50 Jahre Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

Zeit der Zukunft 2021-

 

Heute arbeiten, lernen, lehren und forschen etwa 23.000 Menschen an der Universität Bremen. Sie kommen aus mehr als 120 Ländern. Das Lehrangebot umfasst 100 Studiengänge. Die Universität gilt als eine der Drittmittel-stärksten Universitäten in Deutschland.

Das kommende Jahrzehnt wird durch Maßnahmen gegen den Klimawandel, durch die sogenannte Energiewende und die Elektrifizierung von Produktion und Verkehr, durch gesellschaftliches Engagement und die Übernahme gesellschaftspolitischer Verantwortung, durch eine zunehmende Automatisierung und teilweise Selbststeuerung wirtschaftlicher Prozesse, durch die Nutzbarmachung von Künstlicher Intelligenz sowie durch eine Digitalisierung der Wirtschaft und neue digitale Dienstleistungsinnovationen geprägt sein. Diese Entwicklungen werden Auswirkungen auf die Forschungsschwerpunkte und die Lehrangebote des Fachbereichs haben.

 

Neu berufene Professorinnen und Professoren
Dekanat
Dekan
   
Zimmermann Jochen seit WiSe 2007/08
Statement von Jochen Zimmermann

Fachbereich Wirtschaftswissenschaft

Die Zeit der Zukunft

50 Jahre gibt es den Fachbereich Wirtschaftswissenschaft. In diesen 50 Jahren haben sich viele Dinge verändert, aber es gibt auch Konstanten, die uns Verpflichtung sind und bleiben. Dazu gehört zunächst die Wirtschaftswissenschaft im Singular: Die Idee der Gründungsmitglieder einer einheitlichen, aber pluralen Wirtschaftswissenschaft, also eines gemeinsamen Fundaments der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre gilt für uns weiterhin. An praktisch relevanten Themen orientierte Volkswirte wie methodisch fundiert arbeitende Betriebswirte stehen für dieses gemeinsame Fundament ein.

In den 50 Jahren unseres Bestehens ist die Forschungslandschaft noch internationaler geworden. Dem werden wir uns in der Zukunft noch mehr öffnen. Dies zeigt sich schon jetzt in der Berufung von international ausgewiesenen Forscherpersönlichkeiten. Noch mehr als bisher möchten wir unser Kollegium dabei auch von der Herkunft internationalisieren. Dazu werden wir nicht nur die Professuren nutzen, sondern auch auf neue Karrierewege setzen. Vermehrt wollen wir die Tenure-Verfahren nutzen, um frühzeitig Forschungsexzellenz an uns zu binden. Noch mehr als bisher wollen wir ein attraktiver Ort auch für längerfristige Gastaufenthalte von Forschern werden und uns auch so weiter in die Welt vernetzen.

Neue Wege werden wir in der Doktorandenausbildung beschreiten. Hier setzen wir verstärkt auf Forschungsmethoden, die sich in größeren Gruppen angeeignet werden sollen. Vielleicht wird auch so eine Vision der Gründungsmitglieder unseres Fachbereichs neu interpretiert: Die abhängigen Beschäftigungsverhältnisse bei den Professuren lösen sich in gemeinsame Forschungszusammenhänge in Teams auf. Die Zusammenarbeit in Form gemeinsamer Projekte, die sich auch in der Erscheinungsform der kumulativen Dissertation zeigt, wird so zum Regelfall und ein Magnet für wissenschaftlich interessierten Nachwuchs.

In der Lehre haben wir diversifiziert: Vom einem einzigen Diplomstudiengang Wirtschaftswissenschaft zum System der Bachelor und Master, aber auch in einer stärkeren Ausdifferenzierung der Programme. Der Fachbereich bildet neben seinem fachlichen Kern in der Wirtschaftswissenschaft Netzwerke mit anderen Disziplinen: den Ingenieuren, den Informatikern, den Sozial- und Humanwissenschaftlern. So haben wir gemeinsame interdisziplinäre Masterprogramme aufgelegt, und auch hier werden wir nachlegen. Den globalen Herausforderungen stellen wir uns bald in Form eines neuen Masterprogramms in Volkswirtschaftslehre. Und in nicht allzu ferner Zukunft wollen wir auch den betriebswirtschaftlichen Bereich des Entrepreneurship stärken. Das alles werden wir Hand in Hand mit unseren europäischen Partnern auch in der YUFE-Allianz tun. An der Umsetzung einer Vision eines europäischen Campus arbeiten wir mit Schwung mit.

Gesellschaftlich relevantes Arbeiten schließt die enge Bindung an die unternehmerische Praxis ein. Schon jetzt geben uns Unternehmen und Gesellschaft Impulse für die Forschung und die Lehre. Schon jetzt testen wir die Qualität unserer Arbeit etwa in der Form der Beschäftigung unserer Absolventinnen und Absolventen. In der Zukunft werden wir verstärkt auch auf Transfer und eine noch engere Einbindung von Unternehmen auch in die tägliche Forschung und Lehre setzen – thematisch und strukturell.

Die Dokumentation der letzten 50 Jahre war ein großes Gemeinschaftsprojekt. Es hat uns vor Augen geführt, was wir alle in den fünf Dekaden der Universität erreicht haben, aber auch, wo wir an unsere Grenzen gestoßen sind. Vorgenommen haben wir uns, diese errungenen Erfolge fortzuführen. Sie hängen immer an den Menschen. So bleibt uns auch für die Zukunft die Verpflichtung, weiterhin mit Teamgeist und guter Laune an den Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft mitzuarbeiten. Damit wir auch die nächsten 50 Jahre erfolgreich bleiben.