Muttersprache-Fremdsprache-Fachsprache

Diskutieren Sie, wieso die Berücksichtigung der sprachlichen Heterogenität
der Klassen in NW-Unterricht wichtig ist. Berücksichtigt dabei die
Unterschiede zwischen der deutschen Sprache und der Fachsprache.  Ist
Fachsprache gleich Sprache?

Die sprachliche Heterogenität, also die Vielfalt verschiedener Sprachen und Sprachstufen, zeigt sich im NW-Untericht besonders deutlich, da dort eine auf der deutschen Grammatik aufbauende Terminologie verwendet wird. Das bedeutet, dass für die richtige Anwendung der Fachsprache, der syntaktische Aufbau des Deutschen sicher und gefestigt vorhanden sein muss. Dies ist bei der sprachlichen Heterogenität oft nicht der Fall und viele SuS scheitern in naturwissenschaftlichen Fächern nicht an der fachlichen Komplexität, sondern den fehlenden sprachlichen Fähigkeiten. Damit ein Sprachdefizit nicht in allen Fächern zum Hindernis wird, ist es wichtig auch in nicht-sprachlichen Fächern, wie zum Beispiel den Naturwissenschaften, kontextbezogen die Lese- und Schreibfähigkeiten zu trainieren.Treten neue Fachbegriffe im Unterrichtsgeschehen auf, werden diese meist per Definition festgelegt, auch hier ist darauf zu achten, diese Definition schülergerecht auch im Sinne der sprachlichen Komplexität zu gestalten. Die Neigung dieser Fächer, sich nur auf die eigene Terminologie zu beschränken, blendet aus, dass diese Fachbegriffe zum Gebrauch in eine Sprache z.B. des Deutschen eingebettet werden müssen. Selbst wer alle biologischen Fachtermini des Italienischen beherrscht, jedoch darüber hinaus kein Wort italienisch spricht oder Ahnung von dessen Grammatik hat, wird kein biologisches Fachgespräch auf italienisch halten können.

Um Überforderungen der SuS durch unverständliche Definitionen fremder Wörter zur Benutzung in einer neuen Sprache zu vermeiden, sollten Lehrkräfte ihre Materialien immer gut reflektiert verwenden. Auch Formulierungshilfen für Protokolle, bebilderte Listen und die Reduzierung der Termini auf die wirklich notwendige Menge, helfen mögliche Sprachbarrieren zu überwinden und sich auf die eigentlichen naturwissenschaftlichen Inhalte einlassen zu können.

Interkulturelle Öffnung/ Musikdidaktik

1. Was ist die Musik Ihrer Kultur? Wie würden Sie die Beantwortung dieser Frage angehen? Können Sie das spontan sagen? Müssen Sie nachdenken? Lässt es sich in Worte fassen? Ist diese Frage für Sie wichtig?

Ich finde die Beantwortung dieser Frage schwierig, da dafür erstmal geklärt sein mus, was unter Kultur verstanden wird. Durch die Globalisierung und den unbegrenzten Zugang zu Kulturen aus aller Welt, gibt es keine festen nationalen kulturen. Wir werden immer mehr zu Weltbürgern. Dadurch wird die Identifizierung über “Subkulturen” immer wichtiger und da es von diesen fast unbegrenzt viele gibt, ist es schwer von der einen Kultur zu sprechen. Selbst in einem Leben ist man oft Teil verschiedener “Kulturen”.Es gibt HipHop-, Metall-, Reggae-Kulturen und alle können nebeneinander existieren und von ihrer Vielfalt profitieren.Geht man von nationalen Kulturen aus, so versteht man darunter meist auch nur einen Teil der Musikvielfalt in einem Land den man schon einmal gehört hat und damit in Verbindung bringt. Volkstümliche Musik klingt für uns dann vielleicht typisch, aber fragt man verschiedene Menschen dieses Landes würde wohl jede/r anders antworten ( wie bereits in der Vorlesung erlebt).

Für mich persönlich kann ich nicht bestimmen, was die Musik meiner Kultur ist, denn ich denke Musik ist Kultur an sich und ich fühle mich von verschiedenen Richtungen beeinflusst.

 

2. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie die Musik einer anderen Kultur (oder die eigene) als „fremd“ erlebt haben?

Ich könnte keine Situation beschreiben, in der ich Musik als “fremd” wahrgenommen habe. Bestimmt gab und gibt es Momente in denen ich Musik als neu wahrgenommen habe. Da ich generell offen für Neues bin, höre ich dann gerne genauer hin und versuche mich darauf einzulassen, unabhängig davon, ob ich sie für mich persönlich gut/schlecht finde.Musik sagt für mich vieles über eine Person ( nicht eine Nationalität o.Ä.) aus und ich empfinde es als Chance Musikgeschmack anderer Leute kennen zu lernen. Dadurch kann auch Musik im Unterricht ein guter Aufhänger sein, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Jedoch nicht in nationalen Gruppen, sondern jeder Mensch als Individuum, so wie man ihn/sie auch betrachtet sollte.

Genderheterogenität Sitzung 6

Wilfried Bos stellt in der Begleituntersuchung zu IGLU 2003 fest, dass Jungen sich in der Tendenz – im Vergleich mit der weiblichen Gleichaltrigengruppe – signifikant weniger sicher in Schule fühlen, deutlich weniger gerne zur Schule gehen und eindeutig häufiger das Gefühl haben, dass sich die Lehrkräfte nicht/wenig um sie kümmern. Wie erklären Sie sich diese Ergebnisse und wie könnte man diese Situation verbessern?

Die von Bos fetsgestellte Unsicherhit der Jungen in der Grundschule hat meiner Meinung nach mit der Gestaltung der Grundschule zu tun. Zum einen natürlich mit der fehlenden männlichen Bezugsperson, da fast nur Lehrerinnen vorhanden sind. Dabei wäre es aber auch interessant zu wissen, ob sich Jungen dann auch bereits im Kindergarten unwohl fühlen, da dort ähnliche Umstände herrschen!?

Schaut man sich aber auch die Unterichtsgestaltung in der Grundschule an: basteln, singen, malen, still sitzen bis zur Pause, fällt mir auch dort eine sehr feminine Färbung auf ( ntürlich auch beeinflusst durch die weiblichen Lehrkräfte). Vielleicht fühlen sich Jungen also auch unwohl, weil die Art in der gelernt werden soll ihnen nicht entspricht. Denn in den Pausen oder im Sportunterricht dominieren sie meist und können durch motorisch-sensorisch Aktivität neue Dinge entdecken und lernen. Dort können viele ihre Stärken ausleben und Spaß an der SChule entdecken. Meiner Meinung sollte nämlich genau das Kern der Grundschule sein: Spaß am Lernen vermitteln. Nur so kann ein Eigeninteresse für spätere Stufen,in denen selbstständiges Arbeiten und Wissenserwerb vorruasgesetzt werden, geschaffen werden.

Neben der vermehrten Einstellung männlicher Lehrkräfte in der Grundschule ( und Erziehern im Kindergarten) sollte also auch das Unterichtskonzept auf die unterschiedlichen Bedürfnise der Geschlechter angepasst werden. Die Grundschule sollte unterschiedliche genderspezifische Möglichkeiten bieten, damit jeder/jede ( auch unabhängig des biologischen Geschlechts) seinen Weg und Spaß an Schule finden kann.

Nur wer gerne in die Schule kommt, empfindet später Lernen nicht als Last sondern als Lust.

Umgang mit Heterogenität im Schulalltag

Warum, glauben Sie, tun sich Lehrkräfte im Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft schwer?

Meiner Meinung nach sind es nicht immer die Lehrkräfte die sich mit der Heterogenität schwer tun, sondern die äußeren Umstände die es ihnen erst schwer machen. Unser Bildungsystem will Individualität und Selbstständigkeit der SchülerInnen fördern, auf der anderen Seite anonymisiert es durch immer größere Klassen und steigert das Konkurrenzdenken durch starre Leistungsüberprüfungen. Immer mehr Anforderungen an Schüler aber insbesondere Lehrer macht es beinahe unmöglich sich einzelnen SchülerInnen zu widmen. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich Lehrer lieber an SchülerInnen orientieren die sie als “unproblematisch und engagiert” erleben.

Es kommt immer mehr darauf an, einen bestimmten Unterrichtsstoff in einer bestimmten Zeit durch genommen zu haben und daran wird die Fähigkit eines Lehrers zu häufig gemessen. Wie viel dabei bei den SuS angekommen ist, fällt immer weniger ins Gewicht. So lange bei Leistungskontrollen einige gute Noten zu finden sind und zwar die der eh schon motivierten und leistungsstarken SchülerInnen ist das Klassenziel erreicht. Der/die Einzelne fällt dabei häufig durch das Raster und erst am Ende eines Schuljahres fällt dann in der Bewertung auf, dass Hilfestellung von Nöten gewesen wäre.

Meiner Meinung nach ist es aber keine Lösung nun die Heterogenität der Schülerschaft, durch spätere (oder gar keine) Trennung nach Leistungsstand und jahrgangsübergreifende Klassen mit eigenständigem Lernen, zu eröhen. Dies hat nur den bildungspolitischen Vorteil der Einsparung qualifizierter Lehrkräfte und Schulen generell. Viel mehr müsste die Klassengröße minimiert werden und die Schulzeit an die Leistungen angepasst werden, denn z.Z. soll mehr Stoff in kürzerer Zeit (G8-Abitur) gelehrt werden. Nur so bleibt Platz, Zeit, Motivation die Entwicklung sozialer Fähigkeiten der SchülerInnen und deren Individualität zu fördern.

Allerdings ist es, wie so oft, eine Frage des Geldes, denn es werden mehr Lehrkräfte gebraucht, besser ausgestattete Schulen in denen man sich gerne aufhält und die Schulzeit würde sich verlängern.

 

 

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