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Ausgehend von der zentralen Frage: „An der Kunst ist für das Leben nichts zu
lernen?“ (Hermann K. Ehmer, 1995) bitte ich Sie um Ihre Einschätzung:
Welche Erfahrungsmöglichkeiten in Bezug auf das Thema „Heterogenität“ wurden
im Vortrag am Beispiel der Kunst und Kunstpädagogik thematisiert und welche
sind nach Ihrer Meinung nach besonders wichtig? (Bitte mit Begründung)
Welche inhaltlichen und methodischen Möglichkeiten des Biografischen
Arbeitens und der „Sensitivität für die Lücke“ sehen Sie für Ihre studierten
Fächer? Bitte konkretisieren Sie Ihre Überlegungen an Beispiele
In der Vorlesung wurde uns ein Kunstwerk von Edvard Munch mit dem namen’Mädchen am Meer‘ vorgezeigt. Wir sollten uns das Bild zwei Minuten anschauen und schließlich in uns kehren um es für uns persönlich zu interpretieren. Im bezug auf Heterogenität habe Ich eine Gruppe von hellhäutigen Frauen gesehen die eine Dunkelhäutige ausschließen oder eine Dunkelhäutige die sich mit den Hellhäutigen nicht identifizieren kann und Sehnsucht nach dem Boot mit ihren Gleichgesinnten hat.
Dieses Experiment wurde auch an einer Grundschule durchgeführt und die Ergebnisse der Kinder wurden uns präsentier. Die Schüler wurden in Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe hat ihre Erlebnisse in Powerpointpräsentation quasi als Comic dargestellt. Herauskamen ínteressante Ergenisse.
Die ganze Aufgabestellung war mit all seinen Facetten von großer Bedeutung, zumal die Kinder auf der einen Seite das Bild für sich erfahren haben und auf der anderen Seite anschließend reflektiert und sich damit thematisch auseinander gesetzt haben.
Für als angehender geschichts- und Biologielehrer bietet die biographische Arbeit mit seinen unterschiedlichen Methoden großes Potenzial den Unterricht gut zu gestalten. Bezogen auf das Fach Geschichte wäre es interessant zu sehen, wie sich meine Schüler gewisse historische Inhalte an unterschiedlichen Quellen, wie bspw. Texten, erarbeiten und sie im Anschluss transformieren, sodass aus den schnöden Texten bspw. ein als Schauspiel aufgeführtes Theaterstück wird. Das hat den Vorteil, dass die Schüler sich besser in die Rolle historischer Figuren hineinversetzen und den Handlungsablauf besser nachvollziehen können. Die Geschichte wird erlebt und damit greifbarer.
Im Biologie Unterricht würde Ich es meine Schülern anhand von experimenten versuchen näher beizubringen um zum komplexeren Theorieunterricht einen Gegenpol zu schaffen!
Ich möchte den Beitrag an dieser Stelle noch ergänzen, indem ich auf die zentrale Fragestellung von Hermann K. Ehmer – „An der Kunst ist für das Leben nichts zu
lernen?“ (1995) – eingehe.
Ich stimme der Aussage, dass man an der Kunst nichts für das Leben lernen kann, absolut nicht zu. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten in der Begegnung mit Kunst Erfahrungen zu sammeln und zu lernen.
Erstens spielt Kunst eine maßgebliche gesellschaftliche Rolle, nicht nur in unserer Kultur. Es findet eine kreative Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftlichen, geschichtlichen, persönlichen oder anderen kritischen Themen statt. Die Kunst erweitert und vervollständigt unsere Betrachtung von Themen, Epochen oder persönlichen Biografien und Schicksalen.
Desweiteren sensibilisiert die Beschäftigung mit Kunst in all seinen Formen (Malerei, Zeichnungen, Fotografie, Videokunst, Audio-Kunst, perfomance art, …) den Menschen für das Symbolische oder Sinnbildliche. In den Werken werden durch unterschiedlichste Art und Weise Gefühle, Gedanken und Emotionen dargestellt und angedeutet.
Drittens kann sich in der Kunst kreativ ausgelebt werden. Kunst kann einen therapeuthischen Effekt haben, einen Ausgleich zum Alltag sein oder in den Alltag mit eingepflegt werden. Durch eigene Erfahrung Kunst zu schaffen wird nicht nur passiv betrachtet sondern aktiv erlebt. Dies ist immer eine Bereicherung um Themen sinnvoll zu vertiefen.
Somit ist klar: An der Kunst ist für das Leben eine Menge zu lernen!