Vorlesung am 16.05.2017 zur Heterogenitätsdimension Gender

1.Fokussierung des Vorlesungsthemas

Die Vorlesung am Dienstag, den 16.05 wurde von Herrn Fantini über die Genderthematik im Spannungsfeld gehalten. Durch sozialisationsbedingte Faktoren, die in der Gesellschaft verankert sind und weitergegeben werden, wird ein bestimmtes Bild eines der Geschlechter entworfen. Nicht nur ein geschlechtstypisches Inszenieren, sondern auch ein geschlechtsspezifisches Bewerten findet auch im Schulalltag statt. Bei den SuS entwickeln sich in Folge dessen bestimmte geschlechtsspezifische Bilder und Annahmen. Dadurch, dass der Anteil weiblicher Lehrkräfte insbesondere in Grundschulen noch sehr hoch ist, fällt es Jungen oftmals schwer, sich mit Problemen und anderen Anliegen an eine Frau zu wenden. Die in der Vorlesung vorgestellten O- Töne lassen erkennen, dass sich Jungen mehr männliche Lehrkräfte in den Schulen wünschen. Ein negatives Selbstbild der männlichen Rolle und ein geringes Leistungsvertrauen in sich selbst, scheint für einige der Grund zu sein, warum oft Frauen als Lehrkräfte arbeiten („Frauen sind doch grundsätzlich schlauer als Männer“).

2. Reflektiere ich persönlich meine Grundschulzeit, lässt sich insbesondere der Punkt der fehlenden männlichen Lehrkräfte an Schulen wiederfinden. Der Schulleiter unserer Schule war damals der einzige männliche Lehrer an der gesamten Schule. Bezogen auf die Unterrichtsinhalte lässt sich reflektieren, dass kaum auf die geschlechtsspezifischen Wünsche und Interessen der Jungen eingegangen wurde. Im Deutschunterricht wurde beispielsweise ein Schmetterling gebastelt, was den Arbeitsauftrag des Schreibens einer Bastelanleitung einschloss. Wir Mädchen der Klasse waren äußerst begeistert, jedoch blieben die Interessen der Jugen in diesem Fall weitestegehend unbeachtet. In denvon mir besuchten weiterführenden Schulen ließ sich dieses Phänomen in den Ausmaßen nicht mehr erkennen.

In meiner Ausbildung als Erzieherin befanden wir uns in einer Klasse mit 20 Frauen und 2 Männern. Es entsteht das Bild, dass insbesondere pädagogische Berufe dem weiblichen Geschlecht zugeordnet sind und die Rollenverteilung heute (insbesondere in Kleinstädten oder ländlichen Gegenden) immer noch äußerst konservativ zu sein scheint (Ich komme aus einem kleinen Dorf in Niedersachsen- Ostfriesland).

3. Interessant wäre es zu beobachten, inwieweit Rollenklischees in Bezug zu Gender bei der Notengebung eine Rolle spielen. Zudem empfinde ich die Fragestellung sehr interessant, ob es einen Unterschied in Motivation und Interesse bei der Beschulung durch männliche oder weibliche Lehrkräfte gibt. ( Gerade in Bezug zu einer Beschulung weiblicher Schülerinnen durch männliche Lehrkräfte wäre dieses auch interessant zu beobachten.)

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