Vorlesungssitzung Nummer 1- Das Spannungsfeld Heterogenität und Homogenität

1./4.) Fokussierung des Vorlesungsthemas und theoriegeleitete Reflexion

Wie bereits in der Vorlesung durch Wortbeiträge auf Nachfrage festgestellt wurde, gibt es bereits unter den Studierenden unterschiedliche Heterogenitätsdimensionen. Bezogen auf die Institution Schule, lässt sich ein ähnliches Bild erkennen. Unterschiede in der Leistung, dem Geschlecht, den physischen und psychischen Voraussetzungen, sowie in der Herkunft, machen eine Schule somit zu einem heterogen geprägten Begegnungsort. Die benannte Heterogenität bedeutet für uns, als angehende Lehrkräfte, dass damit verbundene Unterschiedlichkeiten als selbstverständlich angesehen und als Ressource genutzt werden sollten. Homogenität als Zielstellung für eine „gut“ funktionierende Klassengemeinschaft sollte und muss somit aus dem Fokus genommen werden. Insbesondere im Hinblick auf die Inklusion, die die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an allen Prozessen des gesellschaftlichen Lebens voraussetzt, muss das Thema Heterogenität genauer ins Blickfeld genommen werden. Wie bereits Dieter Katzenbach (Leiter des Institutes „Inklusive Pädagogik und Didaktik bei kognitiven Beeinträchtigungen“ der Goethe Universität in Frankfurt) im Jahr 2015 thematisierte, stellt sich im Hinblick auf die heterogene Schülerschaft die Frage, ob das Zuweisen von Kategorien, wie „Migrant, Nicht- Migrant oder Förderbedarf- kein Förderbedarf“ nicht zu einer Ausgrenzung führen könnte. Indem man eine Schülerschaft als heterogen bezeichnet, denkt man bereits in Kategorien, zu denen man die Schüler zuordnet. Eine homogene Schülerschaft (trotz all der Unterschiede und Gemeinsamkeiten) als solche anzusehen, wäre mein Optimaldenken in Bezug auf das Spannungsfeld Heterogenität- Homogenität. Im Hinblick auf die Übertragung der theoretischen Grundsätze auf die Praxis stellt sich nun die Frage, ob zum Beispiel das Zuordnen eines Förderbedarfes überhaupt notwendig wäre oder ob der Begriff „Förderbedarf oder Integrationskind“ in der Gesellschaft so vorurteilig verankert ist, dass sich Probleme im Denken der Menschen ergeben.

2) Anwendung und theoriegeleitete Reflexion bisheriger Praxiserfahrungen

Insbesondere in meinem POE im Fach inklusive Pädagogik, ließen sich unterschiedliche Erfahrungen im Hinblick auf Heterogenität- Homogenität machen. Die von mir hospitierte erste Klasse kennzeichnete sich, wie jede andere Klasse, durch unterschiedliche Heterogenitätsdimensionen. Auffallend war vor allem, dass bestimmte Heterogenitätsdimensionen, wie ein zugeordneter Förderbedarf für mich zunächst kaum ersichtlich waren und ich die Klasse im Hinblick darauf somit als homogene Schülerschaft wahrnehmen konnte. Oftmals kam mir der Gedanke, dass ein Zuschreiben und Benennen von Heterogenitätsdimensionen häufig von außenstehenden Instanzen vorgenommen wird , jedoch in der Praxis  nur in bestimmten Situationen Beachtung findet. Dieses ist insbesondere im Bezug auf die Förderung einzelner SUS zu erkennen (nach Leistungsstand, Interesse etc.).

3) Anwendung und theoriegeleitete Reflexion zukünftiger Praxiserfahrungen

–> Inwiefern beeinflusst der diagnostizierte Förderbedarf den Umgang der SUS untereinander?

–> Inwiefern beeinflusst das Geschlecht das Interesse und die Fähigkeiten bezogen auf unterschiedliche Unterrichtsfächer?

–> Inwiefern können Lehrkräfte die Heterogenität der Klasse nutzen, um den Unterricht positiv zu beeinflussen und zu prägen?

 

Ein Gedanke zu „Vorlesungssitzung Nummer 1- Das Spannungsfeld Heterogenität und Homogenität“

  1. Dies ist ein Beispiel für einen Kommentar auf Deinem Blog. Im Dashboard Deines Blogs kannst Du Kommentare editieren oder löschen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.