Inklusion / Integration

Schuhmann verdeutlicht, dass es noch keine konkreten Vorstellungen über die Begriffe der Inklusion / Integration gibt. Es herrscht noch immer Ungewissheit. Häufig werden die beiden Begriffe als ein und das Selbe angesehen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Dieser falsche Grundgedanke wird beispielsweise durch falsche amtliche Übersetzungen der UNESCO gefördert. Das Schulsystem würde versagen, sofern es nur darum geht, Kinder mit Förderbedarf an normalen Schulen zu integrieren. Schuhmann setzt sich für eine Umstrukturierung des deutschen Bildungswesens und der zeitnahen Umsetzung der Inklusion.
Damit das Kind auf eine allgemeinbildende Schule gehen kann, sollte es Fortbildungen für Lehrer geben, und die Studiengänge daran angepasst werden.

Glück ist ebenfalls der Meinung, dass das deutsche Schulsystem Mängel in Bezug auf Kinder mit Behinderungen, bzw. Einschränkungen, hätte. Er konkretisiert die Einschränkung auf eine kommunikative, und erwartet auch die Inklusion von eben solchen Schülern. Der Förderbedarf solle einen präventiven Effekt haben und öfter angeboten werden.  Für den Förderschwerpunkt Sprachen gäbe es einige Kriterien, die es einzuhalten gilt: Die Lerngemeinschaft muss reduziert werden und eine angenehme Lernatmosphäre muss entstehen, die Lehrersprache muss vereinfacht werden und es müsste eine Vielzahl von sowohl sensorischen/motorischen, als auch visuellen Angebote ermöglicht werden. Der Schulalltag soll vor Ausgrenzung schützen.

Insgesamt fordern beide Autoren, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Sonderpädagogen und Lehrkräften herrschen sollte.

Um einen reibungslosen Ablauf in Aussicht zu stellen, müssen für die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Sonderpädagogen neue Aufgabenverteilungen klar strukturiert werden, da es sonst beidseitiger Überforderung führen würde.
Glück führt auf, dass viele Eltern sich Förderschulen raussuchen jedoch abgewiesen werden müssen da die Förderschulen ausgebucht sind, das Wahlrecht der Eltern wird allerdings seine Gültigkeit verlieren wenn das sonderpädagogische Bildungssystem aufgelöst wird.  Desweiteren, werde mehr und mehr Experten von Nöten sein, da sich kein einzelner auf alle Aspekte in der Sprachförderung spezialisieren kann.

Meiner Meinung nach wird ganz klar ersichtlich, dass wir noch keine genaue Ahnung darüber haben, wie alles umgesetzt werden soll. Wir wissen zwar, was gemacht werden soll. Allerdings nicht, wie es getan werden soll und wie man damit umzugehen hat. Fakt ist, dass man es niemals allen recht machen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Schüler über Einschränkungen verfügen, oder „normal“ sind.

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4 Antworten auf Inklusion / Integration

  1. Profilbild von Hala Telo Hala Telo sagt:

    Ich stimme dir in dem Punkt zu, dass noch eine generelle Unsicherheit herrscht und dass es noch an der Umsetzung hapert. Allgemein ist Inklusion ein sehr schwieriges Thema, dass nach einer effektiven Lösung sucht. Der Vorschlag der Autoren, hinsichtlich der Zusammenarbeit von Lehrkräften und Sonderpädagogen klingt sehr plausibel. Dieses Vorhaben verlangt jedoch eine klare Regelung, damit die Zusammenarbeit reibungslos erfolgen kann. Das Schulsystem sollte einfach verstärkt an dieser Regelung arbeiten, um ein zufrieden zu stellendes Ergebnis zu erzielen.
    In deinem Fazit schreibst du, dass man es niemals allen Recht machen könne. Es stimmt zwar, dass es viele Meinungen zu diesem Thema gibt und noch mehr vermeintliche Lösungsansätze. Doch das liegt, glaub ich daran, dass das Thema einfach polarisiert und jeder glaubt, die “perfekte” Lösung zu haben. Ich finde es einfach wichtig, dass man die Schüler nicht aus den Augen verliert und alles versucht, um für sie die beste Lösung zu finden. Zusammenfassend kann man sagen, dass es noch ein langer Weg ist, um dieses Problem zu lösen.

  2. Profilbild von Johanna Johanna sagt:

    Hi,

    Schuhmann vertritt eine sehr radikale Ansicht der Inklusiven Pädagogik. Frei nach dem Motto: Ganz oder gar nicht! Ich denke, dass Thema Inklusion betreffend, ist dieser Ansatz sehr sinnvoll. Häufig scheitert die Einführung von Inklusion daran, dass die Sonderschulen zwar aufgelöst werden, die lernbehinderten Schüler und Schülerinnen jedoch nach und nach in die alte Schulform zurückkehren, welche nur einen neuen Namen, wie etwa Förderschule, erhalten.
    Beide prangern das bestehende Schulsystem Deutschlands an und fordern eine Veränderung.
    Was meiner Meinung nach häufig übersehen wird, ist die Tatsache, dass eine solch weitreichende Veränderung nicht von heute auf morgen geschehen kann viel mehr sollte sie einen Prozess darstellen.
    Eine Bekannte, die mit gehörlosen Behinderten arbeitet, berichtete mir, dass diese völlig überfordert mit der neuen Situation wären. Sie sind in ein neues Umfeld geworfen worden ohne jegliche Vorbereitung. Diese Schilderung hat mich sehr verwundert, da ich davon ausging, dass das System der Inklusion nach und nach eingeführt werden würde, ähnlich wie ein Aufbaugymnasium.
    Es kann nicht im Sinne der Inklusion sein die Betroffenen mit der neuen Situation vollkommen zu überfordern. Inklusion muss mit dem Kindergarten geschehen. In solch frühen Jahren haben die Kinder die Möglichkeit sich selbst nonverbal eine eigene Kommunikation beispielsweise mit Hörgeschädigten aufzubauen. Eine Inklusion findet wie selbstverständlich statt.

  3. Profilbild von Niels Niels sagt:

    Ich stimme dir in sofern zu, dass Schumann die Unterscheidung zwischen Integration und Inklusion im deutschen Bildungssystem als nicht ausreichend bezeichnet. Schumanns Ausführung ist hier jedoch lückenhaft. Sie prangert die deutsche Bildungspolitik an und kritisiert deren Ausflüchte, um Bestimmungen der UN-Behindertenrechtskonvention zu umgehen. Daher resultiert auch die missverständliche Übersetzung des englischen Begriffs “inclusion” zu “Ingegration”. Was mir fehlt, sind konkrete Lösungsansätze ihrerseits. Ich denke mit bloßer Kritik ist keine Veränderung getan.

    Daher klingt Glücks Ausführung glaubwürdiger. Er konzentriert sich, wie du schon sagst, auf das konkrete Ziel, Hindernisse in der Kommunikation zu überwinden und führt klar auf, welche Veränderungen dafür vonnöten sind. Du schreibst, dass er die Zusammenarbeit von Sonderpädagogen und Lehrkräften fördern möchte. Konkret benennt er die Fähigkeiten, die für die Fachkräfte unabdinglich sind; nämlich fachspezifische, diagnostische, didaktische, personale und methodische Kompetenzen.

    Wie du schon herausgestellt hast, betonen beide Autoren, dass sich etwas tun muss. Das deutsche Schulsystem muss sich insofern öffnen, dass es den individuellen Bedürfnissen eines jeden Kindes gerecht werden kann, sodass, wie die UN-Behindertenkonvention festlegt, “das Recht auf Bildung für Menschen mit Behinderungen ohne Diskriminierung und auf der Grundlage der Chancengleichheit in einem inklusiven Bildungssystem [gewährleistet wird]“.

  4. Profilbild von Hannah Hannah sagt:

    Mir fehlt in beiden Texten die Beschäftigung mit der Frage, ob wir alle Schüler getrennt nach ihren jeweiligen Lerntempora unterrichten sollten, um für jeden einzelnen das bestmöglichste Ziel zu erreichen, oder ob es nicht sinnvoller ist, die Schüler gerade nicht auf Sonderschulen zu schicken, sondern alle gemeinsam zu unterrichten um die Gesellschaft vom Fundament an, nämlich von den Kindern, toleranter zu machen.
    Ich glaube nicht, dass eine Trennung die beste Lösung ist. Klar muss es einzelne Stunden oder auch ganze Fächer geben, in denen eine spezielle Förderung angeboten werden kann, nur sollte dies meiner Meinung nach nicht in einer kompletten Trennung enden. Mit mehr geschultem Personal und vielleicht sogar einer Lösung mit zwei Lehrkräften in einer Lerngruppe könnte es möglich sein, zumindest die Fächer, in denen keine Probleme bestehen, für alle zusammen zu unterrichten und somit alle Schüler in einem Gebäude und im Kontakt untereinander zu behalten.
    Zudem finde ich es wichtig, den Schülern zu erklären, warum sie ihre Mitschüler vielleicht als anders empfinden. So wäre sicher gestellt, dass sie nicht nur besipielsweise Ticks sehen, sondern auch verstehen, was dahinter steckt und lernen, damit umzugehen. Mit Förderstunden fallen dann zwar immernoch die “anderen” auf, aber ich glaube, dass so eine Integration oft von ganz alleine in den Pausen passieren kann.

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