebt werden. Außen werden noch Titelschilder aufgesetzt, die vielleicht vom Originaleinband noch zu retten waren, und einige Details nachgearbeitet, dann ist das Buch bereit, seinen Weg zurück ins Regal anzutreten.