{"id":31,"date":"2018-04-26T23:01:42","date_gmt":"2018-04-26T21:01:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/ademke\/?p=31"},"modified":"2018-05-24T19:41:46","modified_gmt":"2018-05-24T17:41:46","slug":"heterogenitaet-im-unterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/ademke\/2018\/04\/26\/heterogenitaet-im-unterricht\/","title":{"rendered":"Heterogenit\u00e4t im Unterricht"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: justify\">In einer Konferenz in Ihrem Fachbereich in Ihrem Fach an Ihrer Schule diskutiert\u00a0das Kollegium \u00fcber Ma\u00dfnahmen zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t. Sie erinnern\u00a0sich kurz an diese Vorlesung: nennen Sie zwei empirisch \u00fcberpr\u00fcfte Fakten zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t, die der Diskussion dienen k\u00f6nnten!<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">In der Diskussion zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t sollten wir zwei Punkte definitiv beachten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Erstens, sollten wir vermeiden in Gruppenarbeiten leistungshomogene Gruppen, sowie Sch\u00fclergruppen mit \u00e4hnlichen Pr\u00e4konzepten zusammenzustellen. Leistungshomogenit\u00e4t unterst\u00fctzt zwar zu einem geringen Teil die Leistung der ohnehin st\u00e4rkeren Sch\u00fcler*innen, allerdings, und das sollte ausschlaggebend sein, f\u00f6rdern heterogene Arbeitsgruppen die Leistungsschw\u00e4cheren immens. Selbstverst\u00e4ndlich ist die Differenzierung der Leistungen im Religionsunterricht nicht so stark ausgepr\u00e4gt, wie in den Naturwissenschaften, allerdings ist es hier besonders wichtig die unterschiedlichen sozialen und kulturellen Herk\u00fcnfte der Sch\u00fcler*innen zu ber\u00fccksichtigen, da das Diskutieren und Kl\u00e4ren der bereits vorhandenen Begriffsdefinitionen sehr wichtig f\u00fcr das Verstehen der Unterrichtsinhalte ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Zweitens, m\u00fcssen wir insgesamt darauf achten, dass wir den Unterricht an die verschiedenen Interessen und Motivationen der Sch\u00fcler*innen anpassen und uns mehr an ihrem Alltag orientieren. Das bedeutet auch, dass wir beispielsweise digitale Medien verst\u00e4rkt nutzen sollten. Die Sch\u00fcler sind zwar, statistisch gesehen, eher an der Technik interessiert, dennoch sollten wir darauf achten, dass wir ihnen bei h\u00f6herer Nutzung der Medien versuchen zu vermeiden ihnen deshalb noch deutlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken.\u00a0 Die Sch\u00fclerinnen bekommen auch so nur rund \u2153 unserer Aufmerksamkeit, auch wenn sich das in den Noten so nicht widerspiegelt.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify\">Erl\u00e4utern Sie, welches Unterrichtsmuster Sie in Ihrer bisherigen Erfahrung selbst als das wirkungsvollste erlebt haben! Diskutieren Sie Ihre Beobachtung vor dem Hintergrund der Vorlesung!<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend meiner eigenen Schulzeit habe ich insbesondere \u00e4u\u00dfere Differenzierung in Form von der Einteilung in Grund- und Leistungskurse erlebt. Und es war, r\u00fcckblickend, tats\u00e4chlich so, wie es von Dr. Kulgemeyer geschildert wurde: In meinem Deutsch-Leistungskurs haben wir uns zeitweise gegenseitig sehr stark unterst\u00fctzt und gegenseitig zu neuen H\u00f6chstleistungen motiviert, w\u00e4hrend in meinem, ohnehin relativ schwachen, Mathe-Grundkurs das Lernengagement und auch der Spa\u00df am Fach deutlich geringer war. W\u00e4hrend wir in Deutsch zum Teil viel schneller mit dem Lernstoff durchkamen als geplant, hingen wir in Mathe regelm\u00e4\u00dfig hinterher, was keineswegs an unserem Lehrer lag, der den Stoff, meiner Meinung nach, verst\u00e4ndlich und ggf. auch auf unterschiedliche Weisen vermittelte. Wir haben uns also insbesondere in der lernschwachen Gruppe gegenseitig abgelenkt und sind dadurch in den Noten abgerutscht. Ein Notenumbruch, der f\u00fcr viele mit zuvor konstant durchschnittlichen Leistungen unerwartet kam.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify\">Entwickeln Sie eine kurze Aufgabe mit drei gestuften Lernhilfen, die Sie in Ihrem Fach morgen im Unterricht einsetzen k\u00f6nnten! Erl\u00e4utern Sie die gestuften Lernhilfen und beschreiben Sie, wie sie im Unterricht erkennen k\u00f6nnen, ob diese erfolgreich gew\u00e4hlt sind.<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Einstiegsaufgabe der morgigen Stunde meiner 5. Klasse, bei der es um die Unterschiede von katholischem und evangelischem Glauben geht, sieht wie folgt aus:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify\">\n<li>Kurze Partnerarbeit: Die Sch\u00fcler*innen unterhalten sich mit den Sitznachbar*innen \u00fcber ihr bisheriges Wissen \u00fcber die beiden Glaubensrichtungen. Welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten kennen sie? Danach Sammlung der Ideen an der Tafel.<br \/>\nHierbei k\u00f6nnen die Sch\u00fcler bestehendes Wissen zusammentragen und ihre Ideen gegenseitig erg\u00e4nzen. Eventuelle Fragen zu Begriffen werden gekl\u00e4rt \u2013 idealerweise durch die Sch\u00fcler*innen selbst.<\/li>\n<li>Wir besch\u00e4ftigen uns mit den Gottesh\u00e4usern. Daf\u00fcr finden die Sch\u00fcler*innen auf je einem Blatt den Grundriss einer evangelischen und einer katholischen Kirche. In kleineren Gruppen von 3 Sch\u00fcler*innen m\u00fcssen sie Gegenst\u00e4nde den jeweiligen Kirchen zuordnen. Diese finden sie auf einem anderen Blatt, ggf. mit kleineren Erkl\u00e4rungen neben den Gegenst\u00e4nden. Bei Unklarheiten versuchen sie diese zun\u00e4chst in ihren Gruppen zu l\u00f6sen. Wenn die Erkl\u00e4rungen zu den Texten unverst\u00e4ndlich sein sollten, sollen sie damit beginnen die Erkl\u00e4rung umzuformulieren. Falls auch diese nicht weiterhelfen k\u00f6nnen, bitten die Sch\u00fcler*innen bei mir um Tipps, bspw. weitere Erkl\u00e4rungen wof\u00fcr die Gegenst\u00e4nde gebraucht werden. Am Ende werden die zugeordneten Objekte verglichen und in die Kirchen geklebt, eventuell bestehende Unklarheitgen gekl\u00e4rt.<\/li>\n<\/ol>\n<h4 style=\"text-align: justify\">Eine Kollegin sagt: \u201eGesamtschulen sind ja immer mal wieder der letzte Trend, ob wir sie nun Oberschulen nennen oder Sekundarschulen, die Idee ist doch dieselbe. Alle werden gemeinsam unterrichtet, was f\u00fcr eine Ideologie. Dabei zeigt doch die empirische Forschung klar, dass das Gymnasium nur von den besten SuS besucht werden sollte. Die schlechten f\u00fchlen sich hier doch viel zu schnell \u00fcberfordert und das frustriert sie so sehr, dass sie vollkommen abschalten.\u201c Was antworten Sie der Kollegin?<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich kann deinen Gedanken durchaus nachvollziehen und Monoedukation kann \u00fcber kurze Zeit tats\u00e4chlich positive Auswirkungen auf leistungsstarke Sch\u00fcler*innen haben, da hast du recht. Wie gesagt aber nur \u00fcber einen kurzen Zeitraum. Dagegen profitieren die leistungsschwachen Sch\u00fcler*innen langfristig sehr von heterogenen Lerngruppen. Wichtig ist vor allem, dass wir die Sch\u00fcler*innen mit unseren Aufgaben da abholen, wo ihre Interessen liegen, durch das Einbinden von Alltagssituationen zum Beispiel. Au\u00dferdem m\u00fcssen wir sie zum Mitdenken anregen. Daf\u00fcr ist es unter anderem wichtig ihnen bspw. Texte zur Verf\u00fcgung zu stellen, die sie verstehen. Texte, die sie weder unter-, noch \u00fcberfordern. Und wir m\u00fcssen ihnen die M\u00f6glichkeit bieten auf ihre Weise zum Ergebnis zu kommen und nicht nur auf die von uns f\u00fcr richtig erachtete. Das ist bei uns in Religion und auch in Englisch wahrscheinlich einfacher, als zum Beispiel in Physik oder Biologie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Konferenz in Ihrem Fachbereich in Ihrem Fach an Ihrer Schule diskutiert\u00a0das Kollegium \u00fcber Ma\u00dfnahmen zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t. Sie erinnern\u00a0sich kurz an diese Vorlesung: nennen Sie zwei empirisch \u00fcberpr\u00fcfte Fakten zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t, die der Diskussion dienen k\u00f6nnten! 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