Rückblick
1.) Zu “ KANN EIN LEHRER BILDUNGSGERECHTIGKEIT HERSTELLEN? ”
Wenn ich mir den Kommentar zu diesem Beitrag durchlese merke ich viel Zustimmung. Doch fällt mir auch auf, dass ich den Aspekt der Eltern nicht beachtet hatte. Und da muss ich wiederum zustimmen. Natürlich fällt auch ein Teil der Verantwortung zur Bildung auf die Eltern der Schüler. Nun weiß ich natürlich nicht inwiefern man als Lehrer darauf Einfluss nehmen kann. Was kann man tun um über die Eltern mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu erlangen?
Alles in allem ein schwieriges Thema, doch der Kommentar hat mir die Möglichkeit der Eltern vor Augen gehalten. Dadurch denke ich, dass man noch mehr Chancen hat die Gerechtigkeit anzupeilen. Auch wenn sie wohl nie ganz erreicht werden kann.
2.) Zu “ REFLEXIVE KOEDUKATION UND DER MANGEL AN MÄNNERN ”
Bei diesem Kommentar wird mir klar, dass ich beim schreiben des Beitrages wohl einen Tunnelblick hatte. Natürlich kann Verhalten von jedem abgeguckt werden und nicht nur von älteren Gleichgeschlechtigen. So sollte auch von weiblichen Lehrern ein gewisses Vorbildverhalten gewährleistet sein, dass quasi “allgemeingültig” ist. Und das Gleiche gilt auch andersherum.
So muss ich mir als Lehrer natürlich vornehmen, dass alle Schüler, egal welchen Geschlechts, sich wohl fühlen und gerne in meinen Unterricht gehen. Und im Bezug zur Erkenntnis aus 1.) kann ein guter Kontakt zu Eltern auch hier helfen. So werden vielleicht Gründe für ein unbehagliches Empfinden des Schülers schneller klar und man kann darauf reagieren
Ich bin froh, dass zu mindest zwei Kommentare sich auf meine Beiträge beziehen und ich aus denen neue Denkanstöße und neue Erkenntnisse gewinnen konnte.
Fachsprache und Heterogenität ?! Wichtig in Naturwissenschaften!
Aufgabenstellung
Diskutieren Sie, wieso die Berücksichtigung der sprachlichen Heterogenität
der Klassen in NW-Unterricht wichtig ist. Berücksichtigt dabei die
Unterschiede zwischen der deutschen Sprache und der Fachsprache. Ist
Fachsprache gleich Sprache?
Gerade bei Naturwissenschaften kommen viele Fachwörter zwangsweise in den Wortschatz. Viele Sachverhalte, Zustände und Vorgänge bekommen Namen und ohne die geht es dann nicht. Man braucht sie zum weiteren Beschreiben und zum Erklären, und würde man sie jedesmal durch eine Erklärung der Begriffe ersetzten, wird alles sehr umständlich und kompliziert. Z.B. in der Physik sagt man Spannung und fängt nicht an das Ganze genau zu erklären. Oder ein anderes Beispiel aus der Chemie die Van-der-Waals-Kräfte. Jeder Chemiker weiß was das ist und erklärt es nicht immer wieder. In der Vorlesung wurde das Beispiel von “man” und “Mann” genannt und das Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, Probleme mit dem Unterschied haben. Das könnte z.B. in Biologie zu totalen Missverständnissen führen.
Und nun kommt der Punkt der Heterogenität ins Spiel. Nicht jeder Schüler beherrscht die Sprache gleich und auch das Verständnis und die Fähigkeit Sachen aufzunehmen unterscheiden sich bei jedem. Daher fällt es manchen Schülern schwerer in diese Fachsprache mit den Begriffen einzutauchen, da sie die Begriffe noch gar nicht verstanden haben oder ihnen die Zusammenhänge nicht klar sind. Daher muss man unbedingt berücksichtigen, dass jeder Schüler auf ein “grundlegendes Fachsprachenverständnis” kommt. Sonst verlieren diese ganz schnell den Anschluss, wenn auf Begriffe aufgebaut wird und dadurch weitere Begriffe und Fachausdrücke folgen.
Deshalb finde ich auch, dass Fachsprache nicht gleich Sprache im allgemeinen Sinne ist. Denn es gibt deutlich mehr Fachbegriffe, die man erstmal verstehen muss und die viel mehr Bedeutung haben als nur ein “Fremdwort”. Eine Sprache ist die Fachsprache natürlich schon, da mit ihr sehr gut kommuniziert werden kann auf dem Fachgebiet!
Reflexive Koedukation und der Mangel an Männern
Aufgabenstellung
1. Faulstich-Wieland wirbt für den Ansatz der “Reflexiven Koedukation”. Dieser Zugang liesse sich sinnführend um den Aspekt des Umganges mit kultureller Heterogenität zu einem Konzept der “reflexiven interkulturellen Koedukation” erweitern. Welche konkreten negativen Wirkungen könnte ein pädagogisches Arbeiten hervorrufen, dass sich bezüglich der hier angesprochenen Heterogenitätsdimensionen nicht diesem (selbst-)reflexiven Prozess stellt?
2. Wilfried Bos stellt in der Begleituntersuchung zu IGLU 2003 fest, dass Jungen sich in der Tendenz – im Vergleich mit der weiblichen Gleichaltrigengruppe – signifikant weniger sicher in Schule fühlen, deutlich weniger gerne zur Schule gehen und eindeutig häufiger das Gefühl haben, dass sich die Lehrkräfte nicht/wenig um sie kümmern. Wie erklären Sie sich diese Ergebnisse und wie könnte man diese Situation verbessern?
1.) Ein nicht reflexives pädagogisches Arbeiten würde zur Folge haben, dass durch diese Praxis die Geschlechter in gewisse Rollen gedrückt werden. Ist z.B. eine eher Mädchen-fördernde Unterrichtsart vorhanden, so würde das auch immer so bleiben und männliche Schüler würden ihre Differenzen stetig vor Augen gehalten werden. Nur durch Reflexion könnte die Lehrkraft das erkennen und dagegen vorgehen.
Angenommen nun würde eine geschlechtergerechte Pädagogik statt finden, so müsse man immer noch innerhalb der Geschlechter differenzieren und durch Reflexion auch hier Benachteiligungen entegegenwirken bzw. dies versuchen. Denn ich denke nicht, dass es möglich ist, dass man immer alle so behandelt, sodass sie keine Differenzen haben. Man kann natürlich sagen durch Reflexion ist mir jetzt aufgefallen, Kinder mit nur einem erziehenden Elternteil kommen bei mir zu kurz. Doch geht man darauf ein kommen zwangsweise andere Bereiche zu kurz wie z.B. ältere Schüler in der Klasse (durch Sitzenbleiben o.Ä.)
Dennoch ist der Versuch natürlich deutlich besser als es ganz sein zu lassen. Das wäre schlichtweg falsch. Ich denke auch wenn man alle “Themen” sozusagen abgehandelt hat, wird jeder, der mit einem Thema in Verbindung steht, etwas davon mitgenommen haben.
Fakt ist: Ohne Reflexion bleiben die Differenzen und Benachteiligungen bestehen bzw. verschlimmern sich sogar.
2.) Eine erste Erklärung liefert natürlich das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Lehrern! Bei kaum männlichem Lehrpersonal haben Jungen vielleicht eine fehlende Vorbildperson. Grade die im Text genannten “schwierigen” Jungen werden wohl auch schwierige Familienverhältnisse haben. Und ich denke in dem Alter und allgemein in der Jugend, müssen sich Jungen das richtige Benehmen irgendwo “abgucken” können.
Des Weitern kann es sein, dass grad bei den “schwierigen” Jungen auf Grund der Familienverhältnisse sie keine “normale” Verbindung zu erwachsenen Frauen haben. Sie interessieren sie vll. nicht und umgekehrt haben sie dann das gleiche Gefühl. Auch sollte man dazu noch den Aspekt in Betracht ziehen, dass sie mit manchen Problemen nicht zu einer weiblichen Person gehen wollen.
Daher ist es auch schwierig diese Situation zu verbessern. Man kann ja nicht einfach Studenten zwingen auf Grundschullehramt zu studieren, weil da zu wenig Männer sind. Mir fallen da 2 Ansätze ein:
1. Man müsste die Lehrerinnen soweit pädagogisch Schulen, dass sie trotz ihres Geschlecht einen Draht zu den Jungen aufbauen können. Das wird sich aber eher als kompliziert und anstrengend erweisen.
2. Man braucht Kontaktpersonal beiderlei Geschlechts an der Schule. Quasi einen männlichen und eine weibliche Vertrauensperson. Und doch auch hier wird es nicht leicht das durchzusetzen und die Verbindung zu kriegen. Aber irgendwie so müsste man das doch lösen können…
Kann ein Lehrer Bildungsgerechtigkeit herstellen?
Aufgabenstellung
“Diskutieren Sie mit Ihren KommilitonInnen, was Ihr Beitrag als zukünftige
LehrerInnen zur Herstellung von Bildungsgerechtigkeit in der Schule sein
könnte und wo Sie Schwierigkeiten bei der Umsetzung dieses Bildungsziels
für Ihr spezifisches Fach/Ihre spezifischen Fächer sehen”
Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich erstmal klar machen, was man unter Bildungsgerechtigkeit versteht. In meinen Augen bedeutet dies die Chancengleichheit der Schüler im Bezug auf das nächste Jahr oder noch weiter für ihre Zukunft. Was bedeutet nun wieder Chancengleichheit?! Für mich ist das der Fall, wenn alle Schüler den gleichen grundlegenden Wissenstand haben, damit sie alle mit guter Voraussetzung an den nächsten Unterrichtsstoff anknüpfen können.
Also heißt das jetzt im Bezug auf die Fragestellung: Kann ein Lehrer dafür sorgen, dass alle Schüler seiner Klasse mit den gleichen Grundlagen in das nächste Jahr gehen. Denn so hätten die alle den gleichen Bildungsstand und Bildungsgerechtigkeit wäre hergestellt.
Auch wenn ich persönlich noch weit entfernt bin, mich in die Lage eines Lehrers zu versetzten, mit seiner Verantwortung und auch der Bürde, so würde ich doch sagen, dass es nicht möglich ist reine Chancengleichheit und somit Bildungsgerechtigkeit herzustellen. Zu einem muss berücksichtigt werden, dass jeder Schüler individuell Sachverhalte versteht und Grundlagen erlernt. So muss klar gesagt werden, dass leistungsstarke Schüler auch gefördert werden sollten. Diese hätten dann natürlich mehr Stoff verarbeitet als andere. Die einzige Möglichkeit für den Lehrer ist demnach zu versuchen, dass die Grundlagen, das Wichtigste sitzt. Dann sollte der nachfolgende Unterricht auch wirklich nur auf diesen Grundlagen aufbauen.
Alles in allem ist es für einen Lehrer also nicht möglich, dass alle Schüler immer auf gleichem Stand sind. Dennoch kann er im Bezug auf Grundlagen Bildungsgerechtigkeit herstellen.
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