Die beiden bereitgestellten Texte zum Seminar behandelt inhaltlich die Inklusion an deutschen Schulen. Für uns ist vor allem die Thematisierung Sprachförderung im inklusiven Unterricht wichtig. Glück und Schumann schreiben auch hierüber in ihren erst vor wenigen Jahren erschienenen Artikeln.
Schumann erläutert zunächst den Unterschied zwischen Inklusion und Integration. Dabei benennt sie Integration als eine generelle Form von mitarbeit von Kindern unterschiedlicher Herkunft und Kultur. Hierbei unterscheidet sie zudem die Kinder, die “sonderpädagogischen Förderbedarf” benötigen von denen, die sich ohne diesen integrieren können. Inklusion beschreibt Schumann als eine individuelle Wahrnehmung der Kinder in denen jedes seine eigenen Stärken und Schwächen vertritt und möglichst individuell gefördert. Hierbei unterstreicht sie die Rolle der Mitschüler: Idee ist es, dass Schüler von anderen Schülern mit verschiedenen Stärken lernen. Für Schumann bildet das gemeinsame Lernen voneinander einen zentralen Punkt ihres Statements.
Im Gegensatz zu Schumann setzt sich Glück in kritischer Weise mit dem deutschen Schulsystem auseinander. Für ihn stellt der Punkt der Sprachförderung einen wesentlichen Bestandteil der Inklusion von Schülern dar. Zudem setzt er auf individuelle Förderung und kritisiert, dass in deutschen Schulen der Unterricht in zu großen Klassen stattfindet. Besonders im Bereich der Sprachförderung sollte seiner Meinung nach in möglichst kleinen Klassen unterrichtet werden um einer individuellen Förderung gerecht zu werden.
Für mehr individuelle Betreuung zu sorgen ist meiner Meinung nach nicht nur die Aufgabe der Lehrkräfte, sondern vor allem auch Aufgabe der Bildungsbehörde. Ich schließe mich Glück in seiner These an, dass guter Förderunterricht nur in kleinen Gruppen stattfinden kann. Dies liegt, denke ich, vor allem an den Sparmaßnahmen im Bildungssektor. Einer bessere Ausbildung der Pädagogen stehe ich natürlich nicht kritisch gegenüber, ich möchte aber für mich feststellen, dass es nicht der richtige Weg ist die Aufgabe der individuellen Betreuung auf die Lehrkräfte abzuwälzen. Sonderpädagogische Maßnahmen sind schwer umzusetzen, wenn der Raum für individuale Förderung fehlt. In Klassen von 30 Schülern oder mehr ist dies auch mit überdurchschnittlichen gut ausgebildeten Pädagogen nicht möglich.
Ich gebe dir mit deiner Aussage, dass individuelle Betreuung nicht nur Aufgabe der Pädagog*innen ist, recht. Ohne eine vernünftige Förderung des Bildungssektors ist nur unzureichende Betreuung möglich.
Ob guter Förderunterricht nur in kleinen Klassen stattfinden kann ist für mich fraglich. Meiner Meinung nach ist es eine Frage des Systems des Unterrichts, natürlich lernen Kleingruppen oft effektiver, jedoch kann auch eine größere Gruppe durchaus produktives und intensives Lernen praktizieren.
Ich verstehe auch nicht, warum Du einer besseren Ausbildung für Pädagog*innen nicht kritisch gegenüber stehst? Meiner Meinung nach sollte man alles kritisch betrachten. Grade bei einem so sensiblen Thema ist zu Hinterfragen, wie Verbesserungen aussehen sollen und wie die Ausbildung verbessert werden kann, an welchen Stellen es sinnvoll ist.
Natürlich bleibt die Bildungsfrage in diesem Land leider immer wieder an der Regierung hängen, die einem wirklich guten Schulsystem immer wieder die Tür zu hält. Man sollte sich daher dort anfangen das Schulsystem und pädagogische Einrichtungen besser zu Subventionieren.
Hallo!
Ich würde gerne auch einige Worte zu deinem Beitrag sagen. Ich bin voll und ganz einverstanden; individuelle Arbeit ist der einzige Weg engeren Kontakt zu Kinder schaffen und auf deren persönliche Bedürfnisse eingehen. Es geht heutzutage nicht nur um Sprachförderung, sondern auch um den ganz allgemeinen Kontakt zwischen Schülern und Lehrern. Die derzeitige Situation in Deutschland ist aber überhaupt nicht passend, da es immer mehr Schüler und immer weniger Lehrer gibt. Als Konsequenz daraus müssen die Schulen die Klassen aufpumpen, worunter die Qualität des Unterrichts leidet.