{"id":48,"date":"2013-08-12T19:05:54","date_gmt":"2013-08-12T17:05:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/aktive2013\/?page_id=48"},"modified":"2013-12-02T17:40:52","modified_gmt":"2013-12-02T15:40:52","slug":"offener-brief-des-personalrats-der-universitat-bremen-an-den-senat-der-freien-und-hansestadt-bremen-und-an-die-abgeordneten-der-bremischen-burgerschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/aktive2013\/offener-brief-des-personalrats-der-universitat-bremen-an-den-senat-der-freien-und-hansestadt-bremen-und-an-die-abgeordneten-der-bremischen-burgerschaft\/","title":{"rendered":"Offener Brief des Personalrats der Universit\u00e4t Bremen an den Senat der Freien und Hansestadt Bremen und an die Abgeordneten der Bremischen B\u00fcrgerschaft"},"content":{"rendered":"<div title=\"Page 1\">\n<p>Die Uni steht f\u00fcr Bremen: Die Universit\u00e4t Bremen ist ein wesentlicher Faktor f\u00fcr die Bremer Bil- dungslandschaft. Knapp 20.000 Studierende (ca. 6.000 Erstsemester) waren hier im Wintersemes- ter 2012\/13 eingeschrieben, gut ein Drittel der Studierenden hat die Hochschulzugangsberechti- gung in Bremen erworben. Als zentrale Bildungs- und Forschungseinrichtung, Kooperationspartne- rin f\u00fcr die Wirtschaft und Herzst\u00fcck des Technologieparks ist die Universit\u00e4t ein bedeutsamer Standortfaktor und Anziehungspunkt nicht nur in den Bereichen Studium und Forschungsinnovati- on, sondern auch als Arbeitgeberin.<\/p>\n<p>Die Uni steht (noch) f\u00fcr Erfolg und Qualit\u00e4t: Die erfolgreiche Einwerbung zahlreicher Drittmittel- Projekte und nicht zuletzt der Erfolg in der Exzellenzinitiative des Bundes belegen die Forschungs- st\u00e4rke der Universit\u00e4t Bremen. Die enge Verbindung von Forschung und Lehre ist eine zentrale Grundidee der Universit\u00e4t. Im krassen Gegensatz hierzu stehen die unzureichende finanzielle Grundausstattung der Universit\u00e4t und die daraus resultierende \u00dcberlastung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<\/p>\n<p>Die 2007 auf der Basis des Hochschulentwicklungsplans V (HEP V) neu festgesetzten Landeszu- sch\u00fcsse f\u00fcr die Universit\u00e4t ber\u00fccksichtigten weder eine \u00dcbergangszeit noch die steigenden Kosten (z. B. Tariferh\u00f6hungen und Energiepreissteigerungen, wachsende bauliche Sanierungsbedarfe) ausreichend. Hieraus resultierten schon in der Vergangenheit deutliche Einsparungen, die durch Personal- und Sachmittelk\u00fcrzungen aufgefangen wurden. Die Ausstattung vieler Bereiche ist l\u00e4ngst am unteren Limit, die Sparschraube ist bereits \u00fcberdreht!<\/p>\n<p>Diese belastende Situation haben die Besch\u00e4ftigten der Universit\u00e4t in Wissenschaft, Technik, Ver- waltung und Dienstleistung gemeinsam durch ein enormes Ma\u00df an Zusatzanstrengungen, Kreativi- t\u00e4t und vor allem hohe pers\u00f6nliche Motivation ausgeglichen. Eine Verstetigung und Versch\u00e4rfung dieser Situation sowie der daraus resultierenden Arbeitsverdichtung in allen Bereichen und auf Kosten der Besch\u00e4ftigten ist nicht m\u00f6glich und keine tragbare L\u00f6sungsstrategie!<\/p>\n<p>Angesichts der andauernden Unterfinanzierung werden die unzureichende Grundausstattung und der Einsparungsdruck als Zeichen einer mangelnden Wertsch\u00e4tzung der Universit\u00e4t seitens der Landespolitik angesehen.<\/p>\n<p>Wir lehnen die geplanten K\u00fcrzungen von weiteren ca. 80 Vollzeit-Stellen* im wissenschaftli- chen Mittelbau und ca. 50 Vollzeit-Stellen* im Bereich Verwaltung und Technik ab, denn das h\u00e4tte dramatische Folgen f\u00fcr alle Bereiche und alle Statusgruppen der Uni:<\/p>\n<p>F\u00fcr die Studierenden droht eine deutliche Verschlechterung der Betreuungsrelationen mit allen damit einhergehenden Konsequenzen sowie die zunehmende Entkoppelung von Forschung und Lehre, da der grundfinanzierte Mittelbau vorrangig die Lehraufgaben bew\u00e4ltigen muss.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Personal droht die weitere Verdichtung von Aufgaben und eine Fortsetzung der systema- tischen \u00dcberlastung. Beim wissenschaftlichen Personal geraten die eigene wissenschaftliche Quali- fikation und Reputation zu Gunsten der Aufrechterhaltung des Betriebs immer mehr in den Hinter- grund. Der steigenden Abh\u00e4ngigkeit von Drittmitteln folgt die weitere Prekarisierung von Arbeits- verh\u00e4ltnissen. Zukunftssorgen und Existenz\u00e4ngste werden zunehmend zum Merkmal von Besch\u00e4f- tigungsverh\u00e4ltnissen an der Universit\u00e4t Bremen.<\/p>\n<\/div>\n<div title=\"Page 2\">\n<div>\n<p>F\u00fcr die Studieng\u00e4nge\/F\u00e4cher drohen Einschr\u00e4nkungen der Angebote auf das Notwendigste und ein enormer Qualit\u00e4tsverlust. Die innovative Weiterentwicklung der Studieng\u00e4nge und der For- schung wird massiv beeintr\u00e4chtigt. Die bisherigen Anstrengungen hinsichtlich der kontinuierlichen Einwerbung von Drittmitteln sind ohne eine solide Grundfinanzierung nicht weiter m\u00f6glich. Perso- nelle K\u00fcrzungen im Verwaltungsbereich wirken sich zudem negativ auf die administrative Unter- st\u00fctzung von Forschung und Lehre aus.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Universit\u00e4t drohen zum einen der Verlust der Wettbewerbsf\u00e4higkeit bei Berufungen, Drittmitteleinwerbung, (inter)nationalen Kooperationen und die sinkende Attraktivit\u00e4t des Studi- ums in Bremen. Eine weitere Reduktion des Fachangebots w\u00fcrde zudem das Ende der \u201eVolluniver- sit\u00e4t\u201c bedeuten. Zum anderen konterkarieren potenzielle Beschr\u00e4nkungen der Studierendenzahlen das Ziel einer \u201eoffenen Universit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Die bisherige Sparpolitik baute darauf, dass das Personal immer wieder Ressourcen mobilisiert, um die zus\u00e4tzlichen Aufgaben abzufedern \u2013 sie fu\u00dft somit auf einer strukturellen \u00dcberbelastung der Besch\u00e4ftigten. Dies kann weder das Interesse noch die Politik von Bremischer B\u00fcrgerschaft und Bremischem Senat sein.<\/p>\n<p>Eine Universit\u00e4t, die f\u00fcr gute Lehre und exzellente Forschung stehen will, bedarf guter Besch\u00e4fti- gungsbedingungen und beruflicher Perspektiven f\u00fcr ihr Personal. In diesem Sinne muss die Politik ihren Fokus und ihre Beschl\u00fcsse ausrichten, um die Universit\u00e4t arbeits- und zukunftsf\u00e4hig zu erhal- ten.<\/p>\n<p>Die Fortsetzung und Versch\u00e4rfung der Unterfinanzierung ziehen gravierende negative Auswirkun- gen f\u00fcr den Wissenschaftsstandort und Wirtschaftsstandort Bremen nach sich. Eine Schw\u00e4chung der Universit\u00e4t bedeutet eine Schw\u00e4chung von Stadt, Land und Region!<\/p>\n<p>* Aufgrund der zahlreichen Teilzeit-Stellen, sind wesentlich mehr Menschen von den K\u00fcrzungen direkt betroffen.<\/p>\n<\/div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Wir fordern den Bremer Senat und<br \/>\ndie Abgeordneten der Bremischen B\u00fcrgerschaft auf:<\/p>\n<ul>\n<li>sich in Worten und Taten zur Bedeutung der Universit\u00e4t Bremen f\u00fcr das Land zu bekennen;<\/li>\n<li>Rahmenbedingungen zu schaffen, welche die Qualit\u00e4t und inhaltliche Vielfalt von Lehre und Forschung gew\u00e4hrleisten;<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<ul>\n<li>im Zuge der anstehenden Haushaltsentscheidungen den andauernden Sparprozess zu stoppenund stattdessen eine deutliche Erh\u00f6hung der Grundfinanzierung vorzunehmen;<\/li>\n<li>dabei statt einmaliger Zusch\u00fcsse eine dauerhafte und planbare Finanzierung der Universit\u00e4tsicherzustellen, mit der diese ihre Aufgaben erf\u00fcllen kann;<\/li>\n<li>eine ausreichende Grundfinanzierung der Universit\u00e4t als gesellschaftlich notwendige und loh-nende Investition in Bildung und Innovation zu begreifen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div>\n<p>\u25baDieser offene Brief wird unterst\u00fctzt von den Betriebsgruppen der Gewerkschaften ver.di und GEW.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>V.i.S.d.P.: Personalrat der Universit\u00e4t Bremen \u2013 Bibliothekstr. 1, 28359 Bremen \u2013 &#112;&#x65;&#114;&#x73;o&#110;&#x61;&#108;&#x72;a&#x74;&#64;&#117;&#x6e;&#105;&#x2d;b&#x72;&#x65;&#109;&#x65;n&#x2e;d&#101; \u2013 17.6.2013<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Uni steht f\u00fcr Bremen: Die Universit\u00e4t Bremen ist ein wesentlicher Faktor f\u00fcr die Bremer Bil- dungslandschaft. 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