Aufgabe 1: Auf welchem Kompetenzniveau bzgl. der sechs Bereiche erleben sie die SuS in der von ihnen besuchten Unterrichtspraxis? Wo sehen sie deutliche Lücken? Wo besondere Stärken? Gerne können sie die Aufgabe nutzen, um mit SuS über das Modell zu diskutieren. Welche Aspekte fehlen den SuS? Welche finden sie überflüssig? Was meinen Sie selbst dazu?
Grundsätzlich muss ich beim Thema „Kompetenzen in der digitalen Welt“ anmerken, dass die Beschäftigung mit diesen Kompetenzen an meiner Praktikumsschule wenig bis gar nicht stattfindet.
Für den Bereich „Produzieren“ habe ich in meinem eigenen Unterricht sowie bei den Stunden der Kollegen beobachtet, dass die SuS zu den inhaltlichen Themen digitale Produkte weiterverarbeiten und in bestehendes Wissen integrieren können. Dafür nutzen sie ausgewählte Plattformen im Internet. Rechtliche Vorgaben werden dabei jedoch weniger beachtet. Zudem sind den SuS mögliche Suchtgefahren im Bereich „Schützen“ bekannt und sie können nachvollziehen, dass digitale Technologien gesundheitsbewusst genutzt werden sollten.
Lücken sehe ich vor allem in der korrekten Auswertung und Bewertung von digitalen Gegenständen. Dies schließt in erster Linie die Referenzierungspraxis ein. Des Weiteren kann ich mir nicht vorstellen, dass SuS im Bereich „Schützen“ Umweltauswirkungen digitaler Technologien kennen. Ich würde an dieser Stelle nicht behaupten, dass eine Auseinandersetzung mit diesem Thema redundant ist. Allerdings bezweifle dass für solche Teilkompetenzen Zeit bzw. Raum im Unterricht zur Verfügung steht. Dies könnte höchstens in den Naturwissenschaften thematisiert werden, wenn es um Themen wie u.a. Umweltschutz etc geht. Zudem konnte ich in der Schule nicht beobachten, dass SuS ihren eigenen Mediengebrauch analysieren bzw. reflektieren.
Kritische sehe ich den Bereich „Problemlösen“ an, weil Teilaspekte wie „Algorithmen erkennen und formulieren“ schätzungsweise noch nicht einmal von Lehrkräften beherrscht werden. Ähnliches gilt für das Lösen technische Problem oder den bedarfsgerechten Einsatz von Werkzeugen.
Aufgabe 2: Die KMK stellt sich das wie folgt vor: pro Fach werden medienbezogene Weiterentwicklungsperspektiven entwickelt. Genau das machen Sie jetzt bitte. Konkret: Sie nehmen sich eines ihrer Fächer (als Differenzierungsaufgabe gerne auch beide Fächer) und formulieren, wie Sie aus fachdidaktischer Sicht besonders sinnvoll Medien einsetzen können, um die sechs oben genannten Kompetenzbereiche zu fördern.
Förderung im Bereich Produzieren: Den meisten der SuS ist die Bedeutung von Urheberrecht nicht bekannt. Oft geben sie die Quelle ihrer Recherchen nicht an und haben im Nachhinein Probleme, ihre Quellen wiederzufinden (Schließlich ist das Internet ein kurzlebiges Geschäft). Sie scheinen generell nicht zu wissen, dass sie verpflichtet sind anzugeben, woher sie ihre Informationen haben. Vor allem im Fach Geschichte ist der kritische Umgang mit Quellen unabdingbar. Schließlich gibt der Urheber der Quelle häufig Information über u.a. Alter, historischen Zusammenhang oder Glaubwürdigkeit an. Deshalb empfiehlt sich in diesem Zusammenhang die Auseinandersetzung mit einer korrekten Wiedergabe der Quellen- und Literaturangaben (speziell in Internet). Eine solche kritische Auseinandersetzung gilt auch für Inhalte, die von den SuS in der Schule und im privaten Raum rezipiert werden. Dazu können folgende Fragen gestellt werden: „Wie seriös ist meine Quelle? “Ist es ein Boulevardmagazin/Wikipedia oder eine Quelle eines renommierten Autors/Schriftsteller, dem man Glauben schenken kann?“