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-Abschlussreflexion- Ringvorlesung 14

 

 

Aufgabe 1 

Durch die thematisch vielfältige Ringvorlesung des Moduls “BAUMHET” sind mir persönlich, als angehende Lehrkraft, viele neue Aspekte des Lehrberufs bekannt geworden und somit die Wichtigkeit und der richtige Umgang mit Heterogenität bewusst geworden. Interessant war dabei für mich zu beobachten, dass ich mit allen thematischen Aspekten der Ringvorlesung zuvor in meiner eigenen Schulzeit Erfahrungen gemacht habe, jedoch mich mit vielen Aspekten kaum auseinandergesetzt habe. 

Als besonders prägend empfand ich die Ringvorlesung 6 “Meint Inklusion wirklich alle?!” von Dr. Eileen Schwarzenberg. Erst durch die Vorlesung von Frau Dr. Schwarzenberg hatte ich mich mit dem Thema Inklusion detailliert und neutral auseinandergesetzt. Dabei erschien Folie 4 “Inkludierende Exklusion” (vgl. Stichwek, 2009, Seitz & Scheidt, 2012) besonders interessant und belehrend. Während man die Inklusion von Menschen mit Behinderungen im Erziehungs- und Bildungssystem schafft, kann durch das Angebot von Sondereinrichtungen, Sonderlehrplänen oder auch durch die fehlende oder falsche Unterstützung der Lehrkräfte im Unterricht eine Exklusion herbeigeführt werden.  Die falsche Umsetzung der Inklusion führt somit erneut zur Exklusion der Menschen mit Behinderungen. Diese Erkenntnis hat mir als zukünftige Lehrkraft deutlich gemacht, dass auf jeder Ebene und in jedem Themenbereich nicht nur das Ansetzen und das Durchführen des Lösungsweges zählt, sondern vielmehr die richtige und zielorientierte Umsetzung im Vordergrund stehen muss. Dafür muss man in Kauf nehmen, vor allem als Lehrkraft, dass man sich regelmäßig mit Problemen auseinandersetzt und sich kontinuierlich eigenständig bemüht Neues zu erlernen. Des Weiteren schaffen die Fallbeispiele von Frau Dr. Schwarzenberg einen kleinen, aber sehr wichtigen Einblick von verschiedenen Schüler*innen und ihren individuellen Förderungen. Zum Beispiel hat Hanna, 14 Jahre alt, im Fach Mathematik einen Förderbedarf, da sie durch die diagnostizierte Dyskalkulie komplexere Rechenstrategien nicht auf Anhieb selbstständig bearbeiten kann. Vor allem im Fach Mathematik ist es schwer auf der didaktischen Ebene mit den gestellten Aufgaben den individuellen Leistungen der vielfältigen Schüler*innen gerecht zu werden. 

Des Weiteren war die Vorlesung 9 “Heterogenitätskategorie Gender – Ansätze zur Entwicklung einer interkulturellen gendersensiblen Pädagogik“ von  Dr. Christoph Fantini sehr prägend für mich. Vor allem ist beim Erarbeiten des Spannungsfeldes zwischen Inszenierung und Zuschreibung in Bezug auf die Genderdynamik und -pädagogik in der Schule aufgefallen, wie sehr ich persönlich in meiner Schulzeit von geschlechtsspezifischen Stereotypen geprägt war. Zeitgleich ist mir dies auch bei den Ergebnissen der Studien von Herr Dr. Fantini aufgefallen. Ich hatte persönlich immer den Eindruck, dass männliche Schüler in naturwissenschaftlichen Fächern begabter und besser waren, wie zum Beispiel in den Fächern Mathematik und Physik. Zeitgleich war ich der Meinung, dass weibliche Schülerinnen viel mehr in den Fächern Deutsch, Kunst und Musik begabter waren. Jedoch habe ich während der Vorlesung über meine Vorurteile einige Minuten nachgedacht und schnell festgestellt, dass ich eigentlich viele Schüler*innen benennen kann aus meiner eigenen Schulzeit, bei denen die erwähnten Vorurteile nicht passen. Als zukünftige Lehrerin ist mir dadurch bewusst geworden wie groß meine Verantwortung ist und wie verletzten und verwirrend meine Zuschreibungen als Lehrkraft sein können. Als Lehrkraft muss mir bewusst sein, dass sich die Schüler*innen in ihrer Schullaufbahn ständig entwickeln und somit auch ihre Interessen und Persönlichkeiten verändern und sie dadurch eine neue Inszenierungsform ihrer Person wählen können. Dabei kann ich mit den geschlechterspezifischen Annahmen für Verwirrung sorgen und zeitgleich eine unbewusste und ungerechte Benotung herbeiführen. Zusätzlich kann ich mir vorstellen, dass ich als Lehrkraft in meinen studierten Fächern Biologie und Deutsch des Öfteren mit den Vorurteilen konfrontiert werde. Dementsprechend sollte ich vor allem auf der didaktischen Ebene darauf achten, dass ich Aussagen die von geschlechterspezifischen Vorurteilen geprägt sind vermeide und somit die Motivation bestimmter Schüler*innen somit nicht minimiere. 

Die Ringvorlesung hat mir zudem gezeigt, wie wichtig es ist sich als Lehrkraft in die Rolle der Schüler*innen zu begeben. Während ich generell in meiner Unterrichtsplanung von einer homogenen Klasse ausgehe würde, da die Planung dadurch wesentlich einfacher wäre, scheint es in der Realität nicht der Fall zu sein. Zum Beispiel wird von der Lehrkraft nicht wahrgenommen, dass der Deutschunterricht für einige Schüler*innen mit Fremdsprachenunterricht vergleichbar ist. (Literatur: Gehring, Wolfgang: “Fremdsprache Deutsch unterrichten”,2018, Verlag Julius Klinkhardt) Zudem habe ich zuvor Heterogenität im Klassenzimmer sehr eindeutig definiert und war der Meinung, dass damit nur Schüler*innen mit einem Migrationshintergrund gemeint sind, die gemeinsam mit Schüler*innen ohne Migrationshintergrund in einem Klassenzimmer zusammen die Schule besuchen. Dementsprechend ist mir jetzt bekannt wie vielfältig die Heterogenitätsdimensionen sind. (Literatur: Hinz, Andreas: “Heterogenität in der Schule”,2004) 

 

Aufgabe 2 

Während meiner Schulzeit hatte ich einen Mitschüler in der Klasse mit einer Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörung. Dabei konnte ich als junge Schülerin beobachten wie stark teilweise einzelne Lehrkräfte überfordert waren. Mein Mitschüler hatte durch seine Verhaltensstörung ein sehr aggressives Verhalten gegenüber den Lehrkräften. Dementsprechend fiel es den Lehrkräften oftmals schwerer, in solchen stressigen Situationen richtig und gerecht zu handeln. Zudem führte die fehlende Erfahrung der Lehrkräfte indirekt dazu, dass sich der Mitschüler im allgemeinem Klassenband unwohl fühlte. Des Weiteren verstärkten sich die Mobbingfälle, da er zeitgleich von seinen Mitschülern nicht akzeptiert wurde. Seine Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörung wurde von den jungen Schüler*innen als eine unpassende Eigenschaft aufgenommen. In der Ringvorlesung von Dr. Eileen Schwarzenberg wird erwähnt, dass Inklusion durch zum Beispiel fehlende Profession, wiederum zur Exklusion führen kann. Dies war zudem bei dem Mitschüler der Fall, da er die Schule anschließend verlies. Unseren Lehrkräften fehlte es an Wissen und Profession in Bezug auf Inklusion. 

Aufgabe 3 

Persönlich fände ich die inhaltliche Vertiefung der Fragestellung, wie man als Lehrkraft am effektivsten die erfolgreiche Inklusion an der Schule fördern kann, interessant. Zudem fände ich es interessant zu erfahren, wie die Inklusion an Schulen verläuft, da ich persönlich vor allem negative Erfahrungen gemacht habe. 

Des Weiteren fände ich es zudem wichtig in den zukünftigen Ringvorlesungen auf die Corona-Pandemie einzugehen. Während der Pandemie frage ich mich ständig, wie ich mit den verschiedenen Wohnsituationen und vermehrt fehlenden Ausstattung der Schüler*innen umgehen würde. Wie soll die Lehrkraft es schaffen die Schüler*innen durch die digitale Schulform effektiv zu fördern? 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literaturverzeichnis 

Gehring, Wolfgang: “Fremdsprache Deutsch unterrichten”,2018, Verlag Julius Klinkhardt 

Hinz, Andreas: “Heterogenität in der Schule”,2004 

Ringvorlesung 6 “Meint Inklusion wirklich alle?!” von Dr. Eileen Schwarzenberg 

Ringvorlesung 9 “Heterogenitätskategorie Gender – Ansätze zur Entwicklung einer interkulturellen gendersensiblen Pädagogik“ von  Dr. Christoph Fantini 

 

1 Kommentar

  1. Dennis

    Hallo,

    der Beitrag erfüllt die Anforderungen der Aufgabenstellungen und gilt somit als „bestanden“. Es werden Veranstaltungen zum Thema „Inklusive Pädagogik“ und von Yasemin Karakasoglu und Katja Baginski wird auch eine Veranstaltung zu ihrem zweiten Interessensfeld angeboten. Möglicherweise finden Sie hier ein passendes Seminar für sich.

    Liebe Grüße
    Deniz Barasi

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