{"id":51,"date":"2022-05-30T12:16:58","date_gmt":"2022-05-30T10:16:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/gerechteweltwirtschaftsordnung2022\/?page_id=51"},"modified":"2023-02-07T11:58:19","modified_gmt":"2023-02-07T10:58:19","slug":"entstehung-und-kontext","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/entstehung-und-kontext\/","title":{"rendered":"Entstehung und Kontext"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0 et_pb_with_background  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_title et_pb_post_title_0 et_pb_bg_layout_light  et_pb_text_align_left\"   >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_title_container\">\n\t\t\t\t\t<h1 class=\"entry-title\"><\/h1>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_3 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><h1 style=\"text-align: left\">Als der globale S\u00fcden eine neue Weltwirtschaftsordnung forderte: Die Entstehung der NIEO<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><strong>von Jasper Holl<\/strong><\/p>\n<p>Gibt es Ideen f\u00fcr eine andere, vielleicht gerechtere Weltwirtschaftsordnung? Dass die heutige Weltwirtschaftsordnung zu schier unaufl\u00f6sbaren globalen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten gef\u00fchrt hat, ist den meisten klar. Die globalen Verm\u00f6gensverh\u00e4ltnisse haben sich seit der Kolonialzeit nicht grundlegend ver\u00e4ndert. Der industrialisierte globale Norden ist die Heimat der weltweit gr\u00f6\u00dften Unternehmen und die Wirtschaften des Nordens sind die, die die Weltwirtschaft dominieren. Die Wirtschaften des globalen S\u00fcdens hingegen sind dem \u00fcberm\u00e4chtigen Norden ausgesetzt. Dies spiegelt sich auch in der Bev\u00f6lkerung wider. So herrscht im Gro\u00dfteil des globalen S\u00fcdens, beispielsweise in Algerien, Jamaika und Tansania, Armut: oft reicht das Geld nicht f\u00fcr die Erf\u00fcllung der allt\u00e4glichen Bed\u00fcrfnisse wie Ern\u00e4hrung, Bildung und Medizin.<\/p>\n<p>Die ungerechte Verteilung des Wohlstands wurzelt in einem globalen Wirtschaftssystem, das der globale Norden nach seinen Bed\u00fcrfnissen geschaffen hat: ein System, das auf neo-kolonialen Strukturen beruht und sowohl die Menschen als auch die nat\u00fcrlichen Ressourcen systematisch ausbeutet. Die Ausbeutung konstituierte damals und konstituiert auch in der Gegenwart den Reichtum des globalen Nordens. Aufgrund der Folgen des Kolonialismus, beziehungsweise der noch gegenw\u00e4rtigen neo-kolonialen Strukturen, verarbeitet der globale S\u00fcden beispielsweise noch heute selten die im eigenen Land abgebauten Rohstoffe wie Kakao, Kaffee, Lithium oder Kobalt selbst, sondern agiert vor allem als Rohstofflieferant f\u00fcr den globalen Norden (Dohmen 2021). Dieses Ph\u00e4nomen resultiert aus dem Kolonialismus, denn die Wirtschaften der kolonialisierten Staaten waren \u201enach au\u00dfen\u201c orientiert, ausgerichtet nach den Bed\u00fcrfnissen der ehemaligen Kolonialm\u00e4chte, nicht aber nach den Bed\u00fcrfnissen der eigenen Bev\u00f6lkerung. Dies hatte zur Konsequenz, dass die neu-unabh\u00e4ngigen Staaten gezwungen waren, viele grundlegende Waren zu importieren und keine eigene Industrie aufbauen konnten (Getachew 2019: 152). Kritik zu diesen neo-kolonialen Wirtschaftsstrukturen wuchs ab den 1950er Jahren. Die Initiative f\u00fcr eine neue Weltwirtschaftsordnung, die \u201eNew International Economic Order\u201c (NIEO), war der H\u00f6hepunkt dieses kritischen Dialogs. Unter welchen Umst\u00e4nden entstand diese Initiative und welche Pers\u00f6nlichkeiten waren federf\u00fchrend?<\/p>\n<p><strong>NIEO Deklaration und Prebisch<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1974, vor fast 50 Jahren, wurde auf der sechsten Sondertagung der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) die Resolution zur Etablierung der NIEO verfasst:<\/p>\n<p>We, the Members of the United Nations (...), Solemnly proclaim our united determination to work urgently for the Establishment of a New International Economic Order based on equity, sovereign equality, interdependence, common interest and cooperation among all States, irrespective of their economic and social systems which shall correct inequalities and redress existing injustices, make it possible to eliminate the widening gap between the developed and the developing countries and ensure steadily accelerating economic and social development and peace and justice for present and future generations (\u2026) \u201d (United Nations 1974).<\/p>\n<p>Ziel der Initiative war, transnationale wirtschaftliche Beziehungen zu reformieren. Sie fundierte auf der Pr\u00e4misse, dass die bestehenden globalen \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse durch den Kolonialismus und Imperialismus ma\u00dfgeblich gepr\u00e4gt sind und der globale Norden in Handelsbeziehungen mehr profitiert als der globale S\u00fcden (Getachew 2019: 145, 159). In diesem Sinne war die NIEO ein Versuch, die Welt nach dem Ende des formalen Kolonialismus gerechter zu gestalten. Einseitige Dependenzen des S\u00fcdens zum Norden die verhinderten, dass post-koloniale Staaten sich tats\u00e4chlich selbst regieren. Sie sollten durch beidseitige Interdependenzen ersetzt und eine faire Verteilung globaler Handelsprofite geschaffen werden, wodurch eine Weltordnung tats\u00e4chlich souver\u00e4ner Staaten entstehen sollte.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich geht der Begriff der \u201eNew International Economic World Order\u201c auf den argentinischen \u00d6konomen Ra\u00fal Prebisch zur\u00fcck, der auch die meisten Forderungen der NIEO formulierte (Arndt 1982: 431; Getachew 2015: 161). Bekannt ist Prebisch unter anderem f\u00fcr die Prebisch-Singer-These. \u00a0Inspiriert von einer Arbeit des \u00d6konomen Hans Wolfgang Singer verfasste Prebisch eine Abhandlung, in welcher er zwischen Prim\u00e4rg\u00fctern (wenig verarbeitete Rohstoffe und Nahrungsmittel) und Sekund\u00e4rg\u00fcter (Maschinen, verarbeitete Produkte) unterscheidet. Die These besagt, dass sich die \u201eterms of trade\u201c, das Austauschverh\u00e4ltnis von Exporten und Importen, bei L\u00e4ndern, die vor allem Prim\u00e4rg\u00fcter exportieren und Industrieg\u00fcter importieren langfristig verschlechtert, wohingegen sich das Austauschverh\u00e4ltnis von Industriestaaten langfristig verbessert. In anderen Worten f\u00fchrt dies dazu, dass Entwicklungsl\u00e4nder best\u00e4ndig mehr Waren exportieren m\u00fcssen, um die gleiche Menge an Importen aus den Industriel\u00e4ndern zu erhalten (M\u00f6ller 2020: 163-164).<\/p>\n<p>Prebisch war der erste Generaldirektor der 1964 gegr\u00fcndeten Konferenz der Vereinten Nationen f\u00fcr Handel und Entwicklung (auf Englisch: UNCTAD). Die UNCTAD ist ein eigenst\u00e4ndiges Organ der UN-Generalversammlung, dass die Position und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten des globalen S\u00fcdens im Welthandel verbessern sollte (Dohmen 2022). W\u00e4hrend der UNCTAD alle UN-Mitgliedsl\u00e4nder angeh\u00f6ren, sind in der Gruppe der 77 (G77) vorwiegend L\u00e4nder aus dem globalen S\u00fcden vertreten. Die G77 hat sich im Verlauf der ersten UNCATD- Konferenz 1964 gegr\u00fcndet und sieht sich als Sprachrohr des globalen S\u00fcdens innerhalb der UN. Unter der F\u00fchrung von Prebisch fungierte die UNCTAD als Hauptakteur zur Formulierung der NIEO-Deklaration 1974 (Arndt 1982: 431; Gilman 2015: 3).<\/p>\n<p>Neben diesen Formaten, in denen sich post-koloniale Staaten zusammentun, hat sich zudem in den 1960ern Jahren die Bewegung der Blockfreien Staaten gebildet: Grundlegend wollten sich dessen Mitgliedsl\u00e4nder, unter anderem Jugoslawien, \u00c4gypten, und Indien, im Ost-West-Konflikt keiner der beiden Seiten anschlie\u00dfen. Dar\u00fcber hinaus bezeichnete sich die Bewegung als antiimperialistisch, bef\u00fcrwortete die NIEO und hat Wurzeln in der ersten asiatisch-afrikanischen Konferenz, der Bandung Konferenz von 1955 (Mattes 2012:1-2).<\/p>\n<p><strong>Keine Erfolge in der Losl\u00f6sung von Dependenzen? <\/strong><\/p>\n<p>Die Regierungschef*innen zahlreicher L\u00e4nder des globalen S\u00fcdens, wie Tansanias Pr\u00e4sident Julius Nyerere, Jamaikas Premierminister Michael Manley, oder Algeriens Pr\u00e4sident Houari Boumedienne, fanden sich in den 1970ern in \u00e4hnlichen Situationen wieder: Nach Jahrzehnten und teilweise Jahrhunderten kolonialer Ausbeutung hatten die Gesellschaften in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg nach und nach ihre formale Unabh\u00e4ngigkeit erlangt. Sie befanden sich in prek\u00e4ren wirtschaftlichen Situationen und standen vor der Aufgabe, ihr jeweiliges Land in einer von den Industrienationen dominierten globalen Wirtschaft weiterzuentwickeln (Getachew 2019: 142,144).<\/p>\n<p>Ein weitverbreitetes politisch-\u00f6konomisches Modell vieler post-kolonialen Staaten, darunter beispielsweise Ghana, war das \u201edevelopment model\u201c, das Entwicklungsmodel. Dieses beruht im Wesentlichen auf den Idee des \u00d6konomen William Arthur Lewis (Getachew 2019: 146). In diesem Modell wird dem Staat eine zentrale Rolle zugewiesen, der stark in die Wirtschaft eingreifen sollte (Getachew 2019: 143). Nach Lewis muss einer Industrialisierung eine landwirtschaftliche Revolution voraus gehen. Eine gleichzeitige Erh\u00f6hung der Nahrungsproduktion f\u00fchrt zu einem Nahrungsmittel\u00fcberschuss, der einem gr\u00f6\u00dferen Teil der Gesellschaft erm\u00f6glicht, im industriellen Sektor, statt in der Landwirtschaft, zu arbeiten (Getachew 2019: 146-147). Diese landwirtschaftliche Revolution soll von Verbesserungen der Infrastruktur und Bildung begleitet werden, wodurch die Industrialisierung beginnen kann. F\u00fcr Lewis ist die Entwicklung eines Staates ein universeller, reproduzierbarer Prozess, der durch die landwirtschaftliche Revolution beginnt (Getachew 2019: 147-148).<\/p>\n<p>Die \u00f6konomische Lage der L\u00e4nder des globalen S\u00fcdens, die das \u201edevelopment model\u201c verfolgten, war jedoch \u00e4u\u00dferst prek\u00e4r. Die Austauschverh\u00e4ltnisse verschlechterten sich in den folgenden Jahren durch einen Preisverfall der Rohstoffe und die steigenden \u00d6lpreise, ausgel\u00f6st von der \u00d6lkrise von 1973, versch\u00e4rfte<\/p>\n<p>die Situation. Das Ziel, sich von bestehenden neo-kolonialen Dependenzen zu l\u00f6sen und mithilfe nationaler Industrien zur Rohstoffverarbeitung eine autonome Wirtschaft mit einem eigenen Markt zu schaffen, wurde nicht erreicht. So verst\u00e4rkte sich die Dependenz der jungen Staaten zum Norden und dies f\u00fchrte zu einem Teufelskreis der Verschuldung. Denn die Staaten sahen sich gezwungen, Gelder aus dem Norden anzunehmen, um Haushaltsengp\u00e4sse zu vermeiden. Doch um diese Schulden zu begleichen, mussten sie zus\u00e4tzlich finanzielle Hilfen und Kredite annehmen, was die Abh\u00e4ngigkeit weiter verst\u00e4rkte (Getachew 2019: 143-144).<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund des ern\u00fcchternden Ergebnisses des \u201edevelopment model\u201c wurden neue Konzepte der \u201eEntwicklung\u201c diskutiert. So wurde zun\u00e4chst die Idee eines universalen Entwicklungsprozesses angezweifelt, da diese die Kolonisierung nicht in den Fokus setzt (Getachew 2019: 151). Michael Manley und Julius Nyerere, die damaligen Regierungschefs von Jamaika und Tansania, argumentierten, dass jedes Konzept von Entwicklung den durch jahrhundertelange Kolonisierung gewachsen Strukturen Rechnung tragen muss (Getachew 2019: 152). Ein struktureller Effekt der Kolonialisierung ist beispielsweise, dass die Wirtschaft der post-kolonialen Staaten \u201enach au\u00dfen orientiert\u201c ist. Im Zuge der Diskussionen f\u00fcr eine gerechtere Weltwirtschaftsordnung entstand ausgehend aus einer antikolonialen Perspektive die Initiative der NIEO, die auch diese Problematik anstrebt aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Aufbruch zementierter Strukturen \u2013 NIEO realistisch?<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00d6l-Krise von 1973 war ein Wendepunkt der Nord-S\u00fcd-Beziehungen (Corea 1977: 178, Gilman 2015: 3). Die durch das \u00d6lembargo der OPEC- Staaten (Organisation of Petroleum Exporting Countries) entstandene Krise f\u00fchrte den Entwicklungsl\u00e4ndern vor Augen, dass sie sich in sogenannten Produzentenkartellen zusammenschlie\u00dfen und damit fundamental Einfluss auf die Weltpolitik nehmen k\u00f6nnen. Zu den OPEC- Gr\u00fcndungsmitglieder geh\u00f6rten 1973 Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela. Zu dem Zeitpunkt waren diese L\u00e4nder auch dem globalen S\u00fcden zuzuordnen, da auch sie kolonisiert worden waren sind und sich aufgrund von neo-kolonialen Abh\u00e4ngigkeiten nicht entwickeln konnten. Die Organisation wurde mit dem Ziel gegr\u00fcndet, im Kollektiv hohe Einnahmen durch \u00d6l-Exporte zu generieren und Einfluss auf den Weltmarkt zu nehmen. Die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des \u00d6lembargos auf diejenigen Staaten im globalen S\u00fcden, die auf \u00d6l-Importe angewiesen waren, war immens. Trotzdem sahen viele L\u00e4nder im globalen S\u00fcden in der OPEC einen Hoffnungsschimmer: Zum ersten Mal gelang es einer Allianz von Staaten aus dem S\u00fcden, h\u00f6here Preise f\u00fcr ihre Rohstoffe zu erzwingen (Gilman 2015: 3-4, Corea 1977: 178). Scheinbar ganz im Sinne der Eigenst\u00e4ndigkeit und Selbstbestimmung hatten die OPEC-L\u00e4nder sich kollektiv gegen die \u00f6konomischen Interessen des globalen Nordens durchgesetzt. Zus\u00e4tzlich kam es 1973 zur Aufl\u00f6sung des Bretton-Woods W\u00e4hrungssystems, einem System fester Wechselkurse, in dessen Zentrum der US-Dollar stand (Schubert, Klein 2020). Der globale Norden, so schien es, befand sich in einer historisch schwachen Position. Vermeintlich zementierte Strukturen schienen pl\u00f6tzlich ver\u00e4nderbar, die Durchsetzung einer Reform der Weltwirtschaftsordnung auf einmal realistisch (Gilman 2015: 3-4).<\/p>\n<p>Die Initiative der NIEO entstand also in einem l\u00e4ngeren Prozess und schien durch die \u00d6l-Krise und die Aufl\u00f6sung des Bretton-Woods System auf einmal erreichbar (Gilman 2015: 4). Die NIEO ist eine Antwort auf die ungleiche Verteilung des Reichtums der Welt. In der ersten Phase der antikolonialen Selbstbestimmung, in der das \u201edevelopment model\u201c weit verbreitet war, konnten die Dependenzen zu den ehemaligen Kolonialstaaten nicht verringert werden. Auf der Suche nach neuen Ideen wurde aus dem globalen S\u00fcden das Konzept der NIEO entwickelt. Die NIEO \u00fcberzeugte viele L\u00e4nder des globalen S\u00fcdens und schaffte es schlussendlich bis zur UN-Generalversammlung, bei der 1974 die Umsetzung der NIEO beschlossen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_3 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2380\" height=\"1502\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/Raul_Prebisch_1954.jpg\" alt=\"Quelle: Public domain \/ Arquivo Nacional Collection\" title=\"Raul_Prebisch (1954)\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/Raul_Prebisch_1954.jpg 2380w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/Raul_Prebisch_1954-1280x808.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/Raul_Prebisch_1954-980x618.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/Raul_Prebisch_1954-480x303.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2380px, 100vw\" class=\"wp-image-324\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_divider_0 et_pb_space et_pb_divider_hidden\"><div class=\"et_pb_divider_internal\"><\/div><\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_blurb et_pb_blurb_0 et_clickable  et_pb_text_align_left  et_pb_blurb_position_top et_block_module et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_content\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_main_blurb_image et_pb_css_mix_blend_mode\"><span class=\"et_pb_image_wrap et_pb_only_image_mode_wrap\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"658\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/832EC49C-1AF0-4DFB-9E67-38CBE8A907ED.jpeg\" alt=\"CC BY-SA 3.0 RS\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/832EC49C-1AF0-4DFB-9E67-38CBE8A907ED.jpeg 1024w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/832EC49C-1AF0-4DFB-9E67-38CBE8A907ED-980x630.jpeg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/files\/832EC49C-1AF0-4DFB-9E67-38CBE8A907ED-480x308.jpeg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1024px, 100vw\" class=\"et-waypoint et_pb_animation_top et_pb_animation_top_tablet et_pb_animation_top_phone wp-image-208\" \/><\/span><\/div>\n\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_container\">\n\t\t\t\t\t\t<h4 class=\"et_pb_module_header\"><span>Die Bewegung der Blockfreien Staaten<\/span><\/h4>\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_description\"><p>Die \u201eBewegung der Blockfreien Staaten\u201c strebte in den 1970er Jahren nach wirtschaftlicher Emanzipation und Unabh\u00e4ngigkeit von den Industriel\u00e4ndern. Hier k\u00f6nnt ihr tiefer in das Thema eintauchen.<\/p><\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_divider_1 et_pb_space et_pb_divider_hidden\"><div class=\"et_pb_divider_internal\"><\/div><\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_toggle et_pb_toggle_0 et_pb_toggle_item  et_pb_toggle_close\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<h5 class=\"et_pb_toggle_title\">Literatur<\/h5>\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_toggle_content clearfix\"><div id=\"main-content\">\n<article id=\"post-51\" class=\"post-51 page type-page status-publish hentry\">\n<div class=\"entry-content\">\n<div class=\"et-l et-l--post\">\n<div class=\"et_builder_inner_content et_pb_gutters3\">\n<div class=\"et_pb_section et_pb_section_0 et_pb_with_background et_section_regular\">\n<div class=\"et_pb_row et_pb_row_1\">\n<div class=\"et_pb_column et_pb_column_2_3 et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough\">\n<div class=\"et_pb_module et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n<div class=\"et_pb_text_inner\">\n<p>Arndt, Hans W. (1982): The New International Economic Order: A Retrospect. In: <em>Internationale Zeitschrift f\u00fcr Erziehungswissenschaft<\/em>, 28 (4), 431-434.<\/p>\n<p>Corea, Gamani (1977): UNCTADand The New International Economic Order. In: <em>International Affairs<\/em>, 53 (2), 177-187.<\/p>\n<p>Dohmen, Caspar (2021): Reich an Sch\u00e4tzen, trotzdem arm. In: Deutschlandfunk Kultur am 05.10.2021. Text abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/globaler-sueden-reich-an-schaetzen-trotzdem-arm-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunkkultur.de\/globaler-sueden-reich-an-schaetzen-trotzdem-arm-100.html<\/a> (Zugriff am 31.08.2022).<\/p>\n<p>Dohmen, Caspar (2022): Als der globale S\u00fcden eine Neue Weltwirtschaftsordnung forderte. In Deutschlandfunk am 12.04.2022. Text abrufbar unter:\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/weltwirtschaftsordnung-entwicklungslaender-industrielaender-100.html\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/weltwirtschaftsordnung-entwicklungslaender-industrielaender-100.html<\/a> (Zugriff am 31.08.2022).<\/p>\n<p>Getachew, Adom (2019): The Welfare World of the New International Economic Order. Worldmaking after Empire. The Rise and Fall of Self-Determination. Princeton: Princeton University Press, 142-175.<\/p>\n<p>Gilman, Nils. (2015): The New International Economic Order: A Reintroduction. In: <em>Humanity: An International Journal of Human Rights, Humanitarianism, and Development<\/em>, 6 (1), 1\u201316.<\/p>\n<p>Mattes, Hanspeter (2012): Die Blockfreienbewegung: Quo vadis? GIGA Arbeitspapier 8\/2012, Hamburg: GIGA.<\/p>\n<p>M\u00f6ller, Sebastian (2020): Ra\u00fal Prebisch &amp; Hans W. Singer. In: Janusch, Holger (Hrsg.), Handelspolitik und Welthandel in der Internationalen Politischen \u00d6konomie. Ein ideengeschichtlicher \u00dcberblick. Wiesbaden: Springer VS, 157- 176.<\/p>\n<p>Schubert, Klaus\/Martina Klein (2020): Das Politiklexikon. 7., aktualisierte und erweiterte Auflage. Bonn: Dietz.<\/p>\n<p>United Nations (1974): Resolution adopted by the General Assembly. 3201 (S-VI). Declaration on the Establishment of a New International Economic Order. Text abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.un-documents.net\/s6r3201.htm\">http:\/\/www.un-documents.net\/s6r3201.htm<\/a>. (Zugriff am 31.08.2022).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<footer id=\"main-footer\">\n<div class=\"container\">\n<div id=\"footer-widgets\" class=\"clearfix\">\n<div class=\"footer-widget\">\n<div id=\"block-8\" class=\"fwidget et_pb_widget widget_block\">\n<div class=\"is-layout-flex wp-container-5 wp-block-columns\">\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-column\" style=\"flex-basis: 50%\">\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-group\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-column\" style=\"flex-basis: 50%\">\n<div class=\"is-layout-flow wp-block-group\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/footer><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":8721,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"class_list":["post-51","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/51","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8721"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=51"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/51\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":431,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/51\/revisions\/431"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/NIEO2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}