RV11 – Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Gymnasialen Oberstufe (Prof. Dr. Andrea Daase)

1) An Ihrem Gymnasium gibt es eine – wie üblich sehr heterogen besetzte – Vorklasse, in welcher sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. Für einige wird nun der Übergang diskutiert. Ein Großteil der Lehrkräfte plädiert – mit Verweis auf die noch nicht vollständig ausreichenden (bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse – sie an eine Oberschule zu überweisen, obwohl die Schüler*innen hinsichtlich ihrer Lernfähigkeit und ihrer Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen für das Gymnasium mitbringen und gerne an der Schule bleiben würden. Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.

Meiner Meinung nach würde ich darauf plädieren, Schüler(-innen) auf dem Gymnasium zu lassen. Die Schüler(-innen) auf eine Oberschule zu verweisen wäre für mich keine optionale Lösung. Außerdem steht oben in der Aufgabe, dass die genannten Schüler(-innen) „hinsichtlich ihrer Lernfähigkeit und ihrer Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen für das Gymnasium mitbringen und gerne an der Schule bleiben würden.“ Warum sollte dann nicht deren Wunsch in den Vordergrund gestellt werden und sie am Gymnasium weiter zur Schule gehen lassen? Da die Schüler(-innen) die Voraussetzungen für das Gymnasium erbringen, halte ich es für nicht richtig, diese von der Schule zur verweisen und diesen Schülern(-innen) auf eine Oberschule herabzustufen. Dies würde bedeuten, dass ihnen somit eine Chance genommen wird, eine gute Schulbildung am Gymnasium zu erhalten und außerdem werden sie aus ihrem gewohnten Umfeld genommen. Im Vortrag wird erwähnt, dass Mehrsprachigkeit als eine Fähigkeit angesehen werden soll und keine Einschränkung.

2) Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit – in der hier verstandenen breiten Sicht – in Schule und Unterricht (selbst als Schüler*in und/oder Praxiserfahrungen) haben Sie bislang gemacht? Diskutieren Sie die Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung.

Ich war in der Sekundarstufe an einer Oberschule, die sehr heterogene Klassen hatte. Im Durchschnitt sind mehr als die hälfte aller Schüler und Schülerinnen mit einem Migrationshintergrund aufgewachsen und beherrschten zwei Sprachen. Außerhalb der Schule oder in den Pausen hörte man die Schüler(-innen) untereinander sprechen. Im Unterricht hingegen, geschah dies nie. In Bezug auf die Vorlesung, sollte dies nicht so laufen. Im Unterricht hätte es den Schülern(-innen) so manchmal weitergeholfen, deren eigene Sprachkenntnisse mit einzubringen.

3) Was möchten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zukünftigen Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche Fähigkeiten fehlen Ihnen dafür noch?

Wenn ich eines Tages Lehrerin werdensollte, dann möchte ich mich mehr auf die Sprachschwierigkeiten der Schüler konzentrieren, genauer beobachten und sie beim Lernen ermutigen und unterstützen. Ich hoffe auch, dass es mir gelingen wird, einen sprachsensiblen Unterricht zu gestalten. 

4) Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein? Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit ihrer Schüler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten können?

Meiner Meinung nach ist es wichtig, Schüler(-innen) mit Migrationshintergründen gleichermaßen zu behandeln und vor allem sollte es viel mehr respektiert werden, wenn Schüler(-innen) ihre Muttersprache sprechen. Vor allem dann,  wenn es ihnen helfen sollte ein besseres Verständnis im Unterricht aufzubauen. Es ist genauso wichtig anderen Lehrern und Lehrerinnen zu vermitteln, dass es viele positive Aspekte mit sich bringen kann, eine andere Sprache zu lernen. Die Mehrsprachigkeit sollte als etwas alltägliches und positives angesehen werden und nicht als etwas abnormales.

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